In Sachen Bezahldienstleister fristet PayPal ein fast schon einsames Dasein an der Spitze. Eine neue europäische Initiative sägt nun jedoch am Thron und positioniert sich immer besser am Markt.
Die von bedeutenden europäischen Banken initiierte European Payments Initiative (EPI) hat bereits im Juli 2024 das neue Zahlungssystem Wero eingeführt. Weitgehend unbeachtet allerdings, denn bisher wird das System nur wenig genutzt und ist den meisten Kunden unbekannt.
Dabei ist Wero, als direkte Konkurrenz zum US-Platzhirschen PayPal positioniert, für den hiesigen Markt maßgeschneidert. Ziel der EPI ist es, eine einheitliche europäische Zahlungslösung zu etablieren, die dem Konsumenten nach eigenen Angaben „die Möglichkeit bietet, seine Finanzen einfach und sicher zu kontrollieren und dabei den Bedürfnissen in Bezug auf den Datenschutz und die Einhaltung europäischer Vorschriften nachkommt“.
Allmählich scheint das System jedoch aus dem Quark zu kommen. Eine großangelegte Werbeoffensive soll die Bekanntheit erhöhen, im Google Play Store und im Apple App Store steht inzwischen auch die App zum Download bereit – unter Android als „Wero“ und bei Apple als „Wero Wallet“ geführt.
Kunden eines unterstützenden Instituts können mit Wero Zahlungen einfach per E-Mail-Adresse oder Mobilfunknummer durchführen. Ab 2025 soll das System dann auch für Online-Zahlungen und später für physische Verkaufsstellen verfügbar sein. Innerhalb der nächsten drei bis vier Jahre soll Wero somit zu einem umfassenden Zahlungsangebot in Europa ausgebaut werden, das den Bedürfnissen der europäischen Konsumenten entspricht.
Zu den teilnehmenden Banken in Deutschland zählen unter anderem Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie die Deutsche Bank. Daneben sind außerdem noch Finanzhäuser aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden mit an Bord, darunter BNP Paribas, Société Générale und ING. Nicht an der Initiative beteiligt sind hingegen die Commerzbank und einige Neo-Banken wie N26.
Wero ist in Frankreich, Belgien und Deutschland verfügbar und hat aktuell 14 Millionen registrierte Nutzer. Doch damit sieht die EPI im Vergleich zur US-Konkurrent aktuell noch keinen Stich. Alleine hierzulande zählt PayPal ganze 35 Millionen aktive Kundenkonten, Wero bislang lediglich 600.000.
:quality(90))