Doom ist zurück! Nachdem die Serie 2016 neu belebt und 2020 mit Doom Eternal eine Evolution erfuhr, steht nun Doom: The Dark Ages in den Startlöchern. Wir hatten die Möglichkeit, eine Vorab-Version bereits ausgiebig zu spielen, und verraten euch, was euch erwartet.
Kommen wir aber erst einmal zur Story. Ja, ihr habt richtig gehört. Die Shooter-Reihe ist zwar für vieles bekannt, nicht allerdings für epische Geschichten. Das soll sich nun ändern. Doom: The Dark Ages spielt in einem mittelalterlich angehauchten Szenario und erzählt die Vorgeschichte des legendären Doom-Slayers.
Als unbezwingbarer Kämpfer für Götter und Könige kämpfen wir inmitten eines Krieges gegen eine gigantische Dämonen-Invasion und versuchen mit allen Mitteln, die Freiheit zu verteidigen. Inszeniert wird das Ganze durch aufwendige und cineastische Zwischensequenzen, die es so noch nie in einem Doom zu sehen gab. Worum es dabei genau geht, wollen wir an dieser Stelle natürlich nicht spoilern.
Doom: The Dark Ages geht aber nicht nur in Sachen Story neue Wege. Wir können dieses Mal auch fliegen! Genauer gesagt: auf dem Rücken eines Mecha-Drachens. In vorgegebenen Arealen stellen wir uns gegen riesige, fliegende Schiffe. Hierbei weichen wir elegant Beschuss aus der Luft aus und zerstören Geschütztürme. Wir können sogar direkt auf dem abgeschossenen Schiff landen und uns dort durch Gegnerhorden schnetzeln, bis wir schlussendlich für Ruhe gesorgt haben. Beeindruckend hierbei: Der Übergang vom Kampf in der Luft hin zur Landung und dem Kampf zu Fuß geschieht nahtlos.
Und apropos Kampf zu Fuß: Dieser ist in Doom: The Dark Ages nun auch im kolossalen Format möglich. An entsprechenden Abschnitten steigen wir in einen gigantischen Atlan-Mech, im Grunde genommen ein wolkenkratzergroßer Kampfanzug. In diesem können wir uns auf Augenhöhe mit riesigen Dämonen prügeln oder diese mithilfe unserer Schusswaffen in Stücke schießen. Zwar bewegen wir uns ausschließlich auf vorgegebenen Wegen, erfahren dafür aber, wie sich ein Godzilla fühlen muss.

Sowohl der Kampf in der Luft als auch im Giganto-Format stellen allerdings nur Passagen im Krieg gegen die Dämonen dar. Die meiste Zeit verbringen wir direkt unten auf dem Schlachtfeld, und auch da gehen die Entwickler neue Wege. Natürlich steht uns wieder ein Arsenal an unterschiedlichen und tödlichen Waffen zur Verfügung, mitsamt der legendären Super Shotgun.
Unsere wichtigste Waffe ist dieses Mal aber zeitgleich auch unser wichtigster Schutz. Dem Setting entsprechend besitzen wir nun ein Schild, mit dem wir Beschuss abwehren und sogar – mit dem richtigen Timing – auf die Gegner zurückwerfen können. Praktisch: Dank der am Rand angebrachten Kettensäge können wir es den Gegnerhorden direkt entgegen schleudern. Steckt es in einen Dämonenkörper fest, kann sich dieser nicht bewegen.

Auch abseits der Kämpfe zeigt sich die neue Flexibilität. So können wir das Schild auch nutzen, um entfernte Orte zu erreichen, Tore aufzubrechen oder aber Mechanismen in den immer wieder eingestreuten Rätsel-Abschnitten zu aktivieren.
Und da wäre ja noch der Morgenstern, ein neuer und brutaler Freund, der im Nahkampf den Gegnern die Knochen bricht und das Fleisch zerfetzt. Denn auch die Art zu kämpfen hat sich geändert. Gerade gegen große und gefährliche Gegner sind Nahkämpfe effizienter als der Beschuss aus der Ferne. Im richtigen Moment mit dem Schild blocken, im nächsten mit dem Morgenstern zuschlagen – und schon ist auch der fieseste Dämon Geschichte.
Wild Ballern. Geschossen ausweichen. Angriffe blocken. Schüsse zurückschleudern. Aus der Nähe zuschlagen. Es ist nur schwer in Worte zu fassen, wie sich diese Mischung auf das Gameplay von Doom: The Dark Ages auswirkt, wenn man es nicht selbst gespielt hat. Von außen betrachtet wirkt das Geschehen auf dem Schlachtfeld chaotisch und unübersichtlich. Kein Wunder, hat man es doch oft mit ganzen Horden von Gegnern zu tun, die uns aus allen Himmelsrichtungen angreifen. Aber das Gefühl ist alles, nur nicht chaotisch.
Man könnte das Gameplay von Doom: The Dark Ages fast schon mit einer Art Tanz vergleichen. Mit jeder verstrichenen Minute gehen die Bewegungen und Aktionen immer eingängiger von der Hand. Wir denken nicht. Wir handeln! Oder besser gesagt: Wir tanzen, und die Dämonenbrut ist unser Partner!
Möglich wird das durch die extrem präzise und griffige Steuerung. Wieder mit dabei: Die Glory Kills. Die Tötungen von Gegnern, bei denen wir etwa wieder geheilt werden, fühlen sich dieses Mal deutlich kürzer als in den Vorgängern an und unterbrechen den Spielfluss kaum noch.

