Der Lebensmittel-Discounter Lidl hat kürzlich einige Änderungen bei seinem Bonusprogramm eingeführt, die unter den Kunden aktuell für viel Unmut sorgen. Besonders die überarbeitete Lidl-Plus-App steht dabei in der Kritik.
Diese wurde seit Juni mehrfach aktualisiert, ohne dass der Discounter konkrete Angaben zu den vorgenommenen Änderungen kommuniziert hat. Nutzer berichten aber davon, dass sich das Bonusprogramm seither deutlich verschlechtert haben soll. Demnach wurden kostenlose Produktangebote offenbar gestrichen, während die verbleibenden Rabatte lediglich noch rund 50 Prozent betragen und nahezu ausschließlich für Produkte der Lidl-Eigenmarken gelten.
In Bewertungsportalen und Foren wird außerdem kritisiert, dass sich viele der rabattierten Artikel oft auf ungesunde oder alkoholhaltige Waren beschränken und die Auswahl generell eher klein ist. Auch technische Probleme wie lange Ladezeiten und störende Animationen an den Kassen stoßen unangenehm auf.
Schon im April hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband scharf gegen die Lidl-Plus-App geschossen und sogar eine Unterlassungsklage eingereicht. Die Verbraucherschützer werfen dem Unternehmen vor, nicht ausreichend über die Nutzung persönlicher Daten im Zusammenhang mit den Rabattangeboten zu informieren. Da die Preisnachlässe ausschließlich über die App gewährt werden, sehen sie darin eine implizite Verpflichtung zur Datenweitergabe. Eine Stellungnahme von Lidl zu diesen Vorwürfen liegt bislang nicht vor.
Dort setzt man wohl lieber auf eine Beschwichtigungsstrategie, indem man eine Neuerung ankündigt, die wiederum für gutes Wetter sorgen dürfte. Das bisher ausschließlich auf bargeldlose Bezahlung ausgerichtete „Scan & Go“-System soll künftig nämlich auch für Barzahlungen geöffnet werden.
Zu diesem Zweck testet der Discounter derzeit eine neue Art von Servicekassen, an die der digitale Kassenbon übertragen werden kann. Diese Neuerung wird momentan in ausgewählten Filialen erprobt und soll bis Februar 2026 auf rund 200 Standorte ausgeweitet werden.
An den neuen, im Selbstbedienungsbereich integrierten Servicekassen kann man neben dem Bezahlvorgang außerdem auch Retouren abwickeln oder Sonderposten erwerben. Zur Sicherung des Kassenvorgangs setzt das Unternehmen auf sogenannte Auslassschranken. Diese öffnen sich nur, wenn der Kassenbon – entweder in Papierform oder über die Lidl-Plus-App – gescannt wird.
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