Zecken sind im Sommer besonders aktiv und lauern auf Grashalmen, um sich auf ihre Opfer zu stürzen. Die Parasiten sind nicht nur schwer zu entfernen, sondern stellen auch ein hohes Risiko für die Übertragung von Krankheiten dar.
Zecken sind verdammt zäh und können sogar extreme Bedingungen, wie zum Beispiel einen Waschgang bei 40 Grad oder einen Tag im Gefrierfach bei -12 Grad, überleben. Besonders besorgniserregend ist, dass vollgesogene weibliche Zecken eine sehr lange Lebensdauer von bis zu zehn Jahren haben können.
Außerdem sind Zecken entgegen der landläufigen Meinung nicht nur während der warmen Monate aktiv. Der Klimawandel erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Biester auch im Winter auf die Jagd gehen. Glücklicherweise sind gegen die Mini-Vampire aber gleich mehrere Kräuter gewachsen.
Um Zecken im Garten mit natürlichen Mitteln präventiv entgegenzuwirken, empfiehlt es sich, bestimmte Pflanzen zu platzieren, die durch ihren Geruch die Parasiten abschrecken. Zu den wirksamen Gewächsen zählen etwa der Rainfarn, Lavendel und Rosmarin.
Rainfarn ist aufgrund seines Geruchs und Geschmacks für Zecken unangenehm, während Lavendel durch seine ätherischen Öle, insbesondere Linalool und Linalylacetat, das Nervensystem der Spinnentiere stört. Rosmarin hingegen verursacht durch seine starken aromatischen Düfte Reizungen bei den Zecken. Dennoch sollte allerdings beachtet werden, dass speziell der Einsatz von Rosmarin alleine möglicherweise nicht ausreicht, um di Parasiten vollständig fernzuhalten.
Ein Zeckenbiss kann im besten Fall Hautirritationen verursachen, gilt allerdings vor allem als häufiger Übertragungsweg für schwerwiegende Krankheiten wie Lyme-Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).
Bei der Lyme-Borreliose handelt es sich um eine bakterielle Infektion, die unbehandelt zu Gelenkproblemen, Herzbeschwerden und neurologischen Störungen führen kann. Eine frühzeitige Behandlung mit Antibiotika hilft.
Die FSME ist hingegen eine virale Infektion, welche das zentrale Nervensystem betrifft und in schweren Fällen zu Meningitis oder Enzephalitis führen kann. Glücklicherweise gibt es eine Impfung gegen FSME, die vor allem in Risikogebieten ratsam ist.
Am effektivsten ist es aber immer noch, einen Zeckenbiss zu vermeiden. Zu den vorbeugenden Maßnahmen zählen das Tragen von langärmligen Hemden, langen Hosen und festen Schuhen beim Aufenthalt in zeckenreichen Gebieten wie Wäldern oder Wiesen. Zusätzlich sollten die Hosenbeine in die Socken gesteckt werden, um den Tieren den Zugang zur Haut zu erschweren.
Empfehlenswert ist außerdem das Auftragen von Zeckenabwehrmitteln, die DEET, Picaridin oder IR3535 enthalten, auf Haut und Kleidung, sowie das Meiden von dichtem Unterholz und hohem Gras. Nach der Rückkehr von Aktivitäten im Freien sollte der Körper, vor allem auch der von Kindern und Haustieren, sorgfältig auf Zecken untersucht werden.
Falls es doch zu einem Zeckenbiss kommt, sind schnelle und richtige Maßnahmen entscheidend. Die Zecke sollte mit einer feinen Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange so nah wie möglich an der Haut gefasst und langsam sowie gleichmäßig herausgezogen werden, ohne sie zu quetschen – direkten Kontakt mit bloßen Händen gilt es dabei zu vermeiden.
Sollten Teile der Zecke in der Haut verbleiben, sind diese vorsichtig zu entfernen, die Bissstelle muss mit Alkohol, Jodtinktur oder Seifenwasser desinfiziert werden. Anschließend sollte die Bissstelle beobachtet und auf Anzeichen einer Infektion oder Entzündung geachtet werden.
Ein kreisförmiger, sich ausbreitender Hautausschlag rund um die Bissstelle, bekannt als Wanderröte, ist ein typisches frühes Zeichen der Lyme-Borreliose. Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Hautausschläge oder Gelenkschmerzen, die Tage bis Wochen nach dem Biss auftreten können, sollten ernst genommen werden
Bei Auftreten von Symptomen sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.
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