Die DeutschlandCard hat sich neben Payback zu einem der führenden Bonusprogramme in Deutschland gemausert. Nun aber steht eine umfassende Umstrukturierung an, die wohl damit zusammenhängt, dass Edeka und Netto dem Programm den Rücken kehren.
Seit ihrer Einführung im Jahr 2008 erfreut sich das Programm bei sammelwilligen Kunden zunehmender Beliebtheit. Ähnlich wie bei Payback sammelt man über den Einkauf bei Partnerunternehmen Punkte, die man dann gegen diverse Belohnungen eintauschen kann.
Die für das Prämienprogramm verantwortliche DeutschlandCard GmbH hat nun aber eine strategische Neuausrichtung angekündigt, die sich erheblich von ihrem bisherigen Multipartnerbonusprogramm unterscheidet. Laut einer Pressemitteilung wird die Plattform zu einer „Commerce Media Plattform für modernes Marketing“ umgestaltet, die stärker als bisher das Bindeglied zwischen Industrie und Verbrauchern darstellen soll.
Um die neuen Funktionen zu nutzen, werden Kunden ermutigt, ihre Kassenbons über die DeutschlandCard-App zu scannen und hochzuladen. Jeder hierbei akzeptierte Bon führt zur Gutschrift von Punkten.
Hersteller und Marken erhalten im Gegenzug direktere Einblicke in das Kaufverhalten der Kunden. Dies dient im nächsten Schritt dem Zweck, mittels der gewonnenen Daten kundenorientierte Angebote und Marketingkampagnen zu entwickeln, die direkt an die Konsumenten gerichtet sind, ohne dabei den Umweg über den Einzelhandel gehen zu müssen.
Auf lange Sicht soll dabei eine „umfangreiche, händlerübergreifende Präferenzdatenbank“ entstehen, die sich durch das Nutzungs- und Kaufverhalten der mehr als zehn Millionen DeutschlandCard-Teilnehmer kontinuierlich erweitert und Produktvorlieben, E-Commerce-Affinitäten und Einkaufspräferenzen dokumentiert.
Darüber hinaus erweitert die DeutschlandCard auch ihre Angebotsvielfalt: In der App und im Browser können Nutzer aktuelle Angebote durchsuchen und eine Produktsuche mit Preisvergleichen verschiedener Online-Shops nutzen. Wer digitale Prospekte durchstöbert sammelt Punkte. Gleiches gilt beim Tanken an Esso- und ehemaligen OMV-Tankstellen. Zudem können Punkte durch das Herunterladen und Spielen bestimmter App-Games angehäuft werden.
Trotz der umfangreichen Neuerungen wird das altbekannte Modell nicht vollständig ersetzt. Kunden haben weiterhin die Möglichkeit, das traditionelle Bonussystem parallel zum neuen Modell zu nutzen.
Diese Anpassungen folgen auf die Entscheidung des bisher größten Partners Edeka und dessen Tochterunternehmen Netto, die gemeinsam zum 28. Februar 2025 zu Payback wechseln. Eine Entwicklung, welche die DeutschlandCard offenbar dazu veranlasst hat, ihre Strategie grundlegend zu überdenken und neu auszurichten.
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