Eine ausgewachsene Kettensäge für ein paar Äste im Garten anzuwerfen, ist ein wenig wie mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Wie gut also, dass es auch kleinere Kaliber wie die GP-PS 18/20 Li BL von Einhell gibt: eine kompakte Akku-Kettensäge, die es mit Ästen von bis zu 15 Zentimetern Durchmesser aufnehmen kann.

Eine Kettensäge für den Rucksack – das klingt zunächst, als würde da etwas nicht zusammenpassen. Wie unser Test allerdings gezeigt hat, sollte man „kompakt“ hier keineswegs mit schwachbrüstig gleichsetzen. Im Gegenteil: Die kleine Astkettensäge arbeitet sich derart mühelos durch Holz, dass man fast schon aufpassen muss, nicht zu leichtsinnig zu werden.

Professional-Modell mit Power X-Change

Die GP-PS 18/20 Li BL gehört zu Einhells Professional-Serie und wird von einem bürstenlosen 18-Volt-Motor angetrieben. Die Energieversorgung übernimmt ein Akku aus dem Power-X-Change-System. Wer also bereits entsprechende Einhell-Werkzeuge besitzt, kann vorhandene Akkus auch für die Astkettensäge verwenden. Ansonsten ist die Maschine gegen einen entsprechenden Aufpreis im Set mit 4,0-Ah-Akku, Ladegerät und einer Ersatzkette erhältlich. Im Standardset stecken hingegen nur das vormontierte Gerät nebst Schwertschutz und ein Einfülltrichter fürs Öl.

Die weiteren technischen Daten in Kürze: Die Maschine ist mit einem 20 Zentimeter langen Schwert ausgestattet, wobei die nutzbare Schnittlänge 15 Zentimeter beträgt. Die Kette besteht aus 32 Treibgliedern und erreicht im Betrieb eine Geschwindigkeit von bis zu 8 m/s. Das Gewicht liegt bei rund 1,4 Kilogramm, reell muss man aber natürlich noch das Gewicht des Öls und des Akkus dazu addieren. Mit einem der neueren, gerade einmal vier Zentimeter flachen Power-X-Change-Akkus (4,0 Ah, 18 V) und vollgetankt bringt die Astkettensäge einsatzbereit 2,1 Kilogramm auf die Waage.

Griffig und handlich

Schon beim Auspacken macht sich das „Professional“ der GP-PS 18/20 Li BL bemerkbar. Die Akku-Astkettensäge wirkt robust, sauber verarbeitet und insgesamt sehr hochwertig. Die gummierten Softgrip-Flächen, die sich über den gesamten Geräterücken erstrecken, fühlen sich angenehm an und bieten deutlich mehr Halt als die einfachen Kunststoffoberflächen günstigerer Werkzeuge. Und gerade bei einer Kettensäge ist eine rutschfeste Oberfläche nicht bloß ein Komfortmerkmal, sondern vor allem ein Sicherheitsaspekt.

Der Hauptgriff passt perfekt in unsere durchschnittlich große Hand und vermittelt bereits ein gutes Gefühl von Kontrolle. Zwar ließe sich die Säge aufgrund ihres geringen Gewichts durchaus auch einhändig nutzen, für eine sichere Benutzung ist der obere Bereich jedoch als zusätzliche Auflagefläche für die zweite Hand vorgesehen und ebenfalls mit Softgrip versehen.

Dabei wird die Hand seitlich aufgelegt, um die Säge zusätzlich zu führen und Druck auszuüben. Ein knapp zwei Zentimeter hoher Holm dient der Hand als Stopper. Das funktioniert soweit auch, ein richtiger Griff zum Festhalten – gegebenenfalls sogar optional zum Aufschrauben – hätte sich aber sicherlich noch besser angefühlt. Das damit verbundene zusätzliche Gewicht hätten wir für das Plus an Kontrolle gerne in Kauf genommen.

Praktisch ist, dass sich der Sicherheitsschalter beidseitig bedienen und die Maschine damit gleichermaßen links- wie rechtshändig führen lässt. Erst wenn dieser zusammen mit dem eigentlichen Abzug betätigt wird, setzt sich die Kette in Bewegung. Beim Arbeiten haben wir uns intuitiv daran gewöhnt, die Einschaltsperre mit dem Zeigefinger der Hand am Hauptgriff zu betätigen. Sinnvoller wäre es aus unserer Sicht gewesen, den Schalter weiter oben zu positionieren, sodass er bequem mit der zweiten Führungshand betätigt werden kann. Das ist in der aktuellen Position zwar möglich, für uns jedoch nur unbequem zu bewerkstelligen.

Wiederum sehr angenehm ist, dass sich die Säge dank ihrer Gehäuseform vernünftig abstellen lässt, wenn man die GP-PS 18/20 zwischen den Schnitten aus der Hand legt.

Werkzeuglose Wartung und automatische Schmierung

Die Akku-Astkettensäge ist so gebaut, dass für die grundlegende Wartung kein zusätzliches Werkzeug benötigt wird. Zum Spannen der Kette lösen wir einfach die entsprechende – praktischerweise mit einem Klappgriff ausgestattete – Schraube um einige Umdrehungen. Das gibt wiederum die darunterliegende Kettenspannschraube frei: Nach rechts drehen erhöht die Spannung, nach links wird die Kette gelockert. Um Kette und Schwert zu Wartungszwecken oder zum Austausch zu entnehmen, drehen wir erstgenannte Schraube vollständig heraus, wodurch sich die Kettenradabdeckung vom Gehäuse löst.

Auf der anderen Seite des Gerätes befindet sich der Deckel für den 70 ml fassenden Öltank. Einen kleinen Einfülltrichter legt Einhell dem Paket freundlicherweise bei. Nun heißt es in der Anleitung zwar, dass eine Füllung im Schnitt für 15 Minuten reicht, in der Praxis gestaltet sich dieser Wert jedoch sehr viel großzügiger. Die Kette läuft schließlich nur während der eigentlichen Schnitte – und die dauern bei diesem Modell meist nur wenige Sekunden. Je nach Beanspruchung sind also durchaus mehrere Stunden oder auch Arbeitstage drin, ohne dass man einen Ölkanister zur Hand haben müsste.

Dennoch sollte man den Füllstand stets im Blick behalten und vor Arbeitsbeginn prüfen. Ablesen lässt sich dieser durch das transparente Gehäuse unterhalb des Tankdeckels, das für unseren Geschmack allerdings gerne noch eine Spur durchsichtiger hätte ausfallen können.

Praxistest: Kleine Säge mit großem Hunger

Akku geladen, Öl eingefüllt, Kettenspannung geprüft, Schutzkleidung angelegt und ab in den Garten, wo sich die kompakten Abmessungen direkt als Vorteil erweisen. In dichtem Geäst oder anderen beengten Bereichen lässt sich die GP-PS 18/20 angenehm manövrieren und gezielt ansetzen. Wo eine ausgewachsene Kettensäge mit langem Schwert schnell sperrig werden kann, kommt man mit der kleinen Einhell noch gut ans Holz

Wir starteten mit einfachen Gartenarbeiten und kürzten wenige Zentimeter dicke Zweige und Äste, als wären sie aus Butter. Die Maschine muss dazu kaum ins Holz gedrückt werden, sondern zieht sich mit erstaunlicher Leichtigkeit hindurch. Als Anwender geben wir in erster Linie nur die Richtung vor. Fast fühlt man sich dabei wie ein Jockey auf einem Pferd.

Um diesen subjektiven Eindruck mit konkreten Werten zu untermauern, haben wir die Säge zusätzlich an trockenem Holz ausprobiert. Einen Ast mit rund acht Zentimetern Durchmesser durchtrennte sie ohne großen Druck unsererseits in etwa acht Sekunden. Anschließend musste ein sieben mal sieben Zentimeter starkes Kantholz herhalten. Hier dauerte der komplette Schnitt lediglich rund fünf Sekunden.

Für den Härtetest wählten wir schließlich einen getrockneten Holzstamm mit rund 15 Zentimetern Durchmesser und reizten damit die vom Hersteller angegebene Schnittlänge vollständig aus. Nach etwas mehr als 20 Sekunden war auch dieser problemlos durchtrennt.

Natürlich sind solche Werte immer von Holzart, Feuchtigkeit, Zustand der Kette und der individuellen Arbeitsweise abhängig. Sie zeigen aber eindrucksvoll, welche Leistungsreserven in der kompakten Akku-Säge stecken.

Eher Pinsel als Sprühdose

Noch bemerkenswerter ist, wie wenig Spektakel sie dabei veranstaltet. Mit knapp 90 dB ist die Säge etwa so laut wie ein Haartrockner, und störende Vibrationen waren während unserer Arbeiten praktisch nicht wahrzunehmen. Die Maschine rupft nicht unangenehm an den Händen und verlangt auch keinen großen Kraftaufwand. Einhells Brushless-Motor schnurrt wie ein Kätzchen. Und trotz der beachtlichen Schnittleistung lässt sich die kleine Kettensäge überraschend feinfühlig kontrollieren.

Bildlich gesprochen ist sie eher Pinsel als Sprühdose. Sie trägt ihre Leistung nicht unkontrolliert auf möglichst großer Fläche auf, sondern folgt sehr genau den Bewegungen des Anwenders. Das geringe Gewicht, die griffigen Flächen und das sanfte Laufgefühl machen das Gerät dadurch sogar für Arbeiten interessant, die weit über den klassischen Rückschnitt eines Strauchs hinausgehen.

Nun wäre der Autor dieser Zeilen dafür denkbar ungeeignet, es kam jedoch der Gedanke auf, ob sich eine derart leicht zu führende Kettensäge nicht beispielsweise auch für bildhauerische Arbeiten an Holz oder Eis nutzen ließe.

Diese Gutmütigkeit hat allerdings auch eine Kehrseite. Die GP-PS 18/20 Li BL lässt sich grundsätzlich tatsächlich mit einer Hand bedienen, was unbedachte Gemüter leichtsinnig werden lassen könnte. Gerade weil sie sich so mühelos durchs Holz arbeitet, kann schnell vergessen werden, dass hier eine kraftvolle Kettensäge mit bis zu 8 m/s Kettengeschwindigkeit arbeitet. Einhell sieht ausdrücklich eine beidhändige Führung vor – und daran sollte man sich auch halten.

Für den Fall der Fälle sind zudem einige Schutzmechanismen vorgesehen. Allen voran die Kettenabdeckung, welche die Hände von oben vor der laufenden Kette schützt. Beim Arbeiten durch das Holz klappt sie nach oben, maximal jedoch bis zum Holm der Handauflage. Außerdem verfügt das Gerät über eine Motorbremse, die dafür sorgt, dass die Kette nach dem Loslassen des Abzugs sofort stoppt und nicht noch weiterläuft.

Wir wollen dennoch ausdrücklich betonen: Vor der ersten Nutzung sollte die Bedienungsanleitung aufmerksam gelesen werden, wobei insbesondere die darin enthaltenen Sicherheitshinweise zu beachten sind. Wer bislang keine Erfahrung mit Kettensägen hat, sollte sich zudem mit dem sicheren Umgang und den notwendigen Schutzmaßnahmen vertraut machen.

Fazit:

Die Einhell GP-PS 18/20 Li BL hat uns im Praxistest vor allem mit ihrer Kombination aus Leistung und Wendigkeit überzeugt. Äste und Zweige durchtrennt sie mit fast schon spielerischer Leichtigkeit und selbst trockenes Holz mit 15 Zentimetern Durchmesser konnten wir problemlos in Scheiben schneiden. Dank ihrer kompakten Abmessungen lässt sie sich zudem in dichtem Geäst noch gut bedienen.

Die Akku-Astkettensäge verlangt dabei kaum Druck, vibriert praktisch nicht und lässt sich ausgesprochen präzise führen. Die griffigen Oberflächen und das geringe Gewicht vermitteln ein hohes Maß an Kontrolle, Kettenschutz und Motorstopp sorgen für zusätzliche Sicherheit. Das Gerät wirkt robust und hochwertig, wobei uns besonders die werkzeuglose Kettenspannung gefällt.

Verbesserungspotenzial sehen wir hauptsächlich bei der Auflage für die zweite Hand. Sie erfüllt fraglos ihren Zweck, ein richtiger Griff oben am Gerät hätte aber noch besseren Halt erlaubt. Zudem ist die Einschaltsperre mit der aufgelegten Hand nur umständlich zu betätigen, was dazu verleiten kann, einhändig zu arbeiten.

Davon abgesehen macht die GP-PS 18/20 Li BL ihre Arbeit beinahe erschreckend mühelos. Nach kurzer Zeit fühlt sie sich eher wie ein präzises Handwerkzeug als wie eine Kettensäge an. Dass in dem kleinen, handlichen Gehäuse ein ausgesprochen leistungsfähiges Schneidwerk arbeitet, sollte man daher nie vergessen.

Die Einhell GP-PS 18/20 Li BL Akku-Astkettensäge ist in der Solo-Variante für 129,95 Euro im Online-Shop des Herstellers erhältlich. Im Kit-Set mit 4,0-Ah-Akku, Ladegerät und Ersatzkette liegt der reguläre Preis bei 240,85 Euro.