Die Deutsche Fußball Liga (DFL) beginnt am Montag mit dem Neuverkauf der Fernsehrechte für die Bundesliga ab der Saison 2025/26. Zuvor war der reguläre Prozess im April aufgrund eines Rechtsstreits zwischen der DFL und der Streaming-Plattform „DAZN“ unterbrochen worden.
In der nun aktuellen Ausschreibung fällt das neue Konzept der „Short-Schau“ auf. Dahinter verbirgt sich eine verkürzte Highlight-Erstverwertung von 19.15 Uhr bis 20.15 Uhr, welche die klassische „Sportschau“ um 18 Uhr in Zukunft möglicherweise ersetzen könnte. Denn: Aufgrund der starren Sendezeit der „Tagesschau“ um 20 Uhr scheidet die ARD als möglicher Anbieter aus.
Das Interesse von privaten Sendern wie ProSieben/Sat.1 oder RTL sowie von Internet-Plattformen an dieser neu geschaffenen „Short-Schau“ gilt es allerdings zunächst einmal abzuklopfen. Problematisch ist hierbei nämlich die EU-Vorgabe, die zwischen 18 und 24 Uhr lediglich zwölf Minuten Werbung pro Stunde erlaubt, was die Refinanzierungsmöglichkeiten entsprechend limitiert.
Aus Sicht der Ideengeber der DFL hat das neue Format allerdings den Vorteil, dass man auf diese Art und Weise mehr Zuschauer für das anschließende Abendprogramm in der Prime Time gewinnen kann. Denn wenn man schon auf dem entsprechenden Sender ist, dann kann man auch gleich weitergucken – so zumindest der Plan. Wer sich letztlich darauf einlässt, bleibt abzuwarten.
Auf Druck des Bundeskartellamtes hat die DFL zudem die sogenannte „No-Single-Buyer-Rule“ aufgehoben, wodurch nun ein einzelner Bieter theoretisch alle sechs Live-Pakete erwerben könnte. Jedoch gilt ein solches Szenario als äußerst unwahrscheinlich, da dies einen erheblichen finanziellen Kraftakt darstellen würde, der alleine kaum zu stemmen ist.
Auch neu: Die Live-Spiele am Freitag werden nicht mehr zusammen mit den Sonntagsspielen verkauft, sondern bilden zusammen mit den Samstagsspielen um 15.30 Uhr das Paket B. Dieses Paket, das insgesamt 196 Livespiele umfasst und als das wertvollste gilt, wird bereits am ersten Auktionstag angeboten.
Im April hatte Sky den Zuschlag erhalten, obwohl DAZN mit 1,6 Milliarden Euro über vier Jahre das höhere Gebot abgegeben hatte. Aufgrund fehlender kurzfristiger Bankbürgschaften war das DAZN-Angebot seinerzeit jedoch nicht angenommen worden. Der Streaming-Anbieter zog daraufhin vor das Schiedsgericht, welches auf einen Neuverkauf urteilte, da die entsprechenden Forderungen in den Ausschreibungsregeln nicht rechtens gewesen waren.
Von daher wird erst ab dieser Woche jeden Tag eines der Live Pakete verkauft, woraufhin in der nächsten Woche die Highlight-Pakete folgen sollen. Das Ergebnis der Aktion wird dann am 5. Dezember im Rahmen einer Mitgliederversammlung verkündet.
Nach dem Verkauf der Rechte wird das DFL-Präsidium schließlich einen neuen Verteilerschlüssel für die TV-Milliarden festlegen. Vereine wie FC Bayern, Dortmund und andere mit großer Fanbasis sollen zukünftig über eine neue Finanzsäule deutlich mehr Einnahmen erzielen.
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