Mit der zunehmenden Aufklärung über die Gefahren der modernen Kommunikationswelt müssen sich auch Betrüger immer neue Maschen einfallen lassen, um ihre Opfer zu täuschen. Und so macht dieser Tage ein neuer Scam die Runde.

Auf diesen macht aktuell die Telekom über ihren WhatsApp-Kanal aufmerksam und spricht dort eine deutliche Warnung vor der neuen Betrugsmethode aus. Demnach geben sich unbekannte Täter telefonisch als Mitarbeiter der Telekom oder von DHL aus.

Ziel der Betrüger ist es, durch Vorspiegelung falscher Tatsachen – beispielsweise wird behauptet, notwendige Überprüfungen von Telekommunikationsverträgen vornehmen zu müssen, oder es gibt angebliche Zustellprobleme bei Paketen – an sensible Daten ihrer Opfer zu gelangen. Diese Masche wird als „Voice Phishing“ bezeichnet, ähnlich den bekannten Phishing-E-Mails, nur eben über das Telefon.

Die Betrüger sind darauf trainiert, die Angerufenen unter Druck zu setzen und nutzen dies, um im Gesprächsverlauf die Herausgabe eines Sicherheitscodes einzufordern, der via SMS an das Handy des Opfers gesendet wird. Auf diese Art und Weise können sie die inzwischen weit verbreitete Zwei-Faktor-Authentifizierung umgehen. Wer darauf hereinfällt und diesen Code preisgibt, ermöglicht den Kriminellen von daher den Zugriff auf wichtige Konto- und Sicherheitsfunktionen.

Umgang mit betrügerischen Anrufen

Christian Fischer, ein Sprecher der Telekom, erklärte gegenüber dem „Spiegel“, dass der Erhalt eines solchen Anrufs bereits ein Alarmzeichen dafür sei, dass mit den persönlichen Daten des Angerufenen möglicherweise Missbrauch betrieben wird.

In kriminellen Kreisen seien Datensätze von Millionen Kunden im Umlauf, die aus Hackerangriffen oder durch Schadsoftware gewonnen wurden. Diese Informationen ermöglichen den Kriminellen unter Umständen den Zugriff auf verschiedene Kundenkonten, insbesondere wenn dieselben Passwörter bei unterschiedlichen Diensten genutzt werden.

Um einen Missbrauch zu verhindern, ist es ratsam, sofort aufzulegen, wenn einem ein Anruf verdächtig erscheint und auf keinen Fall die Nummer zurückzurufen, die im Display angezeigt wurde. Stattdessen sollte direkt über eine bekannte und sichere Nummer der Kontakt zum jeweiligen Unternehmen gesucht werden. Zudem ist es empfehlenswert, regelmäßig die eigenen Passwörter zu überprüfen und zu ändern.

Die Bundesnetzagentur empfiehlt ferner, ungewünschte Rufnummern im Router oder auf dem Smartphone zu sperren und bietet an, bestimmte Rufnummernbereiche durch den Telefonanbieter netzseitig unentgeltlich sperren zu lassen.

Quelle: spiegel.de