Endlich sind die Tore zur mittlerweile fünften Erweiterung zum gefeierten MMORPG „Final Fantasy XIV“ geöffnet. Mit „Final Fantasy XIV: Dawntrail“ bringt Square Enix frischen Wind in die Welt von Eorzea mit reichlich neuen Geschichten und etlichen Neuerungen sowie Verbesserungen. Allerdings sind die Erwartungen immens hoch, schließlich legten die beiden vorangegangenen Erweiterungen „Shadowbringers“ und „Endwalker“ die Messlatte schier gigantisch hoch.
Wobei sich „Final Fantasy XIV: Dawntrail“ eigentlich auch als Neustart sieht, schließlich geht es auf zu neuen Ufern und lässt das düstere Szenario um den drohenden Weltuntergang zurück. Somit beginnt für alle Spielerinnen und Spieler ein erfrischend neues Abenteuer. In eben dieses haben wir uns gestützt und verraten euch, ob „Dawntrail“ „Final Fantasy XIV“ um ein tolles neues Kapitel erweitern kann.
„Final Fantasy XIV: Dawntrail“ konzentriert sich auf die Abenteuer der neuen Heldin Wuk Lamat, die als Adoptivkind des Regenten von Yok Tural aufwächst. Ihr Abenteuer nimmt in der lebendigen und harmonischen Hauptstadt Tuliyoallal seinen Anfang, wo sie unter der Obhut ihres Adoptivvaters großgezogen wurde. Dieser plant nun, seine Krone weiterzureichen. Seine drei Kinder und der Sieger eines Turniers treten in einen Wettbewerb um seine Nachfolge an.
Sie müssen dafür sieben Prüfungen bestehen, um ihre Eignung zu beweisen und am Ende die sagenumwobene „Goldene Stadt“ finden. Dies führt uns durch verschiedene Regionen und Kulturen von Yok Tural. Die familiäre Rivalität ist dabei übrigens spürbar, trägt aber nicht die bedrohliche Schwere früherer Erweiterungen. Dafür sind aber die Herausforderungen, denen sich Wuk Lamat und andere Anwärter auf den Thron stellen müssen, gut durchdacht und speziell auf die verschiedenen Völker abgestimmt.

Und obwohl der Start der Geschichte zunächst harmonisch erscheint, treten bald Spannungen auf. Wuk Lamat wird dabei die Bedeutung von Freundschaft und Teamgeist nicht nur theoretisch verstehen, sondern praktisch erleben müssen. Gemeinsam mit bekannten Charakteren wie Alphinaud, Alisaie und Krile erkunden wir dabei Wuk Lamats Heimat. In „Dawntrail“ erleben wir dabei allerdings die Geschichte eher aus der Sicht eines Mentors, der Wuk Lamat auf ihrem Weg begleitet.
Zumindest am Anfang der Kampagne stehen wir nicht wirklich mehr als Heldin im Mittelpunkt des Geschehens. Ähnlich also wie in weiten Teilen der Erweiterung „Stormblood“, in der der Fokus auf der NPC-Figur Lyse und ihrer Geschichte lag. Während die Kampagne recht gediegen beginnt, nimmt sie später im Spiel einiges an Fahrt auf mit überraschenden Wendungen. Aber da wir nicht Spoilern wollen, lassen wir es an dieser Stelle dabei. Für die neue Kampagne könnt ihr übrigens rund 40 Spielstunden einplanen.
„Final Fantasy XIV: Dawntrail“ kommt neben der neuen Hauptstory natürlich mit frischen Features daher. So darf man sich unter anderem auf neue Job-Quests, Schatzkarten Nebenquests, Jagden und FATEs freuen. Dabei sind aber besonders die zwei neu eingeführten Jobs hervorzuheben: der Pictomancer und der Viper. Beide starten zehn Level unter der vorherigen Maximalstufe und ermöglichen es, zügig die neue Höchststufe von 100 zu erreichen.
Um diese neuen Jobs freizuschalten, ist es erforderlich, bereits einen anderen Job auf mindestens Stufe 80 gebracht zu haben. Der Viper zeichnet sich durch seine Fähigkeit aus, mit zwei Klingen zu kämpfen, die er zu einer Doppelklinge kombinieren kann, um sich durch Gegner zu schneiden. Dieser Job bringt eine dynamische neue Spielweise ins Spiel, obwohl er anfänglich etwas anspruchsvoll sein könnte.
Der Pictomancer hingegen, ein Magier, der mit Farben statt traditionellen Zaubern kämpft, bringt eine herrlich erfrischende neue Komponente ins Spiel, die gewaltig Spielspaß mitbringt. Zusätzlich zu den neuen Jobs gibt es auch für die bestehenden Klassen neue Fähigkeiten und Anpassungen, die das Gameplay noch mal um einiges schnittiger machen. Und nicht zu vergessen, der Blaumagier hat ein merkliches Update bekommen. Eine weitere bedeutende Neuerung ist derweil die Einführung der weiblichen Hrothgar als neue spielbare Rasse.
Natürlich bietet euch „Final Fantasy XIV: Dawntrail“ noch viele weitere Aktivitäten. Ganz davon ab, dass es reichlich neue Ausrüstung, Waffen und neue Mode gibt es zudem neue Pets und Mounts wie beispielsweise stilvolle Cyberpunk-Motorräder und neue Einrichtungsgegenstände für das eigene Haus. Wer es ruhiger angehen lassen möchte, kann sich auf die Entdeckung neuer Inseln und das Sammeln von Materialien konzentrieren, um seine Handwerksfertigkeiten zu verbessern.

