Denkt man an Elektrorasierer, hat man direkt einen dieser klobigen Apparate vor Augen, die weder elegant noch sonderlich reisefreundlich daherkommen. Dass es aber auch ganz anders geht, möchte Laifen mit dem neuen P3 beweisen. Der kompakte Folienrasierer passt mit seinem ungewöhnlichen Design auf eine Handfläche und will bei der Rasur dennoch keine großen Kompromisse machen.

Die Frage ist also: Wie viel Platz und Sportwagen-Chic brauchen drei Schneidelemente, zwei Linearmotoren und ein Akku für bis zu 100 Minuten Laufzeit? Wir wollten es wissen und haben dafür Bärte geopfert.

Ungewöhnlich kompakt

Rein optisch stellt sich der Laifen P3 selbstbewusst in eine andere Ringecke als die meisten klassischen Elektrorasierer. Statt eines langen Griffs setzt der Hersteller auf ein ausgesprochen kompaktes Gehäuse von gerade einmal rund 6 × 7 × 3,5 Zentimetern. Das quaderförmige Gerät erinnert mit seinen abgerundeten Ecken ein wenig an ein Ladecase für Earbuds und passt problemlos in eine Faust. Im Kulturbeutel braucht der Rasierer daher kaum Platz und ist damit ideal für Reisen auch mit leichtem Gepäck.

Neu ist dieser Ansatz im Hause Laifen allerdings nicht, positioniert sich der neue P3 doch als günstigere Alternative zum schon länger erhältlichen P3 Pro, der bereits 2025 die kompakte Bauform mit dem markanten Sichtfenster etablierte. Der kleinere Bruder übernimmt nun die grundsätzliche Optik und Technik, verzichtet aber auf das aufwendig CNC-gefräste Aluminiumgehäuse.

Stattdessen kommt nun ein glasfaserverstärkter Verbundwerkstoff mit einer keramikähnlichen Monocoat-Oberfläche zum Einsatz. Diese mag etwas weniger Premium-Charme versprühen, fühlt sich aber angenehm weich und griffig an. Generell wirkt die Verarbeitung auch bei diesem Modell sehr hochwertig und stabil. Den Eindruck, einen „Kompromiss“ im Vergleich zum CNC-Gehäuse des Pro eingehen zu müssen, haben wir jedenfalls nicht.

Zumal auch der P3 durch das transparente Fenster an der Vorderseite zum echten Hingucker wird. Ein fraglos unnötiges, aber sehr cooles Designelement, das einen Blick auf Teile der Technik im Inneren gewährt und an den Look eines Sportwagens erinnern soll – gelungen, wie wir finden.

Elegant gibt sich auch der Scherkopf, der mit ausreichend starken Magneten gehalten wird und sich dadurch wie ein Deckel vom Gehäuse abheben lässt. Eine Entriegelung oder andere Mechanik ist nicht notwendig, was sehr gut zum minimalistischen und aufgeräumten Design passt.

Gleiches gilt für den überschaubaren Lieferumfang: Neben dem P3 legt Laifen eine Schutzkappe für den Scherkopf und ein textilummanteltes USB-C-Ladekabel bei. Zahlt man zusätzliche 20 Euro für die Bundle-Version, gibt es außerdem noch ein schickes Reiseetui und eine Antirutschmatte dazu.

Ein Knopf, zwei Motoren, drei Schneidelemente

In Sachen Bedienung konzentriert sich der Laifen P3 auf das Wesentliche und kommt entsprechend mit nur einer Taste zum Ein- und Ausschalten aus. Verschiedene Leistungsstufen oder Rasierprogramme gibt es hier nicht, was wir ausdrücklich nicht für einen Nachteil halten. Einschalten, rasieren, ausschalten – mehr braucht es im Alltag oder auf Reisen schließlich nicht.

Lediglich eine Reisesperre gibt es noch, die verhindert, dass das Gerät in der Tasche versehentlich aktiviert wird. Dazu halten wir die Taste ein paar Sekunden gedrückt, woraufhin ein von drei dezenten Pieptönen begleitetes Flugzeugsymbol unter dem Sichtfenster aufleuchtet. Erneutes Gedrückthalten gibt den Rasierer wieder frei.

Technisch setzt Laifen auf ein Drei-Klingen-System. Zwei Scherfolien sind für die möglichst hautnahe Rasur zuständig, während das mittlere Schneidelement längere und flach anliegende Haare erfassen und vorkürzen soll. Eine besondere Rasiertechnik verlangt das System nicht: Alle drei Elemente arbeiten beim normalen Zug über die Haut gleichzeitig und sind jeweils federnd gelagert, um sich den Konturen des Gesichts anzupassen.

Dazu noch ein paar Details: Die sogenannte ArcBlade-Konstruktion arbeitet mit einem Winkel von 146,2 Grad. Laifen verspricht dadurch eine größere Abdeckung und einen besseren Kontakt zur Haut. Die nickelarme Edelstahlfolie misst laut Hersteller 0,055 Millimeter und soll sich auch für empfindliche Haut eignen. Unter den Klingen sitzen schließlich die beiden Linearmotoren, die mit ihren jeweils 12.000 Schneidebewegungen pro Minute gegenläufig arbeiten, um störende Schwingungen möglichst zu reduzieren.