Im Laufe des Kampfes schießen wir Gegnern sichtbar das Fleisch vom Leib oder trennen sogar einzelne Körperteile ab. Dies dient nicht nur martialischen Schauwerten, sondern dient auch einem taktischen Zweck und gibt uns nachhaltiges Treffer-Feedback.
Und selbst die Farbgestaltung leistet einen Beitrag zu diesem intuitiven Spielgefühl. Die Regeln sind einfach: Grüne Schüsse können zurückgeworfen werden, rote sollten geblockt werden. Ist die Rüstung von Gegnern beschädigt, leuchtet sie rot und kann mit einem Schildwurf abgeschossen werden. Die Wahl von Komplementärfarben ist so effektiv, dass wir sie im wildesten Kampfgewimmel unterbewusst sofort wahrnehmen und unterscheiden können.
Abseits vom Kampfgeschehen gönnen uns die Entwickler aber auch Zeit zum Durchatmen. An Schreinen investieren wir gesammelte Punkte in neue Fähigkeiten und Waffen-Upgrades, um unseren Spielstil zu individualisieren. Zudem wollen auch dieses Mal jede Menge geheime Orte entdeckt werden. Und auch eingestreute Rätsel-Passagen lockern sporadisch das Spielgeschehen immer wieder auf. Erwartet hier aber keine Kopfnüsse!

Aber wie sieht es in Sachen Technik aus? Kurz gesagt: Die neue idTech-Engine lässt bei Doom: The Dark Ages ihre Muskeln spielen. Die Zwischensequenzen sind pompös inszeniert und überzeugen vor allem mit detailreichen Charaktermodellen sowie stimmungsvollen Lichteffekten. Vor allem aber beeindruckt das Kampfgeschehen mit Details, die wir im Eifer des Geschehens mitunter nicht wahrnehmen, die aber dennoch viel zur Atmosphäre beitragen. Nehmen wir beispielsweise den Pulverizer: Eine Waffe, die Schädel zerschreddert und die Stücke wie bei einem Maschinengewehr auf die Höllenbrut abfeuert.
In wie weit das Level-Design in Sachen Abwechslung auf Dauer zu unterhalten weiß, können wir natürlich noch nicht final beurteilen. Jedoch waren die von uns gespielten Areale allesamt detailreich gestaltet und überzeugten mit einem stimmigen Feeling. Das Gefühl, sich in einem epischen Krieg gegen Dämonen zu befinden, war jedenfalls durchweg präsent.
Doom aus dem Jahr 2016 bot knackige, schnelle Arena-Action. Doom Eternal setzte hingegen mehr auf Akrobatik. Und Doom: The Dark Ages? Das liefert ein wahres Ballett der Gewalt!
Das Tempo ist enorm, das Gameplay intuitiv. Wen die vielen Jump’n’Run-Passagen in Doom Eternal gestört haben, der kann aufatmen. Doom: The Dark Ages konzentriert sich vor allem auf den Adrenalinrausch im Kampf und könnte diesen sogar derart perfektionieren wie kein Ego-Shooter zuvor.
Die Waffen sind griffig und fühlen sich angenehm differenziert an. Ergänzt wird dies durch die neuen Nahkampf-Fähigkeiten, die für ein neues und ehrlich gesagt sogar besseres Spielgefühl sorgen!
Das Treffer-Feedback ist fantastisch. Und liefert uns, in Verbindung mit der jederzeit präzisen Steuerung – egal ob mit Maus und Tastatur oder Controller – genau das, was man sich von einem Ego-Shooter wünscht!
Etwas unschlüssig sind wir allerdings noch, was zwei Neuerungen betrifft: den Luftkampf mit dem Mecha-Drachen sowie den Kampf im Atlan-Mech. Beide sind eine willkommene Abwechslung und spielen sich auch angenehm eingängig. Da man in diesen Passagen in puncto Freiheiten stark eingeschränkt ist, besteht allerdings die Gefahr der Monotonie. Diese Elemente fühlten sich schon im Rahmen unserer Anspielzeit leicht repetitiv an.
Aber das schmälert nicht unseren bisherigen Eindruck. Doom: The Dark Ages ist ein Doom und doch anders. Und vor allem: Es fühlt sich richtig, richtig gut an! Wenn das finale Spiel über die gesamte Spielzeit für Abwechslung sorgen kann, steht uns ein absoluter Top-Hit ins Haus.
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