Viele Reisende, die das Deutschlandticket nutzen, werden demnächst wohl umplanen müssen. Auf einigen wichtigen Bahnstrecken verliert es nämlich bald seine Gültigkeit.

Wie unter anderem der „Spiegel“ und „nd“ berichten, soll das Deutschlandticket ab Ende des Jahres 2025 voraussichtlich nicht mehr auf bestimmten Fernzugverbindungen in Berlin und Brandenburg nutzbar sein. Konkret betroffen seien ab dem 14. Dezember 2025 die IC-Verbindungen zwischen Berlin-Hauptbahnhof und Elsterwerda, zwischen Potsdam-Hauptbahnhof und Cottbus sowie die ICE