Der Name Mario ist im Videospielsektor eine Art Gütesiegel. Das hat Nintendo mit Super Mario Bros. Wonder erst kürzlich mal wieder eindrucksvoll bewiesen. Neben seinen großen Jump 'n' Run Auftritten in 3- und in 2D gibt es aber auch immer wieder Spiele mit dem berühmten Klempner, die etwas aus der Art schlagen. So kommt die Bagage gerne auch in diversen Sportspielen zusammen und konnte zu 16-Bit-Zeiten sogar im RPG-Genre brillieren, was Nintendo der Spielerschaft jüngst mit einem gelungenen Switch-Remake erneut ins Gedächtnis rief.
Auf dem Game Boy Advance wagte Nintendos Maskottchen mit Mario vs. Donkey Kong anno 2004 zudem einen Ausflug in das Genre der Knobelpuzzler und auch diesem Spiel wurde nun ein Comeback auf der Switch zuteil. Dabei begnügte man sich aber nicht damit, die Grafik auf den neusten Stand der Zeit zu bringen, mit an Bord sind auch gleich zwei komplett neue Welten, ein Koop-Modus für zwei Spieler und der sogenannte Entspannt-Modus als leichterer Schwierigkeitsgrad.
Mario vs. Donkey Kong ist gleich in mehrerer Hinsicht ein Blick in Marios Vergangenheit. Nicht nur, weil wir es hier wie gesagt mit einem Remake eines GBA-Klassikers zu tun haben, sondern auch weil sich das Spielprinzip an den Wurzeln der Videospielikone orientiert, als diese noch nicht einmal einen Namen hatte.

Im Prinzip Interpretiert das Spiel nämlich die Arcade-Wurzeln von Nintendo, als Mario noch als Jump Man in Donkey Kong gegen den namensgebenden Gorilla antrat. Galt es seinerzeit noch eine Prinzessin zu retten, ist die Fehde diesmal jedoch etwas verspielterer Natur.
Als ein gelangweilter Donkey Kong im Fernsehen nämlich erfährt, dass es neue Mario-Spielzeuge gibt, ist ihm sofort klar: Die muss er unbedingt haben. Dummerweise haben das auch viele andere vor ihm gedacht, weshalb die putzigen Mini-Marios auch bereits überall ausverkauft sind. Von Natur aus mit nur wenig Frusttoleranz gesegnet stürmt der Affe daraufhin die Spielzeug-Fabrik, sackt die Puppen ein und macht sich aus dem Staub.
Nun ist es an uns, in der Rolle von Mario dem Gorilla nachzusetzen und die Spielzeuge wieder einzusammeln, die der Dieb auf seiner Flucht durch nunmehr acht thematisch unterschiedliche Welten verliert. Beginnend in der Spielzeugfabrik, geht es durch einen Dschungel, die obligatorische Lavawelt, eine Gruselvilla oder auch durch eine finstere Stadt.

Jede Welt kommt jeweils mit sechs normalen und zwei Zusatz-Leveln daher, zu denen auch ein Bossfight gehört. Nach dem Abschluss des Spiels, schaltet man zudem den Welt+-Modus frei, wo pro Set je sechs weitere Level plus Bosskampf zugänglich werden. Je nachdem, wie gut wir spielen, bekommen wir außerdem Zugang zu insgesamt 16 Profi-Herausforderungen, und wer danach immer noch nicht genug hat, der versucht sich im Bestzeit-Modus.
Summa summarum bringt es das Remake von Mario vs. Donkey Kong auf insgesamt über 130 Herausforderungen. Das mag auf dem Papier nun recht viel klingen, in der Praxis ist selbst das allerdings eine recht überschaubare Angelegenheit. Das liegt in der GBA-Natur des Titels begründet, auf dem Spiele ganz bewusst für die schnelle Runde zwischendurch konzipiert worden waren.
Dies hat sich auch in der Neuauflage nicht geändert, in welcher ihr nach rund acht bis zehn Stunden alles gesehen haben dürftet – nicht zuletzt auch, weil das Spiel an sich recht einfach ausgefallen ist und nur wenige Kopfnüsse bietet.

