Kaum ein moderner Horrorstoff hat das Mainstreamkino der letzten Jahre so nachhaltig geprägt wie „ES“. Die Neuverfilmung des berühmten Romans von Stephen King traf 2017 einen Nerv unter allen Horrorfans. Mit einer Mischung aus Coming-of-Age-Drama, Albtraum-Ästhetik und ikonischem Monsterdesign entwickelte sich Pennywise erneut zu einer der schaurigsten Horror-Gestalten des Genres.

Zwei Jahre später setzte „ES: Kapitel 2“ die Geschichte fort und schloss den Kreis um den Losers Club – zumindest vorerst. Die wirtschaftliche Dimension dieses Erfolgs ist inzwischen Kinogeschichte. Der erste Teil etablierte sich als kommerziell erfolgreichster Horrorfilm aller Zeiten, während auch das zweite Kapitel weltweit ein Millionenpublikum erreichte.

Super Cut soll ultimatives Horror-Epos schaffen

Dieser Rückenwind sorgte dafür, dass das „ES“-Universum nicht einfach in der Versenkung verschwand. Mit der Prequel-Serie „ES: Welcome To Derry“, die aktuell unter anderem bei Sky und WOW zu sehen ist, wurde der Mythos um die Kleinstadt Derry bereits weiter ausgebaut. Doch offenbar ist das kreative Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft.

Regisseur Andy Muschietti hat nun öffentlich gemacht, dass an einer besonders ambitionierten Fassung der beiden Kinofilme gearbeitet wird. Statt einer simplen Zusammenlegung soll ein eigenständiges Werk entstehen, das beide Filme neu miteinander verknüpft. Intern kursiert dafür der Arbeitstitel „Super Cut“, wobei der Ansatz deutlich über einen Marathon-Abend hinausgeht.

Ein neuer Schnitt, eine neue Struktur, neue Szenen

Geplant ist ein groß angelegter Zusammenschnitt, der die Ereignisse aus „ES“ und „ES: Kapitel 2“ in eine andere dramaturgische Ordnung bringt. Muschietti sprach davon, dass es sein lang gehegter Wunsch sei, die beiden Filme endgültig zu vereinen, da sie ohnehin untrennbar zusammengehören. Dabei soll nicht nur neu montiert, sondern auch ergänzt werden.

Zusätzliche Szenen sollen erzählerische Lücken schließen und die Verbindung zwischen den Zeitebenen stärker herausarbeiten. Einige dieser Sequenzen existieren bislang nur auf dem Papier und müssten eigens neu gedreht werden. Bemerkenswert ist auch, dass Stephen King selbst dem Projekt offen gegenübersteht. Der Autor hat sich in der Vergangenheit nicht immer begeistert über Verfilmungen seiner Werke geäußert, zeigt sich hier jedoch aufgeschlossen.

Noch ist das Vorhaben offiziell nicht abgesegnet, doch laut Muschietti gibt es seitens des Studios Interesse an einer Finanzierung. Ob und wann dieses ultimative Horror-Epos Realität wird, bleibt abzuwarten.