Fast zehn Jahre lang haben Fans auf diesen Moment gewartet. Und dann war es plötzlich soweit. „Zoomania 2“ in den Kinos, auf der großen Leinwand, mit allem, was den ersten Teil so besonders gemacht hat und noch ein bisschen mehr. Wer den Film verpasst hat oder ihn einfach nochmal in Ruhe genießen möchte, hat jetzt die Gelegenheit dazu. Denn die Fortsetzung ist nun auf Blu-ray und DVD erhältlich, und das Warten hat sich definitiv gelohnt.
Schon der erste „Zoomania“ war kein gewöhnlicher Animationsfilm. Er erzählte von einer Häsin, die Polizistin werden will, obwohl ihr alle sagen, das sei nichts für ihre Art. Er erzählte von einem Fuchs, der gelernt hat, dass die Welt ihn sowieso für einen Gauner hält. Also warum nicht gleich so tun, als wäre das recht? Und dann stellte der Film beide zusammen in einen Raum und zeigte, was passiert, wenn Vorurteile auf echte Menschen treffen. In diesem Fall: echte Tiere. Das Ergebnis war ein Oscar und ein Platz im Kultolymp einer ganzen Generation.
Judy Hopps und Nick Wilde
Jetzt, im zweiten Teil, sind Judy Hopps und Nick Wilde längst kein Überraschungsduo mehr. Sie kennen sich, sie vertrauen sich, sie haben gemeinsam Großes geleistet. Und genau das macht „Zoomania 2“ so interessant. Denn der Film stellt eine Frage, die viele Fortsetzungen einfach ignorieren. Was kommt nach dem großen Sieg? Was passiert mit einer Beziehung, wenn der Ausnahmezustand vorbei ist und der Alltag beginnt?
Die Antwort, die Disney hier gibt, ist ehrlicher als erwartet. Judy und Nick geraten aneinander. Nicht dramatisch, nicht mit lautem Knall, sondern so, wie es im echten Leben meistens läuft. Nämlich durch kleine Reibungen, unterschiedliche Erwartungen, unausgesprochene Dinge. Chief Bogo, der knorrige Büffel-Chef des Polizeipräsidiums, schickt die beiden kurzerhand in eine Art Pflichtprogramm zur Konfliktbewältigung.
Ein neuer Fall & Therapiegespräche
Was folgt, ist einer der witzigsten Handlungsstränge des Films. Die Rede ist von einer gemeinsamen Sitzung bei einer Quokka-Therapeutin namens Dr. Fuzzby, die mit trockenem Ernst versucht, das Duo auf einen Nenner zu bringen. Die Szenen dort haben eine ganz eigene Komik, ruhig, pointiert und mit dem richtigen Timing. Natürlich bleibt es nicht bei Therapiegesprächen.
Ein neuer Fall zieht Judy und Nick in die Tiefen von Zoomania, auf die Spur einer Figur namens Gary DiSchlange, dessen Name schon so klingt, als sollte man lieber einen großen Bogen um ihn machen. Dazu gesellt sich Biber Nibbles Maplestick, der zunächst harmlos wirkt, aber deutlich mehr weiß, als er zugeben will. Die Kriminalgeschichte ist gut konstruiert, hält die Spannung über die gesamte Laufzeit und gibt dem Film ein echtes Rückgrat. Alles ohne aufgesetzten Plot, sondern einer Geschichte, die wirklich funktioniert.
Lustig, emotional mit unzähligen kleinen Details
Was „Zoomania 2“ vor allem auszeichnet, ist das Gleichgewicht zwischen all seinen Bestandteilen. Der Film ist lustig, ohne albern zu sein. Er ist emotional, ohne das groß auszustellen. Und er ist klug genug, seinen Figuren Raum zu geben. Die Welt von Zoomania selbst ist wieder mit unzähligen kleinen Details bestückt, die man beim ersten Schauen gar nicht alle mitbekommt von Schildern, Hintergrundgags oder Referenzen, die man erst beim zweiten oder dritten Mal entdeckt.
Was aber wirklich bleibt, lange nach dem Abspann, ist die Beziehung zwischen Judy und Nick. Zwei Figuren, die so unterschiedlich nicht sein könnten und die einander trotzdem brauchen. Nicht aus Pflicht, sondern weil sie sich gegenseitig besser machen. Der erste Film hat gezeigt, wie diese Verbindung entsteht. Der zweite zeigt, wie sie standhält. Und das ist, in aller Schlichtheit, das Schönste an „Zoomania 2“. Er vertraut darauf, dass gute Charaktere keine Katastrophe brauchen, um interessant zu sein. Manchmal reicht es, sie einfach ehrlich miteinander reden zu lassen.
Wer den ersten Teil liebt, wird „Zoomania 2“ mindestens genauso schätzen. Und wer bisher noch nie in Zoomania war, dem sei gesagt: Herzlich willkommen!
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