Nachdem es in Sachen Akkustaubsauger eine Zeit lang en vogue war, die Geräte mit Features zu überfrachten, geht der Trend aktuell wieder zu einem aufs Wesentliche reduzierten Funktionsumfang mit überschaubarer Bedienung. Wer will schon einen dicke Anleitung wälzen, wenn er einfach nur Saugen möchte?

Und so hat nun auch Severin seine neue S-Power Olymp-Serie quasi selbsterklärend gestaltet. Diese kommt mit drei Modellen daher, deren Preise sich durch Motorstärke, Akkulaufzeit und Ausstattung unterscheiden. Überdies wurde lediglich dem Premium-Modell eine smarte Automatik-Funktion spendiert, und genau das haben wir für euch getestet.

Während die beiden Standardmodelle 7178 und 7175 mit 149,99 Euro und 179,99 Euro noch recht nah beieinanderliegen, macht das Pro-Modell mit seinen ausgerufenen 269 Euro einen ordentlichen Satz nach vorne. Dies erklärt sich neben besagter besagter Automatikfunktion nebst LED-Display, durch die äußerst beachtlichen Saugkraft von 30.000 Pascal und natürlich auch dem potenten Akku.

Laut dem Hersteller sind hier bis zu 60 Minuten drin, was für einen Handstick recht lang ist, und tatsächlich auch für einen großen Haushalt ausreichen würde. Allerdings gilt dies nur im dedizierten Eco-Modus, bei dem die Saugkraft entsprechend heruntergefahren wird. Will man dem Schmutz mit voller Power beikommen, bleiben lediglich zwölf Minuten übrig. Diese Zahlen decken sich ziemlich genau mit unseren Testerfahrungen.

Auffällig ist zudem die mit etwa fünf Stunden vergleichsweise lange Ladezeit. Was das betrifft gibt es bei der Konkurrenz inzwischen deutlich kürzere Ladezyklen. Positiv hervorzuheben ist allerdings, dass Severin das Gerät mit einem Wechselakku ausgestattet hat, was die Lebensdauer entsprechend erhöht – die entsprechende Pflicht seitens des Gesetzgebers greift immerhin erst 2027.

Geladen wird über eine Buchse die sich geschützt von einer Gummilasche am Rücken des Akkus befindet. Das hat den großen Vorteil, dass man den Sauger irgendwo abstellen und den Akku auch woanders laden kann. Wir persönlich sind zwar eher Fans von ordentlich verkabelten und stationären Ladestationen, goutieren jedoch die diesbezügliche Flexibilität des Severin-Saugers.

Einen Ersatzakku spendiert Severin zwar nicht, legt dem S-Power Olymp Pro dafür aber das nötige Zubehör für alle Lebenslagen bei. Gut gefällt uns dabei das generelle Farbkonzept in Anthrazit mit schwarze Akzenten. Der 7179 sieht aber nicht nur schick aus, er fühlt sich in Sachen Verarbeitung auch sehr hochwertig an. Zwar wurde wie bei solchen Geräten üblich viel Plastik verbaut – nicht zuletzt auch wegen des Gewichtes – ein kurzer Blick auf das Teleskoprohr sagt jedoch bereits viel über die Wertigkeit aus.

Dies besteht im Falle des Severin-Saugers nämlich aus Aluminium und verfügt über einen haptisch sehr angenehmen Verlängerungsmechianismus mit zehn Arretierungspunkten – wirkt nicht nur edel, sondern fühlt sich auch gut an. Ansonsten finden sich neben der mit Bürstenwalze ausgestatteten Bodendüse für Hartböden und Teppiche noch die üblichen Zubehörverdächtigen: Eine Turbo-Polsterdüse für Polstermöbel, eine 2-in-1-Möbeldüse mit Bürstenaufsatz sowie eine komfortabel lange Fugendüse für enge und schwer zugängliche Bereiche.

