Egal ob als Erinnerung für die eigene Wand oder als persönliches Geschenk: Wer aus vielen Fotos eine ansehnliche Collage bauen möchte, muss dafür viel Zeit investieren. Der Collagen-Konfigurator von MyPoster will helfen und verspricht, einen großen Teil dieser Arbeit zu übernehmen, ohne die Gestaltung in ein starres Raster zu zwängen.
Wir haben den Editor deshalb einmal vom ersten Klick bis zur tatsächlichen Bestellung ausprobiert. Dabei entstand nicht nur eine Hochzeitscollage für die Wand, zum Abschluss musste sich die Automatik auch noch mit weit über 100 Bildern gleichzeitig herumschlagen.
Von der Vorlage zur eigenen Collage
Schon bei den Vorlagen gibt es reichlich Auswahl. Diese lassen sich unter anderem nach Stil, Seitenverhältnis, Anlass und gewünschter Bilderzahl filtern. Vom schlichten Raster bis zum verspielten Motiv bietet MyPoster zahlreiche Varianten und bewirbt Collagen-Layouts mit bis zu 200 Fotos. Das lädt zum Stöbern und Ausprobieren ein.

Wir wollen es genau wissen und beginnen zunächst mit einer leeren Seite, wechseln während des Ausprobierens dann aber doch schnell wieder zu fertigen Vorlagen. Denn diese funktionieren keineswegs als starre Schablonen. Jedes einzelne Element lässt sich verschieben, drehen, vergrößern oder in der Ebenenreihenfolge verändern. Texte können ebenso angepasst werden wie Farben, Hintergründe, Abstände oder Rahmen.
Wer also möglichst schnell ans Ziel kommen möchte, nimmt eine fertige Vorlage. Wer mehr Eigenständigkeit bevorzugt, kann diese förmlich auseinandernehmen und wieder neu zusammensetzen oder direkt etwas komplett Eigenes gestalten.
Auch bei der weiteren Gestaltung gibt sich der Editor umfangreich. Aufeinander abgestimmte Farbpaletten verändern mehrere Elemente einer Vorlage gleichzeitig, Hintergründe können einfarbig oder mit unterschiedlichen Motiven gestaltet werden. Hinzu kommen Cliparts sowie Flächen und Linien. Selbst eigene Fotos lassen sich als Hintergrund verwenden.

Nicht jede Kombination funktioniert dabei automatisch. Ein von uns ausprobierter Aquarellhintergrund sieht für sich genommen beispielsweise schick aus, macht Teile der vorhandenen Beschriftung aber schlechter lesbar. Die nötigen Werkzeuge zur Korrektur sind jedoch stets in übersichtlicher Reichweite und nur wenige Klicks entfernt.
Eine kleine Schwäche entdecken wir allerdings bei den Stilen: Einen offensichtlichen Schalter, um einen angewendeten Stil komplett zurückzusetzen, finden wir nicht. Über die Rückgängig-Funktion oder eine erneute Auswahl der ursprünglichen Vorlage kommen wir zwar ebenfalls ans Ziel, ein eigener Reset wäre aber komfortabler.
Fotos lassen sich klassisch vom Rechner hochladen oder per QR-Code vom Smartphone hinzufügen. Praktisch für unser Hochzeitsszenario: Der entsprechende Upload-Link kann auch per Mail an andere Personen geschickt werden. So können beispielsweise mehrere Hochzeitsgäste ihre Aufnahmen aus der Ferne beisteuern.

