Die aktuellen Geschäftszahlen im Hause Mercedes haben die Verantwortlichen offenbar etwas nervös werden lassen. Immerhin spricht es Bände, dass man dort die Produktion eines ehemaligen Erfolgsgaranten nun deutlich runterfährt.

Konkret plant das Unternehmen eine Drosselung der Produktionskapazitäten im Stammwerk Sindelfingen, wo unter anderem die S-Klasse vom Band läuft. Laut Informationen des Portals „mbpassion.de“, wo man sich auf Insider beruft, soll der bisherige 2-Schicht-Betrieb dort ab Oktober auf eine Schicht reduziert werden.

Dem Bericht zufolge war im Frühjahr bereits die Nachtschicht gestrichen worden, weiter heißt es, dass nun eine finanzielle Entschädigung für die betroffenen Mitarbeiter im Raum stehe. Eine offizielle Bestätigung der Produktionsanpassung seitens des Autobauers steht allerdings noch aus.

Schwächelndes Luxussegment

Mercedes sieht sich aktuell mit stark rückläufigen Verkaufszahlen konfrontiert. Besonders hart erwischt hat es dabei die S-Klasse, die traditionell eigentlich hohe Margen erzielt. Die im Jahr 2020 eingeführte neueste Generation der Luxuslimousine scheint bei der Kundschaft jedoch nicht mehr auf Resonanz zu stoßen, was sich in einem spürbaren Absatzrückgang niederschlägt.

Laut „Handelsblatt“ wurden im ersten Halbjahr 2024 gerade einmal 28.100 Fahrzeuge dieses Modells verkauft, was einen Rückgang um 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Ein geplantes Update für die S-Klasse soll erst im Jahr 2026 erfolgen.

Neben dem Luxussegment kämpft Mercedes allerdings auch im Bereich der Elektroautos mit schwachen Verkaufszahlen. Der Rückgang betrug hier ebenfalls etwa ein Viertel im Jahresvergleich, womit der Anteil der Elektrofahrzeuge an den Neuwagenverkäufen von Mercedes unter zehn Prozent fiel.

Dafür ist aber die Nachfrage nach Vans gestiegen, insbesondere nach den elektrischen Modellen, was Mercedes Pläne erklärt, den Anteil dieser Fahrzeuge an den leichten Nutzfahrzeugen bis 2030 auf 50 Prozent steigern zu wollen.

Insgesamt beziffert das „Handelsblatt“ den Einbruch des operativen Gewinns vor Zinsen und Steuern auf vier Milliarden Euro im zweiten Quartal 2024.

Quelle: efahrer.chip.de