Zwar fahren mit jedem Jahr mehr E-Autos auf unseren Straßen, so ganz will sich die Elektromobilität hierzulande jedoch nicht durchsetzen. Das müssen dieser Tage auch die großen Autobauer zähneknirschend einsehen, die den Wandel offenbar etwas zu vorschnell forciert hatten.
Nachdem bereits viele Hersteller von der reinen Elektrostrategie abgewichen sind, plant nun also auch Volkswagen, die Produktion seiner Verbrennermodelle wie Golf, T-Roc und Tiguan – sprich: die Bestseller im Bereich Benzin und Diesel – gegebenenfalls auch nach 2033 fortzusetzen. Dies berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf mehrere Insider.
Und das, obwohl VW-Chef Oliver Blume sich doch im März 2024 noch recht klar zu dem Thema positioniert hatte: „Ich halte nicht viel davon, dass man bei jedem Gegenwind alles wieder infrage stellt.“
Geplant war seinerzeit, ab 2033 keine Verbrenner in Europa zu verkaufen. Wie es heißt, soll der Zeitraum nun aber bis 2035 ausgeweitet werden – also genau bis zu dem Zeitpunkt, an dem das europäische Verbrenner-Aus nach heutigem Stand offiziell in Kraft treten soll.
Letztlich könnte sich der Aufschub aber sogar noch weiter nach hinten verschieben, wird innerhalb der Europäischen Union derzeit doch rege darüber diskutiert, den Verbrennern eine längere Galgenfrist zu gewähren.
Aktuell sieht es jedenfalls so aus, dass die Europäische Union strenge CO₂-Grenzwerte eingeführt hat, die hohe Strafen für deren Nichteinhaltung vorsehen. Um diese Ziele zu erreichen, muss Volkswagen die Quote seiner Elektroautos bis 2025 auf etwa 25 Prozent steigern, was eine Verdoppelung gegenüber 2024 darstellt.
Diese Quote zu erreichen, gestaltet sich aktuell jedoch schwierig, selbst mit erheblichen Rabatten für Käufer. Die Automobilindustrie setzt sich daher stark in Brüssel ein, um eine Anpassung der Vorschriften zu erreichen.
Ein entscheidender Moment für Volkswagen könnte dabei die nächste Runde der Investitionsplanung Anfang März sein, in der über die zukünftige Verteilung von Mitteln und mögliche Anpassungen in der Produktion entschieden wird. Es ist wahrscheinlich, dass es keine neuen Verbrennermodelle mehr geben wird, allerdings sind umfangreiche Facelifts bestehender Modelle zu erwarten, um sie weiterhin für Kunden attraktiv zu machen.
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