Die Grunge-Veteranen, die in den 90ern neben Nirvana eine ganze Generation begeisterten, gehören heute immer noch zu den ganz großen Rockbands der Welt. So wurden Pearl Jam wenig verwunderlich und völlig verdient auch 2016 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Kein Grund aber für Eddie Vedder und seine Jungs sich darauf auszuruhen, worauf 2020 das bis dato letzte Album „Gigaton“ der Rockikonen folgte. Nun, ganze vier Jahre später, steht endlich der neue Langspieler bereit.
Das mittlerweile zwölfte Studioalbum trägt den Titel „Dark Matter“ und wurde in gerade mal drei Wochen eingespielt. Herausgekommen sind elf neue Songs, die mit zum Besten gehören, was das Quintett seit den 90er Jahren veröffentlicht hat. „Dark Matter“ ist aber noch viel mehr, es ist ein weiter Schritt zurück in die Erfolgsjahre der Band, wo bereits „Gigaton“ seine Hand anlegte. Demnach kommt der neue Dreher zumindest thematisch dem Vorgänger nahe.
Und so beginnt die Platte auch direkt mit dem mitreißenden und extrem energetischen Opener „Scared of Fear“, der perfekt auf das Kommende einstimmt. Es ist auch einer dieser Tracks des Albums, der mit seinen Riffs, den Melodien und dem knackigen Refrain an die goldene Ära der Band erinnert. Doch während man musikalisch ihre härteren Wurzeln hört, so besitzt „Dark Matter“ durchaus zahlreiche frische und neue Elemente, mit der die Jungs aus Seattle überraschen.
Gut zu vernehmen ist dies auf Midtempo-Tracks wie beispielsweise „Wreckage“, „Something Special“ oder „Won't Tell“. Eines der vielen Highlights des Albums ist übrigens dieses vorwärtsstürmende „Running“, das jedes Fanherz höherschlagen lässt. Natürlich auch weil Eddie Vedder mit seiner unvergleichlichen Stimmgewalt jedem Song seinen Stempel aufdrückt und das auch überaus vielseitig.
Zudem setzt die instrumentale Virtuosität der Band mit ihrer packenden Dynamik etliche Glanzpunkte auf „Dark Matter“. Und so verwundert es nicht, dass es auch experimentelle Songs auf der Platte gibt wie „Upper Hand“. Eine der emotionalsten Ausbrüche findet man derweil im Track „Setting Sun“. Wobei Vedders Texte generell überaus kraftvoll auf dem Album erstrahlen.
Es macht einfach Spaß Pearl Jam dabei zuzuhören, wie sie sich auf „Dark Matter“ austoben und dabei Moderne und den 90er Charme miteinander vereinen. Es ist ein aufregendes Album geworden, das mitreißt aber auch überrascht. Ohne Frage zeigen Pearl Jam mit „Dark Matter“, dass sie auch nach 33 Jahren und nun zwölf Alben, zum Olymp des Alternativ Rock gehören, denen so schnell niemand das Wasser reicht. Zu hören eben auf einem ihrer besten Alben der letzten Jahrzehnte.

Pearl Jam „Dark Matter“ (Republic Records /Universal Music) // VÖ: 19. April 2024
Tracklist: 01. Scaed Of Fear // 02. React, Respond // 03. Wreckage // 04. Dark Matter // 05. Won’t Tell // 06. Upper Hand // 07. Waiting For Stevie // 08. Running // 09. Something Special // 10. Got To Give // 11. Setting Sun
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