Auch eine Wandhalterung liegt den Lieferumfang mit bei, du uns jedoch etwas windig erscheint. Eingehängt wird der Sauger, oder genauer der Akku in eine wenig vertrauenserweckende Plastikklammer. Das Ganze erfüllt zwar seinen Zweck, wirkt jedoch arg billig. Und dass man das Gerät dabei sowohl nach oben als auch nach unten einfach durchschieben kann, mag zwar so gewollt sein, fühlt sich aber schlicht nicht stabil an.

Sehr gut gefällt uns dafür, dass man sämtliches Zubehör auch ohne Adapterstück direkt an den den eigentlichen Sauger anklemmen kann, wodurch das Gerät stets sehr kompakt bleibt. Und auch hier wird die gute Verarbeitungsqualität wieder deutlich, wenn die Teile mit einem satten Klacken einrasten. Zwar haben die Aufsätze ein leichtes Spiel nach links und rechts, das stört jedoch nicht und ist mit Blick auf die Haltbarkeit wohl sogar eher ein Vorteil.

Der Sauger selbst verfügt zwar über einen Pistolengriff, jedoch über keinen Trigger. Gestartet wird über den für den Daumen gut zu erreichenden Powerbutton an der Stirnseite, über dem sich außerdem noch der Knopf für die Modus-Wahl befindet. Derer gibt es beim S-Power Olymp Pro grundsätzlich zwei: Manuell und Automatik.

Schalten wir auf letzteren, entscheidet der Sauger anhand des über Sensoren erfassten Schmutzgrades selbst über die nötige Saugleistung und wechselt je nach Situation dynamisch. Dementsprechend pendelt sich die Akkulaufzeit dabei im mittleren Bereich ein. Gehen wir in den manuellen Modus, stehen uns über eine semgentierter Touchbalken oben am Griff mit Eco, Normale und Power drei Saugstufen zur Verfügung. Der jeweils zuletzt gewählte Modus bleibt gespeichert und wird beim nächsten Start des Gerätes automatisch genutzt.

Den Gerätetorso krönt ein schickes LED-Display, in dem neben der verbleibenden Akkulaufzeit die jeweilige Saugstufe angezeigt und im Automatikmodus sogar die jeweilige Saugkraft über einen Balken in Echtzeit visualisiert wird. Das ist zwar zeitgemäß gedacht, letztlich aber nur ein Gimmick mit beschränkten praktischen Nutzen und damit ein verzichtbarer Preistreiber. Aber gut: dafür ist es ja eben auch das Premium-Modell der Reihe – die kleineren Brüder haben kein Display.

Den Staubbehälter entleert man über die in diesen Segment übliche Klappe an der Unterseite des Saugers. Die verschiedenen Filter lassen sich in mehreren Stufen entnehmen, um sie anschließend unter laufendem Wasser zu reinigen. Gleiches gilt für die Bürstenwalzen in den Düsen, die wohl auch in 100 Jahren noch nicht vor Haarwickeln gefeit sein werden.

Im Betrieb arbeitet es sich mit Blick auf das geringe Gewicht von Gerät und Akku sehr bequem und zügig. Ohne angeklemmtes Zubehör kommen gerade mal 1,5 Kilo auf die Waage, mit Teleskoprohr und Bodenbürste maximal 2,6 kg.

Sehr cool finden wir, dass man den Akku-Staubsauger auch ohne Station oder Halterung einfach überall abstellen kann. Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Die meisten Handsticks muss man bei einer Saugpause oder für den Zubehörwechsel irgendwo abstellen oder ablegen. Den 7179er stellt man hingegen im maximalen 90-Grad-Winkel zur Bodendüse auf und er bleibt stehen ohne umzukippen. „Vertikal parkbar“ nennt der Hersteller das Ganze treffend und hat damit nicht weniger als unser neues Lieblingsfeature in petto – bitte zum Standard machen!

