Preiskonflikte zwischen Lebensmittelherstellern und dem Einzelhandel sind dieser Tage keine Seltenheit mehr. Selbst große Namen und Marken verschwinden aus den Regalen, wenn die Supermärkte nicht bereit sind, die ausgerufenen Preise zu tragen.
Das ist aus Sicht des Kunden natürlich einerseits wünschenswert, da den Herstellern bei überzogenen Preisvorstellungen Grenzen aufgezeigt werden. Andererseits ist es natürlich ärgerlich, wenn die eigene Lieblingsmarke plötzlich nicht mehr erhältlich ist. Ideal ist daher eine Einigung zwischen den Streitparteien, wie nun im Falle des Konflikts zwischen Edeka und Kellanova.
Wie zunächst die „Lebensmittel Zeitung“ berichtete, sind damit nach rund eineinhalb Jahren des Lieferstopps Produkte der Marke Kellogg’s ab Mitte Juni endlich wieder in den Regalen von Edeka und der Discounter-Tochter Netto zu finden.
Hintergrund des Lieferstopps war ein langwieriger Streit zwischen dem Supermarkt-Konzern und dem Lebensmittelunternehmen Kellanova. Der Produzent hatte ursprünglich höhere Preise für seine Frühstücksflocken verlangt, was Edeka nicht akzeptierte. Daraufhin stellte Kellanova die Belieferung ein.
Das blieb nicht ohne Folgen für das Unternehmen, das 2023 durch die Aufspaltung des traditionsreichen Lebensmittelkonzerns Kellogg entstanden war. Das Geschäft mit klassischen Cerealien brach infolge der anhaltenden Auseinandersetzungen massiv ein. Allein im letzten Jahr ging der Absatz im Segment traditioneller Frühstücksflocken zweistellig zurück.
Entsprechend selbstkritisch äußerte sich Oliver Bruns, Deutschlandchef von Kellanova, in einem Schreiben des Herstellers inzwischen mit Blick auf die zurückliegenden Gespräche: „Im Nachhinein betrachtet, hätten die gemeinsamen Gespräche zu dem Zeitpunkt auch anders geführt werden können.“
Bei der nun zustande gekommenen Einigung dürfte außerdem die kürzlich getroffene exklusive Vereinbarung zur Einführung der Käsesnack-Marke Cheez-It sicherlich nicht ganz unbeteiligt gewesen sein (screen.de berichtete). Die Kult-Knabberei aus den USA soll ab dem dritten Quartal 2025 ebenfalls bei Edeka und Netto erhältlich sein. Die finanziellen Details der aktuellen Vereinbarung zwischen Edeka und Kellanova bleiben unter Verschluss.
Die Rückkehr der Kellogg’s-Produkte betrifft bekannte Marken wie Cornflakes, Frosties oder auch Choco Crispies. Die Wiederaufnahme der Produktion erfolgt laut Angaben der „Lebensmittel Zeitung“ in Etappen, sodass die vollständige Warenverfügbarkeit in den Filialen noch einige Zeit in Anspruch nehmen dürfte. Wenn es dann aber so weit ist, sei sogar eine Werbekampagne geplant, um die Rückkehr im großen Stil offiziell zu machen.
Trotz der Rückkehr zu Edeka bleibt die Marke Kellogg’s vorerst bei Rewe übrigens weiterhin nicht erhältlich.
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