Mit dem neuen Album „Blood Dynasty“ liefern Arch Enemy erneut eine Kampfansage, die Fans von kräftigen Riffs, satten Growls und melodischen Momenten ordentlich begeistern dürfte. Schon der erste Durchlauf macht deutlich, dass hier Alissa White-Gluz und ihre Jungs wieder souverän über das Reich des Melodic Death Metal regieren.

Dabei überrascht das mittlerweile zwölfte Studioalbum der schwedischen Band nicht nur mit gewohnten Härten, sondern auch mit spannenden, stilistischen Nebenspuren. Was „Blood Dynasty“ besonders stark macht, ist der gelungene Mix aus brutaler Härte und eingängigen Melodien. Songs wie „March of the Miscreants“ oder „A Million Suns“ gehen sofort in die Vollen und zeigen, warum Arch Enemy in der Szene so geschätzt werden.

Das Zusammenspiel der beiden Gitarristen Jeff Loomis und Michael Amott erzeugt oft eine Atmosphäre, die irgendwo zwischen klassischen 80er-Jahre-Heavy-Metal-Vibes und knüppelharten Death-Metal-Attacken pendelt. Vor allem die energiegeladenen Soli bringen Erinnerungen an frühere Metal-Helden zurück, während die Songstrukturen stets frisch und überraschend bleiben.

Sängerin Alissa White-Gluz demonstriert auf „Blood Dynasty“ indes erneut ihre Vielseitigkeit. Zwischen aggressiven Growls und Shouts gibt es auch Momente, in denen sie ihren starken cleanen Gesang auspackt. Besonders hervorzuheben ist hier die Coverversion des französischen Heavy-Metal-Klassikers „Vivre Libre“ von Blaspheme. Diese Nummer sticht deutlich heraus, weil Alissa auf Französisch und völlig ohne Growls überzeugt.

Eine mutige Entscheidung, die Fans durchaus spalten könnte, jedoch zweifelsohne die kreative Bandbreite der Gruppe unterstreicht. Auch beim Track „Illuminate The Path“ zeigt Allisa White-Gluz wie genial ihr cleaner Gesang ist. Tracks wie „Dream Stealer“, „Liars & Thieves“ und „Paper Tiger“ bieten ebenfalls eine Menge Spaß und sind gespickt mit Einflüssen von Judas Priest über Van Halen bis hin zu galoppierenden Iron-Maiden-Vibes.

Hier zeigt sich besonders deutlich die Spielfreude der Band, die es schafft, ihren typischen Melodic-Death-Metal-Sound mit spannenden Hardrock- und klassischen Metal-Elementen anzureichern, ohne dabei ihre Identität zu verlieren. „Blood Dynasty“ beeindruckt außerdem mit herrlichen Power/Melodeath-Gewittern, wie sie etwa im Titelsong oder in „Don't Look Down“ zu hören sind.

Die Mischung aus epischer Breite und kompakter Härte macht klar, dass Arch Enemy nach wie vor wissen, wie sie Fans verschiedener Metal-Geschmäcker zusammenbringen können. Letztendlich legen Arch Enemy mit „Blood Dynasty“ ein Album vor, das zugleich vertraut und überraschend klingt. Es schafft den Spagat zwischen dem bewährten Stil der Band und mutigen frischen Elementen, ohne dabei zu verwässern.

Für Metalheads, die Lust auf kernigen Sound mit hohem Wiedererkennungswert haben, dürfte dieses Album genau die richtige Dosis Härte, Melodie und Abwechslung bieten. Und mit eben dieser Mischung aus wütendem Melodeath, etlichen hymnischen Momenten, genialen Ohrwurm-Riffs und eben nicht zu vergessen diesen launigen 80er Metal-Vibes, katapultieren sich Arch Enemy abermals auf den Genrethron. Chapeau!

Arch Enemy „Blood Dynasty“ (Century Media) – VÖ: 28.03.2025

Tracklist: 01. Dream Stealer // 02. Illuminate // 03. The Path // 04. March Of The Miscreants // 05. A Million Suns // 06. Don’t Look Down // 07. Presage // 08. Blood Dynasty // 09. Paper Tiger // 10. Vivre Libre // 11. The Pendulum // 12. Liars & Thieves