Grundsätzlich ist der S-Power Olymp Pro sehr leichtgängig und flexibel, und lässt sich auch gut in winkeligen Bereichen führen. Die Kantenreinigung ist zufriedenstellend und deckt nahezu die komplette Breite der Bodendüse ab. Dank der Gelenke hebt diese außerdem nicht einmal dann ab, wenn man den Sauger flach auf den Boden legt, wodurch es sich auch unter Möbeln gut saugen lässt. Hier offenbaren dann auch die vier frontseitig verbauten LED-Leuchten jeden liegengeblieben Krümel, die eingefärbten LEDs der hochpreisigen Konkurrenz ist diesbezüglich jedoch deutlich effektiver.

Der Severin Sauger geht mit einer maximalen Kraft von 30.000 Pascal zu Werke. Zur besseren Einordnung: Werte über 25.000 Pa gelten für Akkusauger bereits als sehr kräftig. Bei 30.000 Pa kann man von einem Gerät in der Oberklasse sprechen, das auch Teppiche ordentlich ausklopfen und tieferliegenden Staub herausziehen sollte – allerdings immer abhängig von Düsengeometrie, Luftstromführung und Bürstenantrieb.

Bevor wir uns also in technischen Details verlieren, fassen wir der Einfachheit halber zusammen, dass der Power-Modus des Severin S-Power Olymp Pro HV 7179 tatsächlich alle Ehre macht und auch grobem Schmutz effektiv beikommt, den Akku dafür aber auch ordentlich ins Schwitzen bringt. Am besten treibt man das Gerät von daher gezielt zum Absaugen von Teppichen an die Spitze. Nicht zuletzt auch, da sich gezeigt hat, dass das Gerät im Eco-Modus auf hochflorigen Teppichen zu Aussetzern neigt, und sich dann kurzerhand selbst abschaltet.

Für Hartböden tun’s die Akkusparenden niedrigeren Stufen, wobei wir den schwachbrüstigen Eco-Modus nur für wortwörtlich leichte Jobs empfehlen würden. Wird der Schmutz etwas gröber, verbleibt dieser ansonsten in der Bürste oder im Rohr und purzelt nach dem Abschalten wieder heraus. Dafür ist der Handstick hier mit etwa 70 dB am leisesten, während es im Powermodus auf 80 dB hochgeht – aber auch das sind für Staubsauger normale Werte.

Wer sich gar keine Gedanken machen möchte, bleibt im Normal- oder am besten im Automatikmodus, der nach unserem Empfinden zwar mit einem kleinen Zeitversatz reagiert, ansonsten aber verlässlich seinen Job macht und einen guten Kompromiss in Sachen Akku-Laufzeit darstellt.

Fazit:

Der Severin S-Power Olymp Pro HV 7179 erweist sich als kraftvoller und vielseitiger Handstaubsauger, der insbesondere durch seine hohe Saugkraft von beachtlichen 30.000 Pascal und das durchdachte Handling in allen relevanten Einsatzbereichen überzeugt. Der Automatikmodus und das LED-Display bieten zusätzliche Funktionalität, ohne die Bedienung unnötig zu verkomplizieren.

Zwar ist die Ladezeit vergleichsweise hoch, dafür ist die Akkulaufzeit mit maximal 60 Minuten für diese Preisklasse mehr als solide und kann durchaus mit deutlich teureren Modellen konkurrieren. Wechselakku, kompaktes Zubehör und die Möglichkeit, das Gerät jederzeit vertikal abstellen zu können, erhöhen die Nutzbarkeit im Alltag zusätzlich.

Insgesamt bietet das Premium-Modell der S-Power Olymp-Serie ein hohes Leistungsniveau für den vergleichsweise moderaten Preis und gefällt darüber hinaus mit guter Verarbeitung und hoher Benutzerfreundlichkeit.

Der Severin S-Power Olymp Pro HV 7179 ist für 269,00 Euro auf der Webseite des Herstellers und im Fachhandel erhältlich.