Es ist zwar (noch) nicht überall möglich, an rund 430 Standorten haben die Sparkassen und Volksbanken inzwischen jedoch bereits eine Partnerschaft realisiert, die es ihren Kunden erlaubt, Geldautomaten gemeinsam zu nutzen, um Überweisungen, Geldabhebungen und Einzahlungen über die Geräte beider Bankgruppen zu tätigen.

Besonders weit verbreitet ist diese Kooperation in Baden-Württemberg und Westfalen-Lippe, während in Niedersachsen, im Rheinland und in Schleswig-Holstein sowie in Berlin und Hamburg nur wenige bis gar keine gemeinsamen Geldautomaten betrieben werden.

Die Zusammenarbeit wurde bereits im Mai 2021 mit der Eröffnung der ersten SB-Filiale zwischen der Sparkasse Südpfalz und der Volksbank Südliche Weinstraße-Wasgau initiiert. Die Kosten für Miete, Personal und Sicherheit werden dabei von beiden Instituten geteilt.

Vorteile und Herausforderungen

Die Kooperation bietet Kunden der beteiligten Banken zahlreiche Vorteile, vor allem aber eben die Möglichkeit, auch an den Automaten der Partnerbanken kostenlos Bargeld einzuzahlen und abzuheben. Allerdings ist die Partnerschaft ist in erster Linie aus den diversen Umständen im Zusammenhang mit dem Betrieb von Geldautomaten hervorgegangen, mit denen Banken dieser Tage zu kämpfen haben.

So etwa die hohen Wartungskosten für veraltete Geldautomatensysteme und die gestiegenen Gebühren für Geldtransporte beim Auffüllen oder Abheben des Bargeldes in den Geräten. Hinzukommen die zunehmende Digitalisierung des Zahlungsverkehrs sowie die steigende Anzahl von Überfällen auf Geldautomaten und die entsprechend hohen Versicherungen für die Filialen.

Eine Sprengung pro Tag

Tatsächlich wird statistisch gesehen hierzulande jeden Tag mindestens ein Geldautomat gesprengt. Laut einer Studie des Bundeskriminalamtes wurden im vergangenen Jahr insgesamt sogar über 500 Anschläge verübt. Dies betrifft aufgrund der Abgeschiedenheit vor allem kleine Bankfilialen im ländlichen Bereich, was zur Folge hat, dass dort besonders viele Banken schließen oder die Zeiten für Bargeldabhebungen eingeschränkt werden müssen.

Vor diesem Hintergrund haben Banken außerdem inzwischen sogar Probleme, neue Mietflächen zu finden, da Vermieter und Eigentümer oftmals Bedenken wegen möglicher Sprengungen haben.

Von daher hat die Kooperation zwischen Volksbanken und Sparkassen ein konkretes Ziel, wie ein Sprecher des Sparkassenverbands Baden-Württemberg erklärt: „Es handelt sich in der überwiegenden Zahl um Standorte, an denen ohne diese Kooperation überhaupt kein Geldautomat mehr stehen würde.“

Johannes Beermann, der bis Ende letzten Jahres als Mitglied dem Vorstand der Deutschen Bundesbank angehörte, ergänzt: „Geldausgabeautomaten spielen eine große Rolle für die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit Bargeld. Mit den jetzt vereinbarten Maßnahmen sorgen wir gemeinsam dafür, dass dies so bleibt.“

Alternative Bargeldbezugsmöglichkeiten

Doch auch ohne einen Geldautomaten vor Ort existieren alternative Möglichkeiten, sein Bargeld zu beziehen. So bieten Supermärkte und Tankstellen oftmals die Möglichkeit, Bargeld im Rahmen eines Einkaufs kostenlos abzuheben, wobei die Obergrenze in der Regel bei 200 Euro liegt und bestimmte Mindesteinkaufswerte eingehalten werden müssen. Allerdings muss man dabei dann auch mit dem Geld vorlieb nehmen, welches gerade in der Kasse ist – wenn in dieser also Scheine fehlen, müssen es halt Münzen sein.

Quelle: focus.de