Die österreichische Fast-Food-Marke Swing Kitchen hat Insolvenz angemeldet und zieht sich vollständig vom deutschen Markt zurück. Das ambitionierte Vorhaben, pflanzenbasiertes Fast Food flächendeckend zu etablieren, ist damit vorerst gescheitert. Neben finanziellen Schwierigkeiten nennt das Unternehmen auch äußere Marktbedingungen als Ursache.
Laut dem Alpenländischen Kreditorenverband hat die Schillinger Vegan Holding, Muttergesellschaft der Swing Kitchen, ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Das verfügbare Kapital wird auf rund 4,3 Millionen Euro beziffert. Die Sanierung soll ohne Eigenverwaltung erfolgen, was eine stärkere Kontrolle durch das Gericht und den Insolvenzverwalter bedeutet.
Geschäftsführer Albrecht Eltz sieht das Scheitern der Expansion vor allem im ungünstigen Zeitpunkt begründet. Die Eröffnung neuer Standorte fiel in eine Phase wirtschaftlicher Unsicherheit, die durch steigende Rohstoffpreise und weitere makroökonomische Belastungen geprägt war. Der Druck auf die Gastronomiebranche sei insgesamt hoch gewesen. Man habe unter erschwerten Bedingungen versucht zu wachsen.
Bereits vor dem Insolvenzantrag hatte sich das Unternehmen stillschweigend vom deutschen Markt verabschiedet. Die Filialen in Berlin, München und Leipzig sind geschlossen, eine Rückkehr ist nicht in Sicht. Laut Eltz wäre eine nachhaltige Positionierung in Deutschland mit einem zu hohen finanziellen Risiko verbunden gewesen. Er sprach gegenüber dem österreichischen „Kurier“ von einer „sehr großen Herausforderung“, die man nicht habe stemmen können.
Rund 40 Gläubiger sind von der Insolvenz betroffen. Parallel zur finanziellen Neuordnung plant das Unternehmen eine strategische Neuausrichtung. Geplant ist unter anderem ein modernisiertes Menü, das zukünftig in den verbliebenen Lokalen eingeführt werden soll. Ob Swing Kitchen langfristig Bestand haben wird, bleibt unklar. Derzeit steht das Unternehmen vor der Aufgabe, seine Position in Österreich zu stabilisieren und aus der Insolvenz einen Neuanfang zu gestalten.
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