Wer als Kind mit Pumuckl aufgewachsen ist, kennt dieses Gefühl. Kaum taucht der kleine Rothaarige auf dem Bildschirm auf, ist man sofort wieder drin. In diesem besonderen Sog aus Quatsch, Herzwärme und bayerischem Flair. Genau dieses Gefühl liefert „Pumuckl und das große Missverständnis“ und das jetzt bequem für zuhause, denn der Film ist ab sofort auf DVD und Blu-ray erhältlich.

Die Geschichte nimmt dieses Mal einen anderen Anlauf als man es vielleicht gewohnt ist. Statt Werkstatt und Hinterhof geht es raus aufs Land. Florian Eder, der neue Meister Eder, gespielt von Florian Brückner, besucht mit Pumuckl die frühere Lehrmeisterin auf einem Bauernhof. Eigentlich kein großes Ding. Doch wer Pumuckl kennt, weiß, ruhig wird das nicht.

Das große Missverständnis

Der Kobold bekommt die Aufgabe, den Maibaum zu bewachen und sorgt dabei zuverlässig dafür, dass aus einem harmlosen Auftrag ein handfestes Durcheinander wird. Das titelgebende Missverständnis entfaltet sich dann in dem Moment, in dem Eder und Pumuckl den Draht zueinander verlieren. Wer jetzt denkt, das klingt nach einem üblichen Streit-und-Versöhnung-Schema: Ja, ein bisschen schon.

Aber „Pumuckl und das große Missverständnis“ erzählt das mit einer Ehrlichkeit, die man so nicht immer erwartet. Beide Figuren machen Fehler. Pumuckl genauso wie Eder. Keiner wird hier zum Buhmann gemacht, und das ist eine der echten Stärken dieses Films. Als die neuen Pumuckl-Produktionen angekündigt wurden, war die Skepsis bei Altfans verständlicherweise groß.

Kein Abklatsch, sondern eine eigene Figur

Gustl Bayrhammer als Meister Eder ist für viele schlicht unersetzlich. Aber Florian Brückner macht seine Sache so gut, dass man diese Diskussion eigentlich schnell abhaken kann. Er spielt den Eder mit einer natürlichen Wärme und Glaubwürdigkeit, die die Figur trägt. In den komischen Momenten genauso wie in den ruhigeren. Und das Entscheidende ist, er wirkt nie wie eine Kopie. Das ist sein Eder.

Auch Pumuckls Stimme verdient Erwähnung. Maximilian Schafroth leiht dem Kobold seine Stimme, unterstützt von KI-Technik, die den legendären Tonfall von Hans Clarin nachbildet. Das klingt im ersten Moment vielleicht seltsam, funktioniert im Film aber erstaunlich gut. Man gewöhnt sich schnell daran und spätestens, wenn Pumuckl wieder anfängt zu nerven, zu triumphieren oder bockig zu werden, fühlt sich alles genau richtig an.

Überzeugender Cast bis in die Nebenrollen

Was „Pumuckl und das große Missverständnis“ zusätzlich stark macht ist der Cast. Denn selbst die Nebenrollen sind nicht einfach Füllmaterial. Gerade Herr Burke, der spießige Nachbar, der in früheren Geschichten oft nur für den schnellen Gag herhalten musste, bekommt hier überraschend viel Tiefe. Es gibt Momente, in denen man fast Sympathie für ihn entwickelt und das ist nicht selbstverständlich für eine Figur, die traditionell eher die Zielscheibe ist.

Der Film hat eine Laufzeit von rund 100 Minuten und füllt diese gut aus. Die Handlung kommt indes selten ins Stocken, der Humor ist typisch Pumuckl und dazwischen gibt es immer wieder Momente, die tatsächlich bewegen. Alles in allem ist „Pumuckl und das große Missverständnis“ kein Film, der versucht, die Vergangenheit zu kopieren. Er respektiert sie, baut darauf auf und entwickelt daraus etwas Eigenständiges.

Wer offen reingeht, wird belohnt! Nämlich mit einem kurzweiligen, herzlichen und wirklich gut gemachten Familienfilm, der die Essenz von Pumuckl bewahrt hat. Für alle, die den Kobold von früher lieben, und für alle, die ihn gerade erst kennenlernen.

„Pumuckl und das große Missverständnis“ (Constantin Film/LEONINE) VÖ: 20. Mrz 26