Der Streamingdienst Disney+ wird für Kundinnen und Kunden in Deutschland teurer. Das Unternehmen passt alle Abo-Stufen nach oben an, auch wenn diese Änderung nicht besonders offensiv kommuniziert wird. Auffällig ist, dass die Preissteigerungen in einer Rabattaktion verpackt sind, sodass man sie erst bei genauerem Hinsehen entdeckt.

Neue Kosten für unterschiedliche Modelle

Disney bietet hierzulande drei Varianten des Abonnements an. Künftig müssen Nutzer für das Modell mit Werbeeinblendungen 7 Euro im Monat zahlen, bislang lag der Betrag bei 6 Euro. Wer auf Werbung verzichten möchte, greift zum Standard-Abo ohne Spots, das nun 11 Euro statt 10 Euro kostet. Für die Premium-Version, die zusätzliche Funktionen wie eine höhere Bild- und Tonqualität umfasst, steigen die monatlichen Gebühren von 14 auf 16 Euro.

Die höheren Preise tauchen während des Bestellvorgangs auf. Disney bewirbt momentan ein zeitlich befristetes Sonderangebot mit vergünstigten Monatsraten für die ersten drei Monate. Im Anschluss gelten dann die regulären, angehobenen Beträge. Für zusätzliche Verwirrung sorgt, dass auf Hilfeseiten des Anbieters teilweise noch die alten Zahlen genannt werden. Nach jetzigem Stand werden die neuen Preise ab dem 27. September wirksam. Offen bleibt, wann bestehende Abos auf die neuen Konditionen umgestellt werden. Bei einer Anpassung muss Disney in Deutschland rechtlich die Zustimmung der Kunden einholen. Erfolgt diese nicht, läuft das Abo aus.

Preiserhöhung war bereits abzusehen

Die Preiserhöhungen sind kein rein deutsches Phänomen. In den Vereinigten Staaten steigen die Gebühren noch deutlicher. Dort kostet das günstigste Paket mit Werbung künftig 12 US-Dollar, also 2 Dollar mehr als zuvor. Auch die Premium-Option wird teurer: Statt 16 Dollar werden nun 19 Dollar fällig. Der Startschuss für die neuen Konditionen fällt dort im Oktober.

Mit diesem Schritt folgt Disney einem Trend, den man im Streamingmarkt seit einiger Zeit beobachten kann. Anbieter wie Netflix oder Amazon haben ebenfalls an der Preisschraube gedreht, um steigende Produktions- und Lizenzkosten auszugleichen. Für die Kundschaft bedeutet das, dass ein Film- und Serienangebot, das einst mit günstigen Einstiegspreisen lockte, inzwischen spürbar mehr kostet. Die Streamingdienste begründen dies mit gestiegenen Kosten und dem Ziel, auf dem wachsenden Streamingmarkt konkurrenzfähig zu bleiben. Ob dies langfristig Einfluss auf die Zahl der Abonnenten haben wird, bleibt abzuwarten.