In den Wintermonaten steigt die Mediennutzung von Kindern deutlich an. Eine Kooperation zwischen Myposter und Disney soll Anreize für analoge Familienaktivitäten schaffen.
Auch wenn der kürzeste Tag des Winters bereits vergangen ist, prägen niedrige Temperaturen, Regen und frühe Dunkelheit weiterhin den Alltag. Viele Freizeitaktivitäten verlagern sich dadurch in die eigenen vier Wände. In zahlreichen Familien gewinnen digitale Endgeräte in dieser Phase an Bedeutung, da sie unkompliziert Beschäftigung bieten. Gleichzeitig wird die Frage nach einem ausgewogenen Umgang mit Bildschirmmedien drängender.
Deutschland zählt im internationalen Vergleich zu den Ländern mit besonders hoher Bildschirmnutzung bei Kindern und Jugendlichen. Neben der reinen Dauer der Nutzung spielt dabei auch der situative Rahmen eine Rolle. Sebastian Ellguth, Experte bei Myposter, betont: „Wir dürfen uns keine Illusion mehr von einer medienfreien Kindheit und Jugend machen. Wir sollten uns viel eher die Frage stellen, wie wir aus digitaler Zeit wieder echte Familienzeit machen“.

Vor diesem Hintergrund startet Myposter nach eigenen Angaben eine deutschlandweit erste Kooperation mit Disney. Ziel ist es, Wohnräume – insbesondere Kinderzimmer – so zu gestalten, dass Kreativität, Konzentration und Wohlbefinden unterstützt werden. Disney-inspirierte Motive sollen als Gestaltungselemente dienen und zugleich Impulse für gemeinsame analoge Aktivitäten liefern. Genannt werden unter anderem Figuren aus „Disney Frozen“, „Disney Winnie Puuh“, „Disney Stitch“ sowie „Marvel Spider-Man“.
Raumgestaltung und kreative Alternativen als Ansatz
Nach Angaben aus der Wohn- und Umweltpsychologie kann eine strukturierte und ruhige Umgebung das Wohlbefinden von Kindern fördern. Eine klar zonierte Raumgestaltung, die persönliche Bezüge herstellt, kann dazu beitragen, dass Kinder sich gerne im eigenen Zimmer aufhalten. Ellguth erklärt: „Ein Kinderzimmer, das nicht nur schön aussieht, sondern klare Zonen hat und sich persönlich anfühlt, macht einen Unterschied“. Eine ansprechende Umgebung könne dazu beitragen, dass digitale Geräte nicht zur alleinigen Beschäftigungsoption werden.
Im Rahmen der Kooperation setzt Myposter auf personalisierte Poster, Wandbilder und Collagen. Besonders hervorgehoben werden Ausmalkalender, die kreative Tätigkeiten mit einer gewissen Alltagsstruktur verbinden. Laut Ellguth steigern vertraute Motive aus bekannten Disney-Welten die Motivation, regelmäßig damit zu arbeiten, ohne dass ständig neue Reize erforderlich seien.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf alternativen Beschäftigungsangeboten. Studien zu sogenannten exekutiven Funktionen weisen darauf hin, dass Aktivitäten wie Malen, Zeichnen, Basteln oder Planen Fähigkeiten wie Konzentration, Selbstständigkeit und Problemlösung unterstützen können. Ellguth erläutert dazu: „Kinder bleiben nicht deshalb weniger am Screen, weil er verboten wird, sondern weil sie etwas haben, das sie aktiv fordert“. In diesem Zusammenhang bietet Myposter gemeinsam mit Disney unter anderem personalisierte Freundebücher, Notizbücher und Namensschilder an, die als konkrete Aufgaben im Kinderzimmer genutzt werden können.
Darüber hinaus wird die Rolle digitaler Medien differenziert betrachtet. Laut Einordnung der OECD ist nicht allein die Nutzungsdauer entscheidend, sondern auch der Kontext. Gemeinsame und interaktive Medienerlebnisse unterscheiden sich demnach deutlich von unbegleitetem Konsum. Ellguth führt aus: „Wenn Kinder digitale Werkzeuge gemeinsam mit Erwachsenen nutzen, entstehen Gesprächsanlässe, Entscheidungen und echte gemeinsame Momente, statt nur isolierte Bildschirmzeit“. Myposter setzt daher auf einen Ansatz, bei dem digitale Anwendungen als Ausgangspunkt für analoge Projekte dienen. Beispiele sind gemeinsam gestaltete Einladungskarten, Familienkalender oder Fotoprojekte mit Disney-inspirierten Motiven, deren Ergebnisse anschließend im Wohnraum sichtbar werden. Ellguth resümiert: „Wenn Erwachsene mitwirken, wird aus Bildschirmzeit oft wieder Gesprächszeit“.
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