Wenn ein deutscher Film außerhalb der Landesgrenzen Schlagzeilen macht, ist das keine Selbstverständlichkeit. Häufig bleiben hiesige Produktionen auf den heimischen Markt beschränkt, auch wenn sie hierzulande ein großes Publikum erreichen. Umso überraschender ist der Erfolg von "In die Sonne schauen": Das Historiendrama hat nicht nur bei einem der wichtigsten Festivals überzeugt, sondern wird inzwischen weltweit von der Kritik gefeiert.

Festivalstart als Sprungbrett

Seine erste große Bühne erhielt der Film bei den Filmfestspielen von Cannes. Dort machte das Historiendrama durch seine ungewöhnliche Erzählweise auf sich aufmerksam. Anstatt sich auf eine konventionelle Handlung zu stützen, entfaltet es die Geschichte über ein Jahrhundert hinweg und zeichnet das Leben mehrerer Generationen nach. Die Regisseurin Mascha Schilinski setzt dabei auf eine klare künstlerische Handschrift, die sich von gängigen Formeln deutlich abhebt.

Diese Herangehensweise hat offenbar den Nerv vieler Kritiker getroffen. Auf dem US-Portal Rotten Tomatoes erreicht der Film derzeit einen Anteil von 94 Prozent positiver Stimmen, während Metacritic einen Durchschnittswert von 91 Punkten ausweist. Internationale Fachmedien sprechen von einem vielschichtigen, mutigen Werk, das mit hoher erzählerischer Dichte überzeugt.

Hat der Film Oscar-Chancen?

Die außergewöhnliche Resonanz hat dazu geführt, dass `"In die Sonne schauen" als deutscher Beitrag ins Rennen um eine Oscar-Nominierung geschickt wird. Noch ist offen, ob die Academy den Film tatsächlich berücksichtigt, doch allein die Einreichung zeigt, welche Erwartungen in ihn gesetzt werden. Vergleichbar ist die Situation mit dem jüngsten Erfolg von "Im Westen nichts Neues", das Deutschland bei der Verleihung gleich vier Auszeichnungen einbrachte.

Neben der Regie von Mascha Schilinski tragen zahlreiche Darstellerinnen zum Erfolg bei, darunter Hanna Heckt, Lena Urzendowsky, Laeni Geiseler, Susanne Wuest, Luise Heyer und Lea Drinda. Seit Ende August ist das Drama auch regulär in deutschen Kinos zu sehen.

Quelle: moviepilot.de