Taktik-Fans dürfen sich freuen, denn mit „Commandos: Origins“ kehrt die legendäre Echtzeit-Strategie-Serie zurück zu ihren Wurzeln. Entwickler Claymore Game Studios belebt dabei das klassische Gameplay neu, das schon Ende der 90er Jahre für schweißtreibende Stunden vor dem Bildschirm sorgte. Das Spielprinzip ist simpel, aber gleichzeitig genial herausfordernd.

Man befehligt eine kleine, hochspezialisierte Einheit von Elite-Soldaten, um hinter feindlichen Linien gezielt wichtige Ziele auszuschalten und die Pläne der Nazis zu durchkreuzen. Wer sich jetzt fragt, was genau „Commandos: Origins“ so besonders macht, dem sei gesagt, dass es die Mischung ist. Nämlich jene aus Echtzeit-Taktik und Stealth-Gameplay, dass für jede Menge Nervenkitzel sorgt. Anders als in typischen Strategiespielen laufen hier sämtliche Aktionen in Echtzeit ab, sodass Entscheidungen blitzschnell getroffen werden müssen.

Zudem bedarf es einer präzisen Planung seiner Mission und Koordination des Teams. Ein falscher Schritt, und schon bricht das Chaos aus. Genau dieser permanente Druck und das Gefühl, ständig auf Messers Schneide zu balancieren, machen das Spiel zu einer echten Herausforderung. Inhaltlich knüpft „Commandos: Origins“ an die Ursprünge der Reihe an und erzählt, wie die berühmte Spezialeinheit im Zweiten Weltkrieg gegründet wurde.

Im Mittelpunkt steht dabei der kantige Green Beret Jack O'Hara, der gemeinsam mit Sergeant Hancock dem Vormarsch der Nazis entgegenstellt. Nach einer waghalsigen Flucht aus einem überrannten Stützpunkt in Nordafrika wächst das Team schnell an, um strategisch bedeutende Ziele in ganz Europa und darüber hinaus zu sabotieren. Vom verschneiten Norwegen bis hin zur glühenden Hitze Nordafrikas – die Schauplätze der insgesamt 14 Missionen bieten reichlich Abwechslung und fordern immer wieder neue Herangehensweisen.

Ein Highlight sind dabei die einzigartigen Fähigkeiten der sechs unterschiedlichen Mitglieder des Teams. Jedes Teammitglied hat spezifische Fertigkeiten, die taktisch kombiniert werden müssen. Angeführt wird das Team von Jack O'Hara, dem kräftigen Green Beret, der Mauern erklimmen, sich schnell eingraben und bewusstlose Gegner besonders schnell wegtragen kann. Der Taucher ist der Spezialist für Wasseroperationen und nutzt eine Harpune, um Feinde lautlos aus der Distanz zu eliminieren.

Zusätzlich verfügt er über ein Schlauchboot, um geheime Zugänge zu erschließen. Der Pionier hingegen ist unverzichtbar für Sprengungen und technische Herausforderungen. Er kann Dynamit platzieren oder Drahtzäune durchschneiden und damit neue Routen eröffnen. Der Spion bewegt sich geschickt in feindlichen Uniformen, kann Gegner sogar manipulieren und deren Misstrauen vermeiden.

Der Fahrer beherrscht alle Arten von Fahrzeugen perfekt und bietet oft dringend benötigte Feuerkraft in kritischen Situationen. Komplettiert wird die Einheit durch den Scharfschützen, der mit äußerster Präzision Gegner auf weite Entfernungen ausschaltet, allerdings sehr behutsam mit seiner Munition umgehen muss. Zwar gab es den Kommandomodus – also das Planen mehrerer Aktionen im Voraus – bereits in früheren Teilen, doch nun wurde er noch intuitiver ins Gameplay integriert.

Wirklich neu hingegen ist die Möglichkeit jedes Charakters, Leichen zu verstecken und Gegner lautlos auszuschalten. Ebenfalls neu sind die nahtlosen Übergänge zwischen Außen- und Innenarealen ohne Ladezeiten, was ein flüssigeres Spielerlebnis verspricht. Der Schwierigkeitsgrad bleibt dabei abermals verdammt hoch und hat es wirklich in sich. Ein einzelner Verlust eines Commandos führt unweigerlich zum Missionsende. Es fehlen übrigens automatische Speicherpunkte komplett, sodass regelmäßiges Speichern essenziell ist.

Diese rigorose Herausforderung unterstreicht generell den klassischen Charme des Spiels und verleiht sowohl langjährigen Fans als auch Neulingen reichlich Hirnschmalz ab. Optisch präsentiert sich „Commandos: Origins“ ebenfalls modernisiert, ohne dabei seinen nostalgischen Charme einzubüßen. Die Umgebungen sind detailreich gestaltet und bieten eine authentische Kulisse des Zweiten Weltkriegs, die den Spielerinnen und Spielern mitten ins Geschehen zieht.

Besonders positiv fällt dabei die KI der Gegner auf. Denn diese reagieren realistisch auf verdächtige Aktivitäten, erinnern sich an Ereignisse und sorgen so für ständig wechselnde und spannende Situationen. Die intuitive Benutzeroberfläche sorgt zudem dafür, dass alle notwendigen Informationen stets griffbereit sind, ohne Spielerinnen und Spieler zu überfordern. Dies trägt dazu bei, dass der Einstieg eben auch für Neulinge angenehm gestaltet ist, während Profis weiterhin alle taktischen Freiheiten genießen können.

Fazit

Unterm Strich zeigt sich „Commandos: Origins“ als würdiger Nachfolger der Kultreihe, der nicht nur Veteranen begeistern wird, sondern auch Neueinsteiger schnell ins Boot holt. Das Spiel fordert Köpfchen, Geduld und schnelle Reflexe – genau die richtige Mischung, um wieder einmal Nächte vor dem Bildschirm zu verbringen.

„Commandos: Origins“ erscheint am 9. April 2025 digital für PC, Xbox Series X|S und PlayStation 5.