Viele Kunden werden es nicht bemerkt haben, aber vor nunmehr fast neun Jahren starteten deutsche Banken und Sparkassen ein Online-Bezahlverfahren namens Paydirekt, um eine heimische Alternative zu internationalen Zahlungsdienstleistern wie Paypal zu bieten.

Die Initiatoren des Verfahrens, zu denen die Commerzbank, die Deutsche Bank, die DZ Bank und die GIZS GmbH & Co. KG für die Sparkassen-Finanzgruppe gehören, wollten damit einen Dienst etablieren, der den Nutzern einen sicheren und einfachen Weg für Online-Zahlungen direkt über das Girokonto eröffnet. Die Daten sollten dabei ausschließlich in Deutschland gespeichert bleiben.

Die Erwartungen an den Service waren nach den dreieinhalbjährigen Vorarbeiten hoch, wie sich letztlich gezeigt hat, konnte sich Paydirekt mit Blick auf das Kundeninteresse jedoch nicht breitflächig durchsetzen.

Zukunft von Paydirekt unsicher

Die schlechte Marktresonanz könnte nun das Ende von Paydirekt besiegeln. Wie unter anderem „t-online“ berichtet, soll im Zuge einer für das Ende des Jahres angesetzten Gesellschafterversammlung die Schließung von Giropay/Paydirekt beschlossen werden.

Eine Sprecherin von Paydirekt bestätigte, dass derzeit auf Gesellschafterebene über die Zukunft des Zahlungsdienstes beraten wird, wobei konkrete Ergebnisse noch ausstehen: „Aktuell gibt es Abstimmungen auf Gesellschafterebene zur Zukunft von Giropay respektive der Paydirekt GmbH als Betreibergesellschaft. Wir werden informieren, sobald finale Entscheidungen getroffen wurden.“

Neuer Dienst in Sicht

Zusätzlich zum geringen Kundeninteresse kommt für Paydirekt erschwerend hinzu, dass auf europäischer Ebene aktuell an einem neuen Zahlungssystem gearbeitet wird – der European Payments Initiative (EPI). Dieses Vorhaben wird ebenfalls von der deutschen Kreditwirtschaft unterstützt, was dem Branchennewsletter „Finanz-Szene“ zufolge wirkt, „als hätte die hiesige Kreditwirtschaft ihre deutsche Lösung zugunsten der künftigen europäischen Lösung aufgegeben“.

In der Zwischenzeit hat sich Paypal weiterhin fest auf dem deutschen Markt etabliert und verzeichnet aktuell 35 Millionen aktive Kundenkonten. Die Zusammenführung der Online-Bezahlverfahren Paydirekt, Giropay und Kwitt unter dem Markennamen Giropay im Frühjahr 2021 konnte die massive Marktdominanz nicht durchbrechen. Selbst die kürzlich erfolgte Integration des Tankstellenbetreibers Esso, wo Zahlungen seither auch über die Giropay-App möglich sind, hat nicht zu einer wesentlichen Steigerung der Akzeptanz geführt.

Quelle: t-online.de