Das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz und das Studio Binary Impact arbeiten gemeinsam an dem Kriminaltechnik-Simulator „Forensics: Crime Scene Detective“. Grundlage ist ein Kooperationsvertrag vom 1. August 2025. Der Titel soll 2026 für PC und Konsolen erscheinen und basiert auf Erfahrungsberichten von Experten des LKA Rheinland-Pfalz.
Im Mittelpunkt steht die kriminaltechnische Arbeit – ein Bereich polizeilicher Ermittlungen, der selten im öffentlichen Fokus steht. Die Simulation verzichtet bewusst auf actionorientierte Inszenierung und setzt stattdessen auf strukturiertes, methodisches Vorgehen. Spielende übernehmen die Rolle von forensischen Spezialisten und begleiten komplexe Fälle vom Tatort bis zur abschließenden Auswertung im Labor.
Untersucht werden unter anderem Wohnungen, Bars, Keller sowie weitere Orte mit Bezug zu Straftaten oder verdächtigen Personen. Mithilfe professioneller Ausrüstung gilt es, selbst kleinste Spuren zu sichern, darunter Fingerabdrücke auf Glasflächen, feine Blutspritzer oder gelöschte Nachrichten auf digitalen Geräten. Übersehene Hinweise oder fehlerhafte Dokumentation können den Verlauf eines Falls maßgeblich
beeinflussen.
Im Labor werden die gesicherten Beweise ausgewertet. Dazu gehören DNA-Analysen, ballistische Untersuchungen, die Rekonstruktion von Flugbahnen sowie die Analyse digitaler Datenträger. Die Spielmechanik verlangt, Hypothesen zu überprüfen, Daten logisch zu verknüpfen und belastbare Schlussfolgerungen zu ziehen. Abhängig von der Beweislage können Verdächtige überführt, entlastet oder Fälle ungelöst bleiben.
Mario Germano, Präsident des Landeskriminalamts Rheinland-Pfalz, erklärt: „Kriminaltechnik ist ein zentraler Bestandteil moderner Ermittlungen. Sie lebt von Präzision, Dokumentation und fachlicher Kompetenz. Das Projekt kann dazu beitragen, ein realistisches Verständnis für diese Arbeit zu schaffen.“

Dr. Sandra Merten, Leiterin der Kriminaltechnik im LKA Rheinland-Pfalz, ergänzt: „Uns war wichtig, dass Kriminaltechnik nicht als Rätsel oder Show dargestellt wird, sondern als strukturierter Prozess. Spuren müssen sauber gesichert, nachvollziehbar dokumentiert und fachgerecht ausgewertet werden.“
Die Entwicklung erfolgte in enger Abstimmung mit kriminaltechnischen Fachkräften des LKA Rheinland-Pfalz. Workshops, Erfahrungsberichte und fachliche Rückmeldungen flossen in die Gestaltung von Abläufen, Standards und Ermittlungslogik ein. Laut Entwicklerstudio sollen die Fälle von realen Szenarien inspiriert sein und auf Beweisführung statt geskriptete Dramaturgie setzen.

Gefördert wurde das Vorhaben durch die Medienförderung Rheinland-Pfalz sowie durch die Computerspielförderung des Bundes. „Forensics: Crime Scene Detective“ erscheint 2026 für PC via „Steam“ sowie für PlayStation 5 und Xbox Series X|S.
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