Wohl so ziemlich jeder von uns hat sich im Laufe seines Lebens bereits bei einer Partie „Mensch ärgere dich nicht“ geärgert. Immerhin gehört der Spielklassiker doch zu den bekanntesten und am weitesten verbreiteten Brettspielen in Deutschland. Wo Kinder sind, da ist auch „Mensch ärgere dich nicht“ nicht weit, und das seit nunmehr ganzen 110 Jahren – einen herzlichen Glückwunsch von uns an dieser Stelle.

Da man hierzulande gewissermaßen also mit dem Spiel aufwächst, sind natürlich auch jedem die Spielregeln geläufig – zumindest sollte man das meinen. Denn so wie es aussieht, spielt Deutschland „Mensch ärgere dich nicht“ tatsächlich falsch.

Wir wissen ja nicht, wie es bei euch ist, aber wir – und auch wirklich jeder andere, den wir zu diesem Thema befragt haben – spielen seit Jahr und Tag so, dass jeder Spieler zu Beginn einer Partie seine vier Figuren in das farbig passende Häuschen stellt.

Nun wird reihum jeweils dreimal gewürfelt, bis jemand endlich eine Sechs wirft, und damit seine erste Figur auf das Startfeld stellen darf. Ab dann dürfen alle Würfelwürfe für die Bewegung über das Feld genutzt werden, bis bei einer weiteren Sechs die nächste Figur raus darf und so weiter und so fort.

Ihr kennt das alles – glaubt ihr zumindest …

Da die Regeln schon so lange so derart fest im kollektiven Gedächtnis verankert sind, schaut natürlich niemand ins Regelbuch, dort offenbart sich jedoch Überraschendes. Am Beispiel des Regelwerkes der Firma „Schmidt Spiele“ läuft der Beginn eines Spieles der „Bild“ zufolge nämlich ganz anders ab.

Dort heißt es: „Jeder Spieler erhält vier Spielfiguren einer Farbe. Er stellt eine seiner Figuren auf das Feld A seiner Farbe, die übrigen drei Spielfiguren werden auf die gleichfarbigen B-Felder gesetzt. Der jüngste Spieler beginnt.“

Soll heißen, man muss zum Start einer Runde überhaupt nicht wie wild versuchen, eine sechs zu würfeln, sondern kann mit der ersten Figur direkt loslaufen.

Diese Erleuchtung wird nun sicherlich nicht dazu führen, dass alle Menschen in Deutschland das Spiel nun anders spielen, dafür sind die „falschen“ Regeln schon viel zu lange Tradition. Eine interessante Anekdote für die nächste Runde „Mensch ärgere dich nicht“ ist es aber allemal – und wer weiß: vielleicht spielen zukünftige Generationen ja eines Tages nach den korrekten Regeln.

Quelle: bild.de