Illegales Sport-Streaming erfreut sich seit Jahren großer Beliebtheit, auch in Deutschland. Nun aber ist internationalen Ermittlern ein bedeutender Schlag gegen die Szene gelungen.
Wie die sogenannte Alliance for Creativity and Entertainment (ACE) mitteilte, habe man gemeinsam mit ägyptischen Behörden ein Netzwerk, welches als das größte seiner Art gilt, ins Visier genommen und lahmgelegt.
Konkret geht es um die Plattform Streameast, die nach Angaben der Organisation allein im Jahr 2024 über 1,6 Milliarden Aufrufe erzielt haben soll – verteilt auf rund 80 verschiedene Domains. Wie die „New York Times“ darüber hinaus berichtet, wurden im Zuge der Razzia zwei Personen festgenommen, zudem konfiszierten die Ermittler Laptops, Smartphones, Bargeld und Kreditkarten.
Über Streameast konnten Nutzer auf ein breites Spektrum an Sportübertragungen zugreifen: Neben US-Ligen wie NBA, NFL, MLB und NHL gehörten auch Fußball-Wettbewerbe wie die Bundesliga, Premier League oder Serie A zum Angebot.
Besonders viel Traffic kam aus den USA, Kanada, Großbritannien, den Philippinen – und auch aus Deutschland. Wer die Seiten heute ansteuert, landet auf einer ACE-Seite mit Hinweisen zu legalen Streaming-Möglichkeiten.
Für Verwirrung sorgt allerdings die Frage, welches Streameast-Netzwerk tatsächlich zerschlagen wurde. Laut dem Portal „Torrentfreak“ könnte es sich bei der Aktion um eine Kopie gehandelt haben, die mehr Zugriffe verzeichnete als das eigentliche Original.
Der Betreiber der ursprünglichen Seite erklärte nach den Schlagzeilen, sein Angebot sei nicht betroffen und laufe normal weiter. Gleichzeitig forderte er Nutzer ironischerweise dazu auf, keine Fälschungen für illegales Sport-Streaming zu verwenden.
Die Alliance for Creativity and Entertainment (ACE) ist ein 2017 gegründeter Zusammenschluss internationaler Medien- und Streamingunternehmen wie Netflix, Amazon, Disney oder Warner Bros., der sich dem Kampf gegen digitale Piraterie verschrieben hat. Ziel der Initiative ist es, illegale Plattformen vom Netz zu nehmen, rechtliche Schritte gegen Betreiber einzuleiten und durch Aufklärung sowie Kooperation mit Behörden weltweit den legalen Markt zu stärken.
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