Eine Änderung auf EU-Ebene erlaubt künftig Besitzern eines Pkw-Führerscheins, schwerere Wohnmobile zu lenken. Damit ergeben sich insbesondere für nach 1999 Geborene neue Chancen im Campingbereich.

Die EU hat beschlossen, dass Fahrer mit einem B-Führerschein künftig Wohnmobile mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 4,25 Tonnen steuern dürfen. Bisher lag diese Grenze bei 3,5 Tonnen. Die Erweiterung gilt allerdings nur für Personen, die ihren Führerschein nach 1999 erworben haben. Für Fahrer, deren Führerschein davor ausgestellt wurde, bleibt die bisherige Regelung bestehen.

Laut ADAC-Experte Steffen Häbich erhöht die neue Grenze „den Spielraum bei der Zuladung“ und ermögliche jüngeren Fahrern einen komfortableren Einstieg in das Reisemobilsegment. Viele bisher nur mit einem C1-Führerschein zugängliche Modelle werden dadurch für eine größere Käuferschicht erreichbar.

Allerdings ist es den EU-Staaten gestattet, zusätzliche Auflagen an die neue Regelung zu knüpfen. Denkbar wären Hürden wie spezielle Fahrtrainings oder Prüfungen, bevor das Führen von Fahrzeugen bis 4,25 Tonnen erlaubt ist. Deutschland hat bislang noch keine offiziellen Angaben dazu gemacht, wie hierzulande mit der Neuregelung umgegangen werden soll.

Höhere Zuladung und Komfort möglich

An den bestehenden Verkehrsregeln ändern sich durch die neuen Vorgaben indes nichts: Wohnmobile über 3,5 Tonnen unterliegen weiterhin dem Lkw-Überholverbot, dem Tempolimit von 100 Kilometern pro Stunde auf Autobahnen und der höheren Mautpflicht.

Allerdings dürfte die Neuregelung auf lange Sicht eine andere Auswirkung mit sich bringen. Bisher mussten Wohnmobile nämlich leicht gebaut werden, um unter 3,5 Tonnen zu bleiben. Mit der Ausweitung der Gewichtsgrenze lassen sich Fahrzeuge nun besser ausstatten, komfortabler gestalten und mit moderner Technik versehen.

Experten zufolge könnte dies letztlich sogar der Entwicklung von Elektro- und Hybrid-Wohnmobilen in die Karten spielen, die sich aktuell noch in einem frühen Stadium befindet. Bisherige Modelle bieten meist nur begrenzte Reichweiten, teilweise reduzierte Zuladung und hohe Preise.

Quelle: focus.de