Cold Steel legen mit „Discipline & Punish“ ihr Debütalbum hin. Und ja, das Ding trifft wie ein Vorschlaghammer. Die Jungs aus Tampa Bay haben sich in verhältnismäßig kurzer Zeit einen Namen in der Underground-Szene erspielt. Erst mit zwei wütenden EPs, jetzt mit ihrem ersten Longplayer, der zeigt, dass sie nicht gekommen sind, um höflich zu fragen, ob jemand Platz im Mosphit frei hat. Sie reißen sich einfach welchen.
Musikalisch mischen Cold Steel modernen Hardcore mit schnellem Thrash Metal und den bulligen Chops aus dem Metalcore. Das Ergebnis wirkt frisch, kompromisslos und direkt auf die Zwölf. Man hört, dass hier keine Band versucht, Klassiker nachzuspielen. Sie greifen Einflüsse auf, lassen aber keinen Moment zu, nicht ihr ganz eigenes Ding daraus zu machen. Stattdessen regiert pure Angriffslust. Riffs kommen in dichter Folge, Drums treiben konstant nach vorne, Vocals rotzen, schreien und beißen.
Das alles ohne Chaos, sondern mit einer klaren Linie und spürbarem Anspruch an Präzision. Schon der Opener „No Escape“ legt dabei die Regeln fest. Nämlich keine Pausen, keine Schonung, Tempowechsel, die sitzen, und ein Groove, der sofort zupackt. Wer danach noch ruhig steht, hat definitiv den falschen Player gestartet. Gleiches gilt für den Track „Front To Enemy“, der nicht weniger ein Neckbreaker ist. Cold Steel haben genrell ein gutes Gespür dafür, wann ein Riff reicht und wann ein Teil explodieren muss.
Richtig Spaß macht auch „Blacksmith Of Damnation“. Der Song spielt so dermaßen mit Old-School-Thrash-Energie, das einem nur ein breites Grinsen im Gesicht zurückbleibt. Ein weiteres Highlight der Platte ist übrigens auch „Smoking Mirrors“. Ein Track, der zeigt, dass Cold Steel nicht nur auf eine Karte setzen. Hip-Hop-Einschübe, ein geschmeidigerer Flow an manchen Stellen, aber trotzdem genug Wucht, um im Gesamtbild nicht auszubrechen.
Das Debütalbum begeistert allgemein mit dieser Mischung aus jugendlichem Biss und einer gewissen Handwerkstreue, die „Discipline & Punish“ so unglaublich stark machen. Was ebenfalls gefällt ist, wie sich die Band mit Themen auseinandersetzt. Auch wenn hier kein erhobener Zeigefinger und kein philosophisches Seminar abgehalten wird, blitzt immer wieder ein Gedanke an Kontrolle, Druck von außen und den eigenen Willen durch. Die Texte bleiben griffig und direkt, ohne große Metaphern, womit sie auch live bestens funktionieren.
Cold Steel liefern mit „Discipline & Punish“ einen Einstand, der mehr als aufhorchen lässt. Das Debüt klingt wütend, frisch und hungrig, ohne dabei den Fokus zu verlieren. Man merkt sofort, dass hier niemand nur kurz reinschnuppern will. Denn diese Band tritt an, um zu bleiben. Die Mischung aus Thrash Metal, Hardcore und modernem Metalcore macht Laune und zeigt, dass Cold Steel das Zeug haben die Szene mal ordentlich aufzumischen. Wenn sie dieses Level halten oder sogar noch weiter zuspitzen, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis sie im Metal-Kosmos ganz oben mitdiskutiert werden. Ein Start mit Wucht und Perspektive. Beide Daumen ganz steil nach oben!
Tracklist: 01. No Escape // 02. Protocol // 03. Front To Enemy // 04. Blacksmith Of Damnation // 05. Killing Season // 06. Vantage Point // 07. Return To Agony // 08. Fever Dreaming // 09. Smoking Mirrors // 10. The Coldest Death
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