Außerdem stehen neue Gewölbe sowie neue Gebiete wie Tuliyollal, Kozama'uka, Yok Tural, Urgopacha, Yak T'el, Solution 9 und Heritage Found bereit, die es zu erkunden gilt. Für Spielerinnen und Spieler, die Herausforderungen lieben, führt „Dawntrail“ einen neuen Raid für acht Spieler namens Das Arkadion ein, sowie den Allianz-Raid Echos aus Vana‘diel. Weitere Neuerungen umfassen neue Feldexkursionen, eine „Kosmische Erkundung“ für das Inselparadies, neue Stammesvölker wie die Pelupelu und Moblins, ein PvP-Update und eine neue Frontline-Karte.
Ach ja, und ganz wichtig für alle „Glam“-Fans, Kleidung hat nun einen zweiten Farb-Slot erhalten. Wie ihr seht, auch neben der Hauptstory bietet auch diese Erweiterung genügend Aktivitäten, um sich vollends im Spiel auszutoben. Wobei, eine weitere Neuerung wollen wir euch nicht vorenthalten. Denn dieses ist wahrlich ein echtes Highlight. Das Game hat nämlich ein Grafik-Update bekommen.

Die Verbesserungen umfassen unter anderem die Grafik selbst, die Beleuchtung, die Texturqualität und die Darstellung der Schatten. Auch die Optik der Charaktere und Spielumgebungen wurde erfolgreich überarbeitet. „Final Fantasy XIV: Dawntrail“ macht in seiner Gesamtheit vieles richtig. Wenn es einige Ecke und Kanten gibt, dann sind sie tatsächlich rund um die neue Hauptstory zu finden. Diese wirkt nämlich etwas künstlich aufgezogen und erreicht nicht die emotionale Tiefe, die man sonst von der „Final Fantasy XIV“-Reihe gewohnt ist.
Wahrscheinlich liegt das auch einfach in der Natur der Sache, wenn man in diesem so großartigen Spiel ein neues Kapitel beginnen will. Dennoch hätte die Geschichte von mehr Charaktertiefe profitiert, auch was unsere Begleitcharaktere betrifft. Wuk Lamat zum Beispiel wird als typische Heldin dargestellt, doch fehlt es ihr an sympathischen Schwächen, die eine tiefere emotionale Bindung aufbauen könnte.
Hierbei hätte es womöglich geholfen, die neuen Charaktere langsamer einzuführen und dramatische Wendungen auf später zu verschieben. Aber letzten Endes ist das meckern auf hohem Niveau, denn auch die Story von „Dawntrail“ ist immer noch so gut, dass sie locker in jedem andern Game für reichlich Unterhaltung sorgt. Vielleicht muss man sich auch einfach lösen von den gigantischen Vorgänger-Erweiterungen und sich fallen lassen, um in diesem neuen Abenteuer zu versinken.
Fazit: „Final Fantasy XIV“ besticht weiterhin durch seine beeindruckenden Geschichten und die einladende Musik, die perfekt dazu geeignet ist, einfach mal abzuschalten. Auch die knackigen Raids und die vielen andere Inhalte im Endgame sorgen dafür, dass keine Langeweile aufkommt. Mit der Erweiterung „Dawntrail“ bleibt das Spiel final auf seinem bewährten Qualitätsniveau. Besonders hervorzuheben ist das Grafik-Update, das wirklich herausragend ist und die Welt von Eorzea in einem neuen Licht erstrahlen lässt.
Die Hauptquest-Reihe in „Dawntrail“ gestaltet sich letztendlich solide, kann aber das Niveau von zuvor nicht halten. Auch ist unsere neue Heldin Wuk Lamat etwas zu sehr der Fokuspunkt, weshalb der eigene Charakter und auch andere Figuren mehr im Schatten verweilen. Außerdem fehlt im Vergleich zu den früheren Erweiterungen ein Gegenspieler vom Kaliber eines Emet-Selch, Zenos, Yotsuyu oder Fandaniel, was nämlich die Bedrohungssituation merklich abschwächt.
Trotz dieser Kritikpunkte erweist sich „Final Fantasy XIV: Dawntrail“ als starke Erweiterung. Denn nach den vorangegangenen Erweiterungen, die sich stets selbst in Sachen Intensität und düsterer Atmosphäre übertroffen haben, bekommt man mit „Dawntrail“ nun einen Neustart, der plot-technisch notwendig war und sicherlich von vielen Fans auch so begrüßt wird.

„Final Fantasy XIV: Dawntrail“ ist ab sofort für PC, PlayStation und Xbox verfügbar.
:quality(90))