Mit der neuen Studie Vision Iconic gibt Mercedes-Benz einen Ausblick auf die Zukunft seiner Luxusklasse. Doch nicht nur das extravagante Design ist außergewöhnlich, die interessanteste Neuerung befindet sich unter der Oberfläche. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn mit einem neuartigen Photovoltaik-Lack will der Hersteller die Energieeffizienz seiner Fahrzeuge deutlich erhöhen.
Mit dem Vision Iconic verabschiedet sich Mercedes von der bisherigen Strategie, Verbrenner und Elektroantrieb auf getrennten Plattformen anzubieten. Die Studie markiert den Übergang zu einer neuen Generation elektrischer Luxusfahrzeuge. Optisch ist sie ein radikales Statement: ein überlanger Radstand, flache Reifen und kaum Bodenfreiheit, also eine Mischung aus futuristischem Showcar und Designexperiment. Elemente wie der markante Kühlergrill könnten allerdings tatsächlich den Weg in kommende Serienmodelle finden.
Die größte Neuerung steckt im sogenannten PV-Lack. Statt klassische Solarpaneele in das Fahrzeugdach zu integrieren, hat Mercedes eine Beschichtung entwickelt, in die Photovoltaik-Elemente direkt eingearbeitet sind. Auf einer Fläche von rund 11 Quadratmetern soll diese Technologie in einem Jahr genug Energie erzeugen, um bis zu 12.000 Kilometer Fahrleistung zu ermöglichen.
Auch wenn dieser Wert in der Praxis eher theoretisch bleibt, zeigt er das Potenzial der Technologie. Selbst bei einem Drittel der möglichen Leistung ließe sich ein spürbarer Energiebeitrag erzielen. Der PV-Lack könnte damit langfristig dazu beitragen, den Energiebedarf von Elektrofahrzeugen zu senken oder deren Reichweite zu verlängern.
Parallel dazu kündigt Mercedes mit der Studie die Erreichung von Level 4 beim autonomen Fahren an. In definierten Szenarien, etwa auf Autobahnen oder beim Einparken, soll das Fahrzeug sämtliche Aufgaben selbst übernehmen können. Der technische Aufwand dafür ist beträchtlich, da komplexe neuronale Netze und leistungsstarke Chips große Datenmengen in Echtzeit verarbeiten müssen.
Um den damit verbundenen Energiebedarf zu senken, forscht Mercedes an sogenannten neuromorphen Chips. Dieses "Neuromorphic Computing" orientiert sich an der Funktionsweise des menschlichen Gehirns und soll den Stromverbrauch der künstlichen Intelligenz drastisch reduzieren. Nach internen Berechnungen könnte der Energiebedarf für automatisiertes Fahren damit um bis zu 90 Prozent sinken.
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