Liegen die Fotos erst einmal im Editor, verteilt MyPoster sie über den Befehl „Automatisch befüllen“ mit nur einem Klick auf die vorhandenen Bildflächen. Bereits verwendete Aufnahmen werden anschließend entsprechend gekennzeichnet und können aus der Übersicht ausgeblendet werden.
Bei unseren acht Hochzeitsfotos funktioniert das gut, allerdings nicht perfekt. Gerade in den ungewöhnlich zugeschnittenen Flächen unserer Herzvorlage sitzen einzelne Motive anschließend nicht optimal. Ganz ohne Handarbeit geht es also nicht.
Die fällt allerdings erfreulich unkompliziert aus. Ein Klick auf ein Foto öffnet die Bearbeitungswerkzeuge und erlaubt unter anderem die Wahl des genauen Ausschnitts. Sehr praktisch finden wir die Möglichkeit, zwei Bilder innerhalb der Collage mit wenigen Klicks gegeneinander auszutauschen. Statt Fotos zu löschen und neu einzusetzen, können wir so schnell ausprobieren, welches Motiv an welcher Position am besten funktioniert.

Automatik mit erstaunlich viel Freiheit
Wer ohne Vorlage arbeitet, freut sich hingegen über die Funktion „Automatisches Layout“: Ist diese aktiviert, fügt MyPoster ein neu hineingezogenes Foto nicht einfach irgendwo auf der Seite ein, sondern passt die vorhandene Anordnung automatisch an und schafft einen passenden Platz. Ist sie deaktiviert, landet das Foto dagegen als frei positionierbares Element auf der bestehenden Gestaltung.
Nun sind automatische Collagen natürlich nichts Neues. Die Kombination aus Automatisierung und gestalterischer Freiheit im MyPoster-Konfigurator gefällt uns aber richtig gut. Er ist übersichtlich, größtenteils selbsterklärend und nimmt uns vor allem einen großen Teil der Fleißarbeit ab, aber nicht die Gestaltung aus der Hand.
Auch die Bearbeitung der einzelnen Fotos geht deutlich über das bloße Verschieben hinaus. Unter „Bild anpassen“ können wir Ausschnitt und Größe verändern, das Foto drehen oder spiegeln sowie Helligkeit, Kontrast, Sättigung oder Farbtemperatur korrigieren. Dazu kommen verschiedene Filter sowie eine praktische Vorher-/Nachher-Ansicht.

Besonders gut gefällt uns die automatische Bildoptimierung. Bei unseren Versuchen hebt sie Details hervor, korrigiert die Lichter und lässt die Fotos insgesamt kräftiger und freundlicher wirken. Ob das Ergebnis gefällt, bleibt natürlich Geschmackssache. Bei unseren weitgehend unbearbeiteten Aufnahmen erzielte die Automatik jedoch sehenswerte Ergebnisse.
Zum Abschluss wollen wir schließlich wissen, wie viel die ganzen Automatiken bei einer wirklich großen Collage bringen, und stellen fest: Wir erhöhen unseren Pool also auf zunächst 122 Fotos. Da nun weit mehr Bilder vorhanden sind, als die bisherige Gestaltung aufnehmen kann, weist uns der Konfigurator darauf hin und ermöglicht direkt den Wechsel zu einem Layout mit entsprechend mehr Bildflächen.
Für unseren Versuch lassen wir schließlich alle 122 Fotos automatisch anordnen – und sind vom Ergebnis tatsächlich überrascht. Nicht nur die Verteilung erfolgt innerhalb kürzester Zeit, auch die automatisch gewählten Ausschnitte wirken bei einem ersten Durchsehen verblüffend brauchbar. Wichtige Bildinhalte werden überwiegend sinnvoll berücksichtigt und die Collage sieht nicht danach aus, als wären die Aufnahmen blind in ein Raster geworfen worden.