Angenehme Rasur mit guter Gründlichkeit

Und das scheint zu funktionieren, liegt der kleine Rasierer doch überraschend ruhig in der Hand. Trotz der hohen Motorgeschwindigkeit spürt man kaum mehr als ein sanftes Vibrieren. Mit etwas unter 70 dB bewegt sich der P3 dabei auf dem Niveau ausgewachsener Elektrorasierer.

Wenn man derartige Geräte gewohnt ist, stört das natürlich nicht, allerdings muss man beim eigentlichen Rasieren schon etwas umdenken. Das Design des Laifen sieht keinen klassischen Griff vor, weshalb man das Gerät eher wie eine Bartbürste über das Gesicht führt. Das ist zunächst ungewohnt, fühlt sich aber sehr direkt an und erlaubt eine entsprechend gute Kontrolle, wenngleich es mit nassen Fingern etwas rutschig werden kann.

Der Scherkopf gleitet angenehm kühl und weich über die Haut. Bei den kurzen Barthaaren eines Drei- oder auch Viertagebartes bleibt unangenehmes Ziepen komplett aus. Am leichtesten hat es der P3 erwartungsgemäß auf den Wangen. Hier reichen bereits wenige Züge, um kurze Stoppeln sauber zu erwischen.

Speziell an den kritischen Stellen im Kieferbereich und am Halsübergang ist es allerdings notwendig, mehrfach und aus unterschiedlichen Richtungen über dieselbe Stelle zu fahren, tut sich der starre Scherkopf hier doch schwerer als auf den Wangen. Da man förmlich spürt, wie die federnd gelagerten Elemente des Scherkopfes mitarbeiten, um sich dem Gesicht möglichst effektiv anzupassen, kommt man aber auch hier letztlich gut zurecht.

Viel Druck ist dabei nicht nötig – ein wichtiger Punkt mit Blick auf die Belastung der Haut. Nach der Rasur mit dem P3 hatten wir jedenfalls keine auffälligen Stellen oder Reizungen zu beklagen. Und falls man besonders empfindliche Haut hat, kann man den P3 auch für die Nassrasur und mit Rasierschaum oder -gel verwenden. Der Scherkopf gleitet dann noch sanfter über die Haut, während sich insbesondere kräftigere Stoppeln gut bearbeiten lassen.

Nun kommt der Laifen P3 dank des mittleren Schneidelements zwar auch mit längeren Haaren zurecht, das Gerät ist aber vor allem für die tägliche oder zumindest regelmäßige Glattrasur und nicht für einen ausgewachsenen Bart gedacht. Wer also mehrere Zentimeter entfernen möchte, sollte zunächst mit einem entsprechenden Gerät vorarbeiten. Als Präzisionstrimmer zum gezielten Ausarbeiten von Konturen eignet sich das mittlere Schneidelement ebenfalls nicht.

Ausdauernd und schnell gereinigt

Nach der Rasur gestaltet sich die Reinigung äußerst unkompliziert. Der P3 ist nach IPX7 gegen Wasser geschützt und kann daher unter fließendem Wasser abgespült werden. Der Scherkopf lässt sich einfach abnehmen, sodass sich auch darunter angesammelte Bartstoppeln schnell entfernen lassen. Einer aufwendigen Reinigungsstation bedarf es daher nicht, was aber auch kaum zum kompakten Konzept des P3 gepasst hätte. Auf Reisen möchte man schließlich möglichst wenig zusätzliches Zubehör einpacken müssen.

In diese Kerbe schlägt auch eine weitere Stärke des P3, der sich mit 100 Minuten Laufzeit pro Akkuladung sehr ausdauernd gibt. Und sollte es dennoch mal knapp werden, liefert das Gerät dank Schnellladefunktion nach nur drei Minuten an der Steckdose wieder Power für sieben Minuten Betrieb. Sehr gut gefällt uns außerdem, dass es dazu keines proprietären Netzteils bedarf – ein USB-C-Kabel reicht vollkommen aus. Angst, wegen eines leeren Akkus nur halb rasiert dazustehen, muss man also kaum haben.

Fazit

Der Laifen P3 gibt sich optisch auffällig, fokussiert sich technisch hingegen auf das Wesentliche – eine interessante Mischung, die sehr gut aufgeht. Der kompakte Rasierer liegt angenehm in der Hand, ist maximal unkompliziert zu bedienen und liefert mit seinen beiden Linearmotoren und dem Drei-Klingen-System eine überzeugende Glattrasur.

Besonders bei kurzen Stoppeln arbeitet der P3 schnell, gründlich und hautschonend. An schwierigeren Stellen rund um Hals und Kiefer braucht es zwar mitunter mehrere Anläufe, insgesamt kann sich das Ergebnis aber absolut sehen lassen. Einen Präzisionstrimmer für die Detailarbeit sucht man hier allerdings vergeblich.

Gut gefallen dafür der magnetische Scherkopf für die einfache Reinigung, die lange Akkulaufzeit mit zeitgemäßer USB-C-Schnellladefunktion und die rundum robuste sowie hochwertige Verarbeitung. Das alles summiert sich zu einem idealen Begleiter für unterwegs, der kompaktes Design mit leistungsstarkem Antrieb vereint und damit erstaunlich viel Rasur auf erstaunlich wenig Raum bietet.

Den Laifen P3 bekommt ihr in der Standardversion für 159,99 Euro im Online-Shop des Herstellers. Im Bundle mit Reiseetui und Antirutschmatte werden 179,99 Euro fällig.