Was einen echten Spieleklassiker ausmacht, ist seine zeitlose Spielbarkeit. So etwa im Falle des Knobel-Kults Tetris, der erst kürzlich von einem 16-Jährigen erstmals „durchgezockt“ wurde. Und nun ist ein weiterer und sogar noch älterer Meilenstein der Spielgeschichte geknackt worden: Donkey Kong.
Das muss man sich mal vorstellen: Das Spiel wurde im Jahr 1981 von Nintendo erstmals als Arcade-Automat veröffentlicht. Zu dieser Zeit hatte die Spielfigur noch nicht einmal ihren heute so berühmten Namen, sondern wurde recht pragmatisch einfach „Jumpman“ genannt.
Und doch wird der Titel auch heute noch gezockt. Und das offenbar leidenschaftlich. Denn kürzlich ist es einem Gamer zum ersten Mal gelungen, das berüchtigte letzte Level von Donkey Kong zu meistern. Ein echtes Kunststück, denn seit das Spiel herauskam, gilt dieses Level aufgrund eines technischen Fehlers eigentlich als unüberwindbar.
In der Theorie ist Donkey Kong als Endlos-Game angedacht, welches Jumpman bei dem Versuch, die holde Pauline aus den Fängen des namensgebenden Gorillas zu retten, ein Hochhaus immer weiter hinaufführt. Das Ganze geht so lange, bis der Timer abgelaufen ist oder die Spielfigur getroffen wird. Genaugenommen gibt es also gar keinen letzten Level.
An einem bestimmten Punkt bricht das Spiel allerdings ab. Konkret im Level 22-1. Genau vier Sekunden nach dem Start wird plötzlich der Kill-Screen eingeblendet, und zwar unabhängig von den Aktionen des Spielers.
Die Ursache für den Spielabbruch liegt in einem Bug der 8-Bit-Architektur von Donkey Kong. Das Spiel berechnet die Levelzeit mit der Formel (aktuelles Level x 10) + 40, was ab Level 22 einen Wert von 260 ergibt – vier Punkte also mehr als die maximal darstellbaren 256, wodurch das Spiel nach vier Sekunden nicht mehr weiterzählen kann und abstürzt.
Ein findiger YouTuber namens Kosmic ist diesem Problem nun aber beigekommen. In seinem Erklärungsvideo demonstriert er, wie er anhand des sogenannten Leiter-Glitchs den Bug umgeht. Dieser ermöglicht es, durch eine spezielle Tastensequenz auf einem ansonsten nicht zu nutzenden zerbrochenen Leiterstück nach oben zu gelangen.
Diese Kombination erfordert das äußerst präzise Drücken von zunächst genau vier Frames nach unten und dann einen Frame nach oben, während man sich auf der Leiter befindet. Gelingt es, diese Sequenz oft genug zu wiederholen, ist man rasend schnell oben, um das Level abzuschließen.
Als Mensch kaum machbar, weshalb Kosmic einen Emulator auf die präzisen Eingaben programmierte. Und siehe da: Jumpman erreichte innerhalb der extrem kurzen Zeitspanne von vier Sekunden das Levelende.
Nach Überwinden dieses Hindernisses war es dem YouTuber möglich, das Spiel fortzusetzen und somit Levels zu erreichen, die bisher noch niemand vor ihm gespielt hatte. Damit hat der Gamer eine Leistung vollbracht, die in den 44 Jahren seit der Veröffentlichung von Donkey Kong unerreicht blieb. Respekt!
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