Aber da geht noch mehr. Wir laden weitere 35 Fotos hoch und erhöhen den Bilderpool damit auf insgesamt 157 Aufnahmen. Wieder genügt ein Klick auf „Automatisch befüllen“. MyPoster weist erneut darauf hin, dass für die zusätzlichen Fotos ein neues Layout benötigt wird, und bringt anschließend tatsächlich sämtliche 157 Bilder darin unter.
Und falls die automatisch erzeugte Anordnung nicht gefällt, muss man nicht anfangen, Dutzende Fotos von Hand zu verschieben. Über einen kleinen Layout-Button neben der Collage lässt sich mit einem Klick eine alternative Anordnung erzeugen. So können wir uns zunächst verschiedene Kompositionen erstellen lassen, um anschließend nur noch dort selbst Hand anlegen, wo uns die Gestaltung nicht überzeugt. Spätestens hier wird aus den Automatikfunktionen mehr als eine nette Komfortoption. Bei acht Bildern sparen sie ein paar Klicks, bei 157 Bildern potenziell eine Menge Zeit.
Und was soll an die Wand?
Ist die Gestaltung abgeschlossen, folgt die Konfiguration des eigentlichen Produkts. Neben verschiedenen Standardgrößen können auch individuelle Maße eingegeben werden, wobei solche Sonderformate spürbar teurer ausfallen können.

Auch beim Material ist die Auswahl groß. Neben Klassikern wie Poster und Leinwand stehen unter anderem Acrylglas, Alu-Dibond, Gallery-Bond und Forex-Platte sowie hochwertige FineArt-Papiere von Hahnemühle zur Verfügung. Selbst Fototapete, Klebefolie, Backlit-Folie oder PVC-Plane werden angeboten. Je nach Material folgen weitere Auswahlmöglichkeiten für Ausführung, Rahmen oder Befestigung.
Für unsere Collage entscheiden wir uns für Acrylglas im Format 60 × 80 Zentimeter und wählen Eckbohrungen für die spätere Aufhängung. Auf Artbox und Schattenfugenrahmen verzichten wir.
Beinahe hätten wir allerdings ein ziemlich individuelles Hochzeitsgeschenk für zwei völlig unbekannte Menschen bestellt.
Beim Klick auf den Warenkorb meldet sich der Konfigurator nämlich noch einmal zu Wort und fragt, ob wir die vorhandenen Texte wirklich unverändert übernehmen möchten. Erst dadurch fällt uns auf, dass noch immer die Namen „Leah & Lewis“ aus der Vorlage in unserer Collage stehen.

Das ist ein ausgesprochen cleverer Rettungsanker. Gerade bei umfangreicheren Vorlagen kann ein Platzhalter während der Gestaltung leicht übersehen werden. MyPoster erkennt das und gibt unmittelbar vor der Bestellung noch einmal Gelegenheit zur Korrektur.
Anschließend folgen einige Empfehlungen für höherwertige Varianten. Das ist natürlich ein Upsell, wird aber transparent präsentiert und lässt sich problemlos überspringen. Bei uns funktioniert er trotzdem: Wir wechseln auf die angebotene Fineart-Ausführung.
Passend zu unseren Eckbohrungen wird anschließend noch recht hochpreisiges Zubehör für die Montage angeboten. Damit ist die Gestaltung endgültig abgeschlossen und unsere Collage kann auf die Reise gehen.

Bis hierhin hinterlässt der MyPoster Collagen-Konfigurator einen überzeugenden Eindruck. Die enorme Auswahl kann anfangs etwas erschlagen und nicht jede Automatik liefert ohne Nacharbeit das perfekte Ergebnis. Gerade die Kombination aus weitreichender Gestaltungsfreiheit und zeitsparenden Hilfen funktioniert aber sehr gut. Besonders unser Versuch mit einem riesigen Stapel Fotos demonstriert sehr anschaulich, wie viel Arbeit der Editor bei größeren Projekten tatsächlich abnehmen kann.
Ob sich der gute Eindruck auch beim fertigen Produkt fortsetzt, muss sich noch zeigen. Sobald unsere Collage angekommen ist, ergänzen wir den Hands-on um unsere Eindrücke von Druckqualität, Farben, Verarbeitung, Verpackung und Montage. Der Standardversand kostet 9,99 Euro und soll fünf bis sechs Werktage dauern. Für 29,99 Euro wird alternativ eine Expresslieferung angeboten, die bei einer Bestellung vor 11 Uhr bereits am folgenden Tag eintreffen soll. Darauf verzichten wir natürlich und warten geduldig die prognostizierte Woche ab. Wir sind gespannt …
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