Heutzutage erkunden Spieler nahezu fotorealistische Welten, stellen sich online Gegnern aus allen Ländern der Erde oder tauchen in verblüffende virtuelle Realitäten ein. Technisch ist der Sprung zu den Anfangstagen des Hobbys gewaltig, doch das bedeutet nicht, dass das Spielen früher weniger Spaß gemacht hat.
Ein Kind von heute wird es wohl nur schwer nachvollziehen können, dass vor rund 40 Jahren kaum zu erkennende Pixel-Konstrukte auf dem liebevoll „Brotkasten“ genannten Commodore 64 eine ähnliche Begeisterung auslösen konnten wie heutzutage ausladende Open-World-Epen auf dem PC oder der Konsole.
Wer dieses Gefühl der Nostalgie noch einmal aufleben lassen möchte, musste sich bislang entweder mühsam um den Anschluss eines Originalgeräts bemühen oder Emulationen zusammensuchen. Doch das ist nun nicht mehr nötig.
Ältere Semester, Retro-Gaming-Fans oder Neugierige haben jetzt die Möglichkeit, tausende Commodore-64-Spiele direkt im Browser zu zocken, ohne auf Emulatoren oder zusätzliche Software angewiesen zu sein.
Das Internet Archive hat dazu eine Sammlung mit knapp 18.000 C64-Titeln veröffentlicht, die direkt über die Plattform abrufbar sind. Neben einer kurzen Beschreibung der jeweiligen Spiele können diese mit einem einfachen Klick im Browser gestartet werden – den Ladescreen mit der kultigen Befehlszeile „LOAD"*",8,1“ inklusive.
Sobald ein Game ausgewählt wurde, startet auf den Servern des Internet Archives automatisch ein Emulator, sodass keine zusätzlichen Downloads oder ROMs erforderlich sind. Einfach ein Titel auswählen, auf den eingeblendeten Power-Button klicken – und schon kann es losgehen.
Angesichts der immensen Anzahl an Spielen fällt die Auswahl schwer. Über eine Suchfunktion lassen sich Games, an die man sich vielleicht noch aus seiner Kindheit erinnert, aber gezielt ansteuern. Dank verschiedener Filteroptionen können die Titel außerdem nach Veröffentlichungsjahr, Genre oder Sprache eingegrenzt werden.
Zu den bekanntesten Spielen im Archiv zählen namhafte und spielhistorisch bedeutsame Größen wie Ghost n’ Goblins, Pac-Man oder auch eine nicht lizenzierte Version von Super Mario Bros C64. Zudem enthält die Sammlung einige Games, die ursprünglich nicht für den C64 entwickelt wurden, darunter etwa eine Umsetzung des Kultspiels Portal. Auch Werke von Hobby-Entwicklern der heute noch aktiven C64-Szene sind neben den klassischen Spielen in der Datenbank zu finden.
Ein kleiner Tipp: Für eine einfachere Steuerung innerhalb der Spiele kann das Emulator-Menü mit der Taste F12 geöffnet werden. Startet das Spiel über den Power-Button, drückt F12 und wählt im Menü zunächst den Punkt „Machine Settings“. Dort findet sich unter „Joystick Settings“ ein weiterer Menüpunkt mit der Bezeichnung „Define keysets“, wo sich die Tastaturbelegung frei wählen lässt. Mit der linken Pfeiltaste geht es dann wieder einen Schritt zurück, um unter „Joystick Device 1“ auf „Keyset 1“ umzustellen.
Etwas ärgerlich ist dabei allerdings, dass diese Einstellungen für jedes Spiel erneut vorgenommen werden müssen.
:quality(90))