Mit „Die letzten Glühwürmchen“ kommt einer der eindringlichsten Anime-Filme aus dem Studio-Ghibli-Katalog erneut ins Kino. Kaum ein Anime trifft so unerwartet hart wie „Die letzten Glühwürmchen“. Ab dem 30. Juni 2026 läuft der legendäre Anime-Klassiker von Isao Takahata wieder auf der großen Leinwand.
Der Film erzählt keine epische Fantasy-Geschichte, sondern zeigt den Alltag zweier Geschwister im Japan des Zweiten Weltkriegs – ruhig, ehrlich und ohne Beschönigung. Gerade diese Bodenständigkeit macht ihn so besonders, weil jede Szene nahbar und erschreckend real wirkt. Statt Action oder großen Heldenmomenten steht hier das pure Überleben im Mittelpunkt.
Kriegsalltag ohne Filter
Erzählt mit einer Intensität, die lange nach dem Abspann nachwirkt. Viele Fans bezeichnen ihn deshalb als einen der bewegendsten Anime überhaupt. Die Geschichte spielt in den letzten Kriegsmonaten des Jahres 1945 in Japan. Nach einem verheerenden Luftangriff verlieren der 14-jährige Seita und seine kleine Schwester Setsuko ihr Zuhause. Ihre Mutter wird bei dem Angriff tödlich verletzt, der Vater ist als Soldat im Krieg.
Die beiden Kinder stehen plötzlich ohne familiären Halt da. Zunächst kommen sie bei einer Tante unter, doch das Verhältnis verschlechtert sich zunehmend. Aus anfänglicher Unterstützung wird Distanz, dann offener Konflikt. Die Versorgungslage ist angespannt, Lebensmittel sind knapp, und Seita sieht sich immer häufiger Vorwürfen ausgesetzt. Schließlich zieht er die Konsequenz und verlässt mit Setsuko das Haus, um unabhängig zu sein.
Überleben auf eigene Faust
Die Geschwister finden Unterschlupf in einem verlassenen Luftschutzbunker am Stadtrand. Dort richtet Seita mit einfachsten Mitteln ein provisorisches Zuhause ein. Anfangs wirkt die Situation fast wie ein Abenteuer. Setsuko sammelt Glühwürmchen, die nachts den Bunker erleuchten, und für kurze Zeit entsteht der Eindruck von Normalität. Doch dieser Zustand hält nicht lange.
Mit jedem Tag wird es schwieriger, an Nahrung zu kommen. Seita versucht, durch Tauschhandel oder Diebstahl Essen zu beschaffen. Die körperliche Verfassung beider verschlechtert sich sichtbar, besonders Setsuko leidet unter den Umständen. Gleichzeitig fehlt jede Form von Unterstützung durch die Gesellschaft, die selbst mit den Folgen des Krieges kämpft.
Vorlage aus eigenen Erfahrungen
„Die letzten Glühwürmchen“ basiert auf den eigenen Erlebnissen von Akiyuki Nosaka, der seine Geschichte später literarisch verarbeitete. Isao Takahata setzt diese Vorlage ohne romantisierende Elemente um und konzentriert sich vollständig auf die Erfahrungen der beiden Geschwister. Mit der Wiederaufführung bekommt der Film erneut einen Platz im Kino und wird damit wieder in dem Rahmen gezeigt, für den er ursprünglich gedacht war. Die Wiederaufführung wird von Crunchyroll organisiert und in Deutschland von Sony Pictures vertrieben.
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