Die Formel-1-Spiele von Codemasters sind mittlerweile ein fester Bestandteil für alle Rennspielfans. Jedes Jahr gibt es ein neues Update, das – mit meist nur wenigen großen Veränderungen – ein routiniert sauberes Zusammenspiel aus Simulation und Spielspaß bietet. Mit F1 25 wagt man sich nun erneut an den Drahtseilakt zwischen Authentizität und Zugänglichkeit, wobei die Entwickler in diesem Jahr vor allem an den Feinheiten der Fahrphysik, den KI-Verbesserungen und dem Story-Modus gefeilt haben.
Wie bei jedem neuen Teil der Reihe stellt sich auch bei F1 25 zunächst die Frage, ob das Fahrverhalten überarbeitet oder bloß optimiert wurde. In diesem Jahr gilt eher letzteres, fühlt sich das Fahrzeugverhalten insgesamt doch ein wenig agiler an – die Autos reagieren bei leichterer Steuerung dynamischer und neigen dazu, etwas weniger zu untersteuern.

Die Reifenhaftung wurde minimal erhöht, was für einen stabileren Fahrbetrieb sorgt. Allerdings ist das Fahrverhalten auf den Curbs ein wenig sensibler, was zu einer etwas erhöhten Instabilität führen kann. Mit einem gänzlich neuen Fahrerlebnis sollte man erwartungsgemäß also nicht rechnen. Aber warum auch? Das Fahrverhalten bleibt gewohnt gut und – vor allem ohne Assists – auch gewohnt herausfordernd.
Spannender ist da schon die Entwicklung in Sachen Gegner-KI, die auf den engeren Strecken nun intelligenter verteidigt und beim Überholen fairer wird. Zwar bleibt sie in den ersten Rennrunden noch immer ein wenig chaotisch, und besonders auf kurvenreichen Strecken kommt es oft zu unerwarteten Kollisionen, da die KI noch immer dazu tendiert, früh zu bremsen und in den Rennen zu überkorrekt zu reagieren. Der Fortschritt ist jedoch klar erkennbar, sodass die KI insgesamt einen kompetenten und durchaus anspruchsvollen Gegner darstellt.

Ein Highlight von F1 25 ist die Rückkehr des Story-Modus „Braking Point“. Nach der letztjährigen Pause übernehmen wir in der quasi dritten Staffel gleich mehrere Hauptfiguren in einem fiktiven Rennstall und kämpfen uns nicht nur durch die Rennen, sondern auch durch zwischenmenschliche Konflikte und aufreibende Teamdynamiken.
Die Charaktere sind dabei gut entwickelt und wirken dank realistischer Gesichts- und Sprachanimationen besonders lebendig. Neben der fast schon auf Doku-Serien-Niveau erzählten Geschichte setzt der Modus in Sachen Gameplay wie gehabt weniger auf langwierige Rennen, sondern fordert mit kurzen, zielorientierten Aufgaben, wie etwa das Überholen eines bestimmten Kontrahenten oder das Verteidigen eines Rennplatzes.

Der überarbeitete „My Team“-Modus in F1 25 legt den Fokus noch stärker auf das Management des eigenen Rennteams. Die Spieler übernehmen die Rolle des Team-Eigentümers und können aus einer Vielzahl von Fahrern wählen, sowohl generischen als auch legendären Ikonen der Formel-1-Geschichte. Ein neues Feature ist die Entkopplung der Forschungs- und Entwicklungsabteilungen, wodurch sich nun beide Bereiche gleichzeitig optimieren lassen, um die Effizienz des gesamten Teams zu steigern.
Trotz der neuen Funktionen bleibt der „My Team“-Modus weit entfernt von der Tiefe eines vollwertigen Management-Spiels und zielt eher darauf ab, eine zugängliche und spielerische Erfahrung zu bieten, ohne sich zu sehr in Details zu verlieren. Wer nach mehr Komplexität sucht, wird hier nicht auf seine Kosten kommen. Kurzweilig und spaßig ist es aber allemal.

Natürlich ist auch die klassische Fahrerkarriere mit am Start, in der wir uns mit einem selbstgebastelten oder einem real existierenden Fahrer die Karriereleiter emporkämpfen. Macht wie immer Laune, Neuerungen sucht man hier aber mit der Lupe und wird selbst dann nicht fündig.
Ein fragwürdiges Feature in F1 25 ist die Integration von Inhalten aus dem kommenden Formel-1-Kinofilm mit Brad Pitt in der Hauptrolle. Wer sich die Iconic Edition des Spiels gönnt, kann zusätzlich die Geschicke des fiktiven APX GP-Teams lenken, das im Film thematisiert wird. Auch stehen mehrere spielbare Szenarien aus dem Streifen bereit, die nach und nach freigeschaltet werden. Ob diese Zusatzinhalte ein echter Mehrwert oder eher ein teures Werbebanner sind, muss wohl jeder für sich entscheiden.

Was die Strecken betrifft, so liefert F1 25 dank neuer Laserscans von fünf Kursen (Bahrain, Miami, Melbourne, Suzuka und Imola) noch mehr Details und eine realistischere Darstellung auf und vor allem neben der Bahn. Besonders positiv fallen in diesem Zusammenhang die neuen Texturen und die Darstellung von Unebenheiten auf den Strecken auf, die das Fahrverhalten noch authentischer machen.
Auch die ohnehin schon grandiosen Fahrzeugmodelle sehen noch ein wenig schicker aus, ebenso die prominenten Gesichter. NPCs sollte man sich hingegen besser nicht allzu genau anschauen. Neue Strecken gibt es – wie in der realen Saison – zwar nicht, dafür dürfen wir einige der Kurse nun rückwärts befahren, was einen interessanten Kompromiss darstellt, der jedoch nicht allzu lange fesselt. Einen Rüffel abschließend noch dafür, dass es auf der PS5 keinen VR-Modus gibt.

EA Sports F1 25 ist ein rundes Paket für Formel-1-Fans mit viel Inhalt. Die Verbesserungen sind dezent, aber dennoch spürbar. Das Fahrverhalten ist noch etwas agiler, die KI verhält sich fairer, und der erstaunlich spannende Story-Modus „Braking Point“ sorgt für willkommene Abwechslung.
Der „My Team“-Modus bietet viele Möglichkeiten zur Teamführung, bleibt jedoch oberflächlich. Wer auf der Suche nach großen Neuerungen ist, wird dieses Jahr jedoch enttäuscht. Es handelt sich um ein weiteres solides Update, das die Tradition der Reihe fortführt, ohne wirklich frische Impulse zu setzen. Wer die Serie bisher gemocht hat, wird auch F1 25 wieder genießen können – auch wenn sich der Innovationsgeist etwas in Grenzen hält.
EA Sports F1 25 ist für PlayStation 5, Xbox Series und den PC erhältlich.
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