Bereits seit dem 17. Jahrhundert ein fester Bestandteil der regionalen Braukultur, hat mit der Koblenzer Brauerei Anfang des Jahres ein weiteres historisches Unternehmen Insolvenz angemeldet. In der Folge wird nun das gesamte Inventar der Traditionsbrauerei über eine Internet-Auktion verkauft.
Wie der „Südwestrundfunk“ berichtet, umfasst die Versteigerung mehr als 360 Posten – darunter Ausrüstungsgegenstände wie eine Flaschen-Abfüllanlage, eine Etikettiermaschine, Stahltanks und Kühlanhänger oder auch historische Stücke wie die Kupferhauben der Braukessel. Die Auktion, deren Startgebote zwischen einem und 200.000 Euro liegen, richtet sich sowohl an Fachleute aus der Brauindustrie als auch an Sammler und Liebhaber von Brauereigeschichte.
Die Schließung der Brauerei im Januar dieses Jahres markiert das Ende einer über 300 Jahre andauernden Ära. Alle Mitarbeiter des Unternehmens wurden entlassen, was der Region einen schmerzhaften Stich versetzt hat. Die Brauerei war nicht nur ein bedeutender Arbeitgeber, sondern auch ein Stück Heimat und ein beliebter Treffpunkt für Bierliebhaber.
Mit der Versteigerung des Inventars sollen nun die Auslaufgehälter und ein Sozialplan für die ehemaligen Mitarbeiter finanzieren werden.
Trotz der Insolvenz und der darauffolgenden Versteigerung des Inventars besteht zumindest Hoffnung für das Gelände der Brauerei. Ein Investor plant, auf dem Areal eine kleinere Erlebnisbrauerei zu eröffnen, um damit die Brautradition in Koblenz fortzuführen und in eine neue, modernisierte Form zu überführen. Dieser Neuanfang könnte im Idealfall sicherstellen, dass die lange Geschichte des Brauwesens in der Stadt auch in Zukunft erlebbar bleibt.
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