Es hat endlich ein Ende mit der Wartezeit! Denn Heaven Shall Burn melden sich mit ihrem brandneuen Studioalbum „Heimat“ zurück. Nach einer langen Pause von fünf Jahren bringen die Thüringer nun ihren mittlerweile zehnten Longplayer heraus, der mit ganzer Wucht auf die Metalcore-Szene einschlägt.
Fans der Truppe um Frontmann Marcus Bischoff erwartet mit dieser Platte nicht nur das gewohnte Feuerwerk, sondern ein musikalisches Schwergewicht, das deutlich zeigt, warum HSB auch nach über zwei Jahrzehnten Bandgeschichte zu den unumstrittenen Größen ihres Genres zählen. Schon der Albumtitel „Heimat“ macht neugierig. Dabei verzichten Heaven Shall Burn keineswegs auf die Härte, die man von ihnen kennt und liebt. Stattdessen setzen sie bewusst Akzente, die zwischen brachialen Klängen und melodischer Eingängigkeit pendeln.
Besonders beeindruckend sind dabei die orchestralen Elemente, die den Songs zusätzlichen epischen Tiefgang verleihen. Unterstützt werden sie dabei von Komponist Sven Helbig, dem Mondëna Quartet sowie dem Sophia Chamber Choir, deren Zusammenarbeit mit HSB schon früher zu spektakulären Ergebnissen führte. Vor allem der Track „War Is The Father Of All“ hebt sich dabei als echtes Highlight heraus. Die Kombination aus symphonischer Wucht und der bewährten musikalischen Aggression erzeugt eine Intensität, die man in dieser Form selten erlebt.
Das Album startet dabei eher unerwartet mit „Ad Arma“ – ein orchestraler Auftakt, der kurz Ruhe suggeriert, bevor mit unerbittlicher Kraft und einer geballten Ladung Drums und Riffs in die Realität eingetaucht wird. Songs wie „My Revocation Of Compliance“ erinnern mit ihrer Härte und Direktheit an die frühen Tage der Band, bieten zugleich aber auch die musikalische Reife, die Heaven Shall Burn über die Jahre erlangt haben. Ebenfalls auffällig: „Confounder“ punktet mit Industrial-Anleihen, während „A Silent Guard“ wiederum durch eine ruhigere, getragenere Stimmung brilliert.
Ein besonderer Höhepunkt ist sicherlich der Einsatz ukrainischer Sängerinnen, deren Stimmen im Track „War Is The Father Of All“ eindringlich die dramatischen Ereignisse des Ukraine-Krieges widerspiegeln. Diese emotionale Tiefe zieht sich wie ein roter Faden durch das Album, das thematisch vor allem gesellschaftskritische und politische Inhalte verarbeitet. Der Begriff „Heimat“ wird hier bewusst als Provokation und zugleich als Einladung zum Nachdenken inszeniert.
Die Vielseitigkeit von „Heimat“ zeigt sich zudem in Stücken wie „Those Left Behind“, das kompromisslos aufs Tempo drückt, und „Ten Days In May“, das mit seinen melodiösen Refrains auch breitere Hörergruppen anspricht. Dass Heaven Shall Burn dabei ihren Stil konsequent weiterentwickeln, ohne an Authentizität zu verlieren, dürfte sowohl langjährige Fans als auch neue Zuhörer begeistern.
Kurzum: Heaven Shall Burn liefern mit „Heimat“ ein Album ab, das die Stärken der Band eindrucksvoll unterstreicht – musikalische Härte trifft auf melodische Brillanz, politische Tiefe auf epischen Sound. Für Fans des Genres ist „Heimat“ definitiv eine Pflichtplatte!
Tracklist: 01. Ad Arma // 02. War Is The Father Of All // 03. My Revocation Of Compliance // 04. Confounder // 05. Empowerment // 06. A Whisper From Above // 07. Imminence // 08. Those Left Behind // 09. Ten Days In May // 10. Numbered Days (feat. Jesse Leach von Killswitch Engage) // 11. Dora 12. A Silent Guard // 13. Inter Arma

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