Die japanische Stadt Toyoake erwägt eine Verordnung, die die Nutzung von Smartphones in der Freizeit deutlich einschränkt. Ziel ist es, die Bevölkerung für mögliche gesundheitliche Folgen exzessiver Handynutzung zu sensibilisieren.
Laut Berichten des Portals „Japan Wire“ sollen Einwohner außerhalb von Arbeit und Schule künftig nur noch maximal zwei Stunden pro Tag am Handy verbringen. Die Regelung betrifft etwa 70.000 Menschen auf Japans Hauptinsel Honshū südöstlich von Nagoya. Grundschüler sollen ihre Smartphones demnach nach 21 Uhr nicht mehr verwenden, während Schüler ab der Mittelstufe ihre Geräte spätestens um 22 Uhr beiseitelegen sollen, um ausreichend Schlaf zu gewährleisten.
Die Verordnung erkennt Smartphones, Tablets und Computer als unverzichtbare Werkzeuge an, warnt jedoch gleichzeitig vor negativen Auswirkungen durch exzessive Nutzung von Social Media und Streaming-Diensten auf Gesundheit und Familienleben. „Wir möchten, dass die Verordnung den Menschen die Möglichkeit gibt, über ihre Smartphone-Nutzung nachzudenken“, zitiert Japan Wire einen Beamten.
Die Stadt plant, die Umsetzung eng mit Schulen und Eltern zu koordinieren. Strafen sind nicht vorgesehen; die Maßnahme dient ausschließlich der Sensibilisierung. Sollte die lokale Versammlung der Regelung zustimmen, könnte sie am 1. Oktober 2025 in Kraft treten – ein Novum in Japan.
Experten weisen darauf hin, dass immer mehr Kinder täglich mehrere Stunden am Smartphone verbringen, was mögliche Auswirkungen auf ihre Entwicklung haben kann. Eltern wird empfohlen, klare Regeln für die Mediennutzung aufzustellen und feste Zeiträume einzuhalten. Kreative Alternativen wie Malen, Basteln, gemeinsames Lesen oder Spaziergänge sind ideal, um der Langeweile etwas entgegenzusetzen und stärken nebenbei auch die Familienbande.
Darüber hinaus ist es ratsam, als Eltern selbst ein Vorbild zu sein und die eigene Bildschirmzeit zu reduzieren. Gemeinsame Rituale wie gemeinsames Essen oder Gesellschaftsspiele fördern Sicherheit und Geborgenheit. Auch digitale Auszeiten – Zeiten ohne Smartphone oder andere Bildschirme – können helfen, neue Aktivitäten auszuprobieren und das Zusammensein bewusster zu gestalten.
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