Ab Januar 2025 treten in der Europäischen Union neue Vorschriften in Kraft, die den Restmüll betreffen. Konkret geht es dabei um die Entsorgung von Textilabfällen.
Diese Regelungen sind Teil eines Gesetzes, das darauf abzielt, die Menge an Textilien, die im Restmüll landen, zu reduzieren. Die neuen Bestimmungen betreffen dabei nicht nur Kleidung, sondern erstrecken sich auch auf andere Textilprodukte wie Bettwäsche, Handtücher und Vorhänge. Diese Gegenstände dürfen dann nicht mehr in den herkömmlichen Restmüll geworfen, sondern müssen speziell in Altkleidercontainern entsorgt werden. Das gilt auch dann, wenn die Kleider, Hosen oder Jacken beschädigt und eigentlich nicht mehr tragbar sind.
Der Zweck dahinter ist, dass alte Textilien künftig nicht mehr verbrannt oder deponiert werden sollen. Immerhin gönnt sich der Durchschnittseuropäer pro Jahr fast 26 Kilogramm Textilien und wirft davon rund elf Kilo wieder weg. Äußerst bedenklich, wenn man sich vor Augen hält, wie viele Ressourcen die Herstellung verschlungen hat. Schon ein läppisches Baumwoll-Shirt verbraucht laut Schätzungen der Europäischen Umweltagentur etwa 2.700 Liter Wasser.
Philip Heldt von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen ergänzt gegenüber der „Frankfurter Rundschau“, dass die Textilindustrie erhebliche Mengen an Treibhausgasen produziert – mehr als alle internationalen Flüge und Schiffe zusammen. Von daher sollen die Textilien nun gesammelt und möglichst effektiv wiederverwertet werden.
Zwar sei Deutschland hinsichtlich seines Altkleidersystems dafür bereits gut aufgestellt, das Gros der Kleidung inzwischen jedoch derart kurzlebig und schlecht verarbeitet, dass sie nicht weitergegeben werden kann, sondern recycelt werden muss.
Aufgrund des Trends zur Fast Fashion lassen sich viele Textilien allerdings nur schwer wiederverwerten. Schuld daran sind die verarbeiteten synthetischen Fasern. Insbesondere Polyester, das häufig als billiger Ersatz für teurere Baumwolle verwendet wird, kann aufgrund der Vermischung von Natur- und Chemiefasern oft nicht effektiv getrennt werden.
Heldt zufolge seien technische Lösungen durchaus vorhanden, dennoch werde Polyester in Ermangelung einer praktikablen Recyclingmethode meist verbrannt. Es werde aber an verbesserten Verfahren für das Recycling von Textilien gearbeitet, um eine umweltfreundlichere Handhabung zu ermöglichen.
Bis dahin muss die Gesetzgebung ihren Teil leisten, womit wir wieder bei der neuen EU-Regelung wären, die ab dem nächsten Jahr Gültigkeit hat. Sollte man sich dann nicht daran halten, muss man damit rechnen, dass die Müllabfuhr mit Textilien gefüllte Restmüllbehälter nicht mitnimmt.
Heldt: „Landet in der Bio-Tonne zum Beispiel Plastikmüll, kann es sein, dass die Müllabfuhr die Tonne stehen lässt. Mehr droht bisher nicht. Das wird bei alten Klamotten genauso werden.“
:quality(90))