Im anfänglichen Hauptspiel gilt es pro Level zunächst, einen Schlüssel zu einer verschlossenen Tür zu bringen. Ist diese geöffnet, gelangen wir in den nächsten Bereich, wo einer der Spielzeug-Marios darauf wartet, von uns eingesammelt zu werden. Der Weg zu Schlüssel und Puppe gestaltet sich dabei stets als eine Art Knobel-Parkour, der mit Marios athletischen Talenten alleine nicht bewältig werden kann.
Um Fallen oder Abgründe zu überwinden, müssen wir immer wieder mit farblich passenden Schaltern Blöcke erscheinen oder verschwinden lassen, im richtigen Moment Luftströmungen aktivieren, tödliche Laserstrahlen blockieren oder die Richtung von Förderbändern ändern. Auch Gegner wandern in den meist nur wenige Bildschirme großen Arealen umher, die wir nach einem Sprung auf dem Kopf wie einst in Super Mario Bros. 2 aufheben und als wandelnde Plattformen zweckentfremden können, um dergestalt etwa Stachelfallen zu passieren.

Ist der Weg erst einmal klar, muss dieser aber noch bewältig werden. Feuerblumen oder Power-Pilze gibt es hier nicht, sehr wohl aber eine begrenzte Anzahl an Leben und sogar noch ein Zeitlimit. Schützen kann sich Mario lediglich vor herabfallenden Gegenständen, indem er einen Handstand vollführt. Praktischerweise kann er aus dieser Haltung heraus zudem noch einen höheren Sprung vollführen und auch ein Extrasalto ist drin.
Ansonsten beherrscht der Klempner lediglich noch putzig animierte Kletterkünste und darf in einigen Leveln einen Hammer aufheben, um damit eine Zeit lang wild um sich zu schlagen und so die insgesamt eher spärlich bestückten Reihen der Feinde zu lichten.
Nun ist der Schlüssel meist rasch erreicht, doch dieser will ja auch noch zur Tür transportiert werden, was meist die kompliziertere Angelegenheit darstellt, da Mario mit dem Türöffner im Gepäck größer ist als ohne und auch keine Leitern mehr erklimmen kann. Zwar kann man das gute Stück werfen, heben wir es im Laufe der nächsten zwölf Sekunden jedoch nicht wieder auf, spawnt der Schlüssel zurück an seinen Ursprungsort.
Insofern sind die darauffolgenden Level, in denen wir lediglich die Spielzeugpuppen finden müssen, etwas weniger vertrackt. Allerdings wollen auch noch drei optionale Geschenke auf dem Weg aufgesammelt werden, so man denn eine Sterne-Wertung anstrebt, ohne die wir später keinen Zugriff auf die Profilevel erhalten.
Haben wir in den jeweiligen Welten sechs Mini-Marios eingesackt, müssen wir diese nach Lemmings-Manier in den MM-Leveln dann auch noch zu einer Spielzeugkiste lotsen. Dabei folgen die kleinen Burschen stumpf unserer Laufrichtung, und das auch, wenn wir uns eine Ebene unter oder über ihnen befinden. Selbst können die putzigen Kerlchen lediglich kleine Sprünge vollführen und sind bei Feind- oder Fallenkontakt direkt verloren.

Alle sechs heil ins Ziel zu bringen ist aber nicht nur für die Sterne-Wertung wichtig, sondern auch für den abschließenden Kampf gegen Donkey Kong. Jeder gerettete Spielzeug-Mario gibt uns nämlich einen Trefferpunkt mehr, so dass wir mit maximal sechs Lebenspunkten gegen den Affen antreten, der seinerseits nur vier Treffer verträgt.
Die Kämpfe finden in immer anderen Arenen statt, gestaltet sich meist aber ähnlich: Donkey wirft mit Fässern, Bomben oder lässt es Steine oder Gegner regnen, wir weichen aus und schnappen uns Wurfgegenstände, um dem Gorilla diese an den Latz zu knallen, bis er endlich klein beigibt.
Ihr seht schon: Auch wenn Mario nur über ein begrenztes Move-Repertoire verfügt, ist der Jump 'n' Run-Anteil in Mario vs. Donkey Kong dann doch recht hoch. Umso ärgerlicher ist es, dass sich dieser nicht so präzise anfühlt, wie wir es sonst von dem Klempner gewohnt sind.

Nicht nur bewegt dieser sich ungewohnt träge, auch sind wir im Zuge unserer Testsession bei dem Versuch, Gegnern auf den Kopf zu springen, so einige Tode gestorben, die sich unfair anfühlten. Hat man die programmierte Hitbox erst einmal verinnerlich, wird man zwar vorsichtiger, aber die in Jahrzehnten geschulten Mario-Springkünste sind nun einmal fest im Muskelgedächtnis verankert.
Wer nach seinem Ableben das Level nicht wieder von vorne beginnen möchte, der kann jederzeit in den Entspannt-Modus wechseln. Hier haben wir fünf Gegentreffer gut und können zudem Zwischenspeicherpunkte aktivieren, um Levelfortschritte zu saven. Auch ist der Timer hier deaktiviert, den es unserer Meinung nach generell nicht bedurft hätte. Abgesehen von der gesenkten Herausforderung hat man als Spieler übrigens keinerlei Nachteile, wenn man im leichteren Modus spielt: Auch hier können Sterne-Wertungen gesammelt werden.

Jederzeit zuschaltbar ist ferner der Koop-Modus. Hier übernimmt ein zweiter Spieler – lediglich lokal – die Kontrolle über einen Toad. Praktischerweise fungiert man dabei als mobile Plattform, um mit Mario ganz bequem höhere Ebenen zu erreichen, dafür wollen in diesem Modus aber auch zwei Schlüssel gefunden werden, von denen einer durch das Level flattert, während der andere sich an gewohnter Stelle befindet.
In den Plus-Welten wiederum wird der Schlüssel zum Ausgang von einem Mini-Mario transportiert, den wir – wie seine sechs Kollegen in den Anfangswelten zuvor – zum Ziel lotsen müssen. Deshalb kommen wir nach den Knobel-Leveln auch direkt mit sechs Mini-Marios im Gepäck zum Endboss, ohne zuvor noch eine Tour zur Spielzeugkiste absolvieren zu müssen.
Während das Spiel in Sachen Gameplay seine dann doch etwas angestaubten GBA-Wurzeln nur schwer leugnen kann, gibt sich Mario vs. Donkey Kong im zeitgemäßen Switch-Chick und gefällt mit feinen Animationen, detaillierten Figuren und dem typischen Nintendo-Wohlfühl-Ambiente. Dazu lädt der jazzig-groovige Soundtrack zum Mitsummen ein und anstelle von Standbildern gibt es nun animierte Zwischensequenzen.

Mario vs. Donkey Kong präsentiert sich in seiner Switch-Neuauflage als technisch polierter Knobel-Hüpfer, der damals wie heute ideal für die berühmte Runde zwischendurch ist, und dabei auch gleich noch zwei neue Welten sowie eine Reihe neuer Spielmodi im Gepäck hat – darunter auch einen jederzeit zuschaltbaren lokalen Koop-Modus und einen leichteren Schwierigkeitsgrad.
Fraglos ist die Switch-Version dem Original damit in jeder Hinsicht überlegen, doch selbst mit dem erweiterten Umfang gelingt es dem Titel nicht, die angestaubte GBA-Vergangenheit abzuschütteln. Die Gameplay-Mechaniken bleiben bis zum Schluss überschaubar, die Rätsel gestalten sich für versierte Spieler als zu leicht und dem Geschicklichkeitsaspekt fehlt es ein wenig an der sonst so Mario-typischen Präzision.
Für jüngere Zocker oder gesellige Familienspieleabende ist Mario vs. Donkey Kong aufgrund seiner klugen Grundprämisse und dem Häppchenprinzip allerdings ideal geeignet. Wenn ihr eurem Nachwuchs mit einem neuen Game für die Switch also eine Freude machen wollt, ist das Spiel auch in pädagogischer Hinsicht eine absolute Kaufempfehlung – wenn uns der Preis mit Blick auf den Umfang auch als etwas hoch erscheint.
Mario vs. Donkey Kong ist für Nintendo Switch erhältlich.
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