Manche Momente brennen sich einfach ins Gedächtnis ein. Die ersten Schritte auf dem Mond 1969. Das letzte Mal, dass Menschen den Mond umrundeten, Apollo 17, 1972. Und jetzt, mehr als fünf Jahrzehnte später, ein neues Kapitel, nämlich die Artemis II Mission. Vier Astronauten, zehn Tage im All, und ein Rekord, der seit den Zeiten von Apollo 13 Bestand hatte – pulverisiert.
Wer die Mission live verfolgt hat, weiß: Das war kein routinemäßiger Raumflug, da wurde Geschichte geschrieben. Revell hat auf diesen Moment reagiert und mit dem Modellbausatz „NASA Artemis Space Launch System (SLS)“ eine Möglichkeit auf den Markt gebracht, diese Mission physisch greifbar zu machen. Kein Poster, kein Screensaver, sondern ein 68 Zentimeter hohes Modell, das sich ins Regal stellt und dort einfach bleibt und zwar für immer.
Revell war so freundlich und hat uns ein Modell des „NASA Artemis Space Launch System (SLS)“ zur Verfügung gestellt, dass wir euch nun gerne vorstellen wollen. Fangen wir mit dem Offensichtlichen an. Der Bausatz kommt in einer ordentlichen, stabilen Schachtel, was bei Modellbausätzen leider keine Selbstverständlichkeit ist. Wer schon mal ein Modell in einer labberigen Pappkiste geordert hat, weiß, wovon die Rede ist.
Drin stecken 79 Teile, überwiegend aus grauem Kunststoff, wobei die einzelnen Spritzlinge recht überschaubar in der Anzahl sind. Die Teile selbst sind dafür aber großzügig dimensioniert. Das macht Sinn, schließlich ist das Vorbild eine der größten Raketen, die jemals gebaut wurden. Der Maßstab ist 1:144, und trotzdem kommt das fertige Modell auf eine stattliche Höhe von rund 68 Zentimetern. Das ist also sicherlich kein Kleinzeug, das in einer Vitrinenecke verschwindet.
Die Oberflächenqualität der Teile ist überzeugend, seidenmatt, sauber entgratet und Details, die dem Modell Tiefe verleihen. Mitgeliefert wird außerdem ein Präsentationsständer, der das Modell nach dem Zusammenbau aufrecht hält. Praktisch, weil ein 68-Zentimeter-Modell ohne vernünftige Basis schnell ins Wanken gerät. Die Bauanleitung besteht derweil aus 26 Schritten, gut bebildert und übersichtlich aufgebaut. Es liegt sogar ein Korrekturblatt bei, das einen Druckfehler in der Teilenummerierung korrigiert.
Die bei diesem Revell-Modell enthaltenen Abziehbilder belegen zwei volle Seiten der Anleitung, was allein schon andeutet, wie viel Beschriftung und Grafik auf der realen SLS zu finden ist. Das Gute ist, dass die Abziehbilder gestochen scharf sind, sauber ausgerichtet und schlicht qualitativ besser sind als bei vergleichbaren Konkurrenzprodukten. Revell liefert hier vollständigere und handhabungsfreundlichere Abziehbilder unter anderem durch vorkolorierte Bereiche, etwa für die charakteristischen orangefarbenen Sektionen der Booster. Das spart Zeit, reduziert Fehlerquellen und das Ergebnis sieht nach dem Aufbringen sauber aus.
Die NASA bezeichnet das Space Launch System gerne als die stärkste Rakete, die je gebaut wurde – und das ist kein Marketingsprech. In ihrer aktuellen Konfiguration erreicht die SLS Block 1 beim Start einen Schub von rund 4.000 Tonnen, was rund 15 Prozent mehr ist als die legendäre Saturn V. Mit 98 Metern Höhe überragt sie die meisten Stadtbauten und trägt das Orion-Raumschiff samt Besatzung direkt auf Mondtransferkurs. Das Revell-Modell bildet all das in 1:144 nach. Vom charakteristischen orangefarbenen Kern über die weißen Booster bis zur Orion-Kapsel an der Spitze. Wer die Rakete einmal live im TV gesehen hat, erkennt die Proportionen sofort.
Die Mission dahinter: Artemis II in der Realität
Um zu verstehen, warum dieses Modell mehr ist als ein Bastelprojekt, lohnt sich ein kurzer Blick auf das, was die echte Artemis-II-Mission bedeutet hat. Am 1. April 2026 starteten vier Astronauten an Bord der Orion-Kapsel, die von der SLS ins All gebracht wurde: Reid Wiseman, Victor Glover und Christina Koch für die USA, sowie der Kanadier Jeremy Hansen. Es war die erste bemannte Mondmission seit Generationen und sie hat geliefert. Die Crew umrundete den Mond, näherte sich ihm auf eine Distanz, die seit Jahrzehnten kein Mensch mehr erreicht hatte, und kehrte am 11. April sicher im Pazifik nieder.
Besonders bemerkenswert war dabei der maximale Abstand zur Erde. Dieser betrug am 5. und 6. April über 406.000 Kilometer. Der bisherige Rekord, aufgestellt von Apollo 13 im Jahr 1970, lag bei etwa 400.000 Kilometern. Diesen Rekord hat Artemis II klar überboten. Nicht nebenbei, sondern als Teil eines durchdachten Missionsprofils, das auch technische Daten für zukünftige Mondlandungen liefern sollte.
Das Artemis-Programm ist nämlich kein Selbstzweck. Es ist der erste Baustein einer langfristigen Strategie, die von Mondlandungen über permanente Mondstationen bis hin zu bemannten Marsmissionen reicht. Artemis II war der Beweis, dass das System funktioniert. Artemis III soll Menschen zurück auf die Mondoberfläche bringen – zum ersten Mal seit Apollo 17.
Ein Modell für Einsteiger & Fortgeschrittene
Modellbausätze gibt es viele. Aber nur wenige kommen zu einem Zeitpunkt auf den Markt, zu dem das Original gerade Geschichte schreibt. So ist es nicht nur ein sorgfältig gefertigtes Modell mit guter Passgenauigkeit, überzeugenden Abziehbildern und einer stattlichen Präsenz – es ist auch ein Stück Zeitgeschichte. Der Schwierigkeitsgrad liegt bei 3 von 5, was bedeutet, der Bau ist nicht trivial, aber auch keine Geduldsprobe für Fortgeschrittene. Wer schon ein oder zwei Modelle gebaut hat, wird sich schnell zurechtfinden. Einsteiger mit Interesse am Thema können ebenfalls bedenkenlos einsteigen. Mit einem Preis von 44,99 Euro bewegt sich der Bausatz zudem in einem vernünftigen Segment. Für Sammler ist das Modell jedenfalls schlicht ein Muss.
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