Nach der alten Faustformel „von Ostern bis Oktober“ steht bald wieder der Wechsel von Winter- auf Sommerreifen an. Dabei stellt sich immer wieder die Frage, wie alt die Reifen eigentlich sein dürfen und ob es dabei so etwas wie ein Ablaufdatum gibt.

Grundsätzlich existiert kein gesetzlich festgelegtes Höchstalter für Pkw-Reifen. Allerdings empfiehlt der ADAC, Sommerreifen spätestens nach acht bis zehn Jahren zu ersetzen – unabhängig von der Abnutzung und selbst dann, wenn diese optisch in einwandfreiem Zustand erscheinen.

Fahrzeuge, die häufig schwere Lasten wie Wohnwagen oder Anhänger ziehen, sollten zudem schon nach sechs Jahren ein frisches Set Reifen spendiert bekommen, um den erhöhten Belastungen gerecht zu werden. Für Winterreifen gilt indes eine maximale Nutzungsdauer von acht Jahren, da die Gummimischung mit der Zeit härter wird, was zu einem Verlust an Haftung führt.

Alter und Zustand checken

Um das Alter eines Reifens festzustellen, sollte die sogenannte DOT-Nummer auf der Reifenflanke beachtet werden. Diese Nummer besteht aus drei Blöcken mit jeweils vier Zeichen, wobei im dritten Block, meist in einem Oval, die Produktionswoche und das Produktionsjahr ablesbar sind. Ist dort also die Zahl „0720“ zu lesen, steht dies für die siebte Kalenderwoche im Jahr 2020.

Neben dem Alter spielen auch der grundsätzliche Zustand und die Profiltiefe der Reifen eine entscheidende Rolle für die Sicherheit. Der Gesetzgeber schreibt dabei eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern vor. Wird diese unterschritten drohen Bußgelder in Höhe von 60 bis 120 Euro und ein Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg.

Experten empfehlen mit Blick auf Sommerreifen allerding schon einen Wechsel bei weniger als drei Millimetern und für Winterreifen bei weniger als vier Millimetern Restprofiltiefe, um optimale Fahreigenschaften unter jedweden Bedingungen zu gewährleisten. Neue Reifen haben in der Regel eine Profiltiefe zwischen acht und neun Millimetern.

Verschleißindikatoren und Bargeld

Um zu erkennen, ob eure Reifen bereits abgefahren sind, sollte man die sogenannten Verschleißindikatoren überprüfen, also die kleinen Stege im Profilgrund der Reifen. Wenn diese nämlich ohne Absatz in die Profilblöcke übergehen, ist die gesetzliche Mindestprofiltiefe bereits unterschritten und die Reifen dürfen nicht mehr gefahren werden.

Ein einfacher Trick zur Überprüfung der Profiltiefe ist außerdem die Nutzung einer Ein-Euro-Münze, deren Rand genau drei Millimeter breit ist und von daher als guter als Maßstab für die erforderliche Mindesttiefe von Sommerreifen dient. Für Winterreifen eignet sich hingegen eine 2-Euro-Münze mit ihrem 4-mm-Rand.

Wenn man das Geldstück nun also in die Mitte des Profils eines Reifens hält und der Rand verschwindet, kann man ohne Bedenken weiterfahren. Ist dieser hingegen noch sichtbar, sollte man einen Reifenwechsel in Betracht ziehen.

Quelle: t-online.de