Wenn die großen Online-Händler den Black Friday ausrufen, kommen die Versanddienstleister gehörig ins Schwitzen. Diesem Mehraufwand möchte die DHL nun mit einer Extra-Gebühr begegnen.

Zur Bewältigung der erfahrungsgemäß hohen Paketmengen während der Vorweihnachtszeit plant die DHL, eine Sondergebühr pro Paket einzuführen, die zusätzlich zur bereits seit 2022 bestehenden Peak-Gebühr von 19 Cent erhoben wird. Diese Regelung gilt in der Zeit vom 24. November bis zum 7. Dezember 2025, also während der versandintensivsten Wochen des Jahres, während der traditionellen Black Week und Cyber Week.

Zwar betrifft die neue Gebühr ausschließlich Geschäftskunden, allerdings werden diese den verteuerten Versand sicherlich an die Kunden weiterleiten. Die DHL erklärt die Sondergebühr damit, dass zusätzliches Personal und Fahrzeugkapazitäten bereitgestellt werden müssten, um das hohe Paketaufkommen in diesem Zeitraum stemmen zu können. Die neue Sondergebühr soll die dabei entstehenden Kosten decken.

Kritik von Seiten des Handels

Der Bundesverband Onlinehandel (BVOH) äußerte bereits massive Kritik an dieser Entscheidung, sieht man dort doch besonders kleine und mittelgroße Online-Händler durch die zusätzlichen Kosten in ihrer Existenz gefährdet. Auch wenn die genaue Höhe der Gebühr vonseiten der DHL noch nicht bestätigt wurde, beziffert der Verband diese auf 50 Cent. Damit würden sich die Gesamtkosten pro Paket auf bis zu 69 Cent summieren.

Diese zusätzlichen Belastungen könnten besonders für kleinere Unternehmen schwer zu tragen sein, da sie Umsatzeinbußen im fünfstelligen Bereich nach sich ziehen könnten. Der BVOH spricht von „einer Zumutung“ für Händler und fordert eine sofortige Rücknahme dieser Maßnahme. Der DHL wirft der Verband vor, kurzfristige Aufschläge strukturellen Anpassungen vorzuziehen.

Um die Sondergebühr zu umgehen, regt die DHL indes dazu an, dass Händler ihre Sendungen vor dem genannten Zeitraum einplanen oder alternative Verkaufsaktionen wie etwa den Singles Day am 11. November stärker nutzen, um das hohe Paketaufkommen zu entzerren.

Quelle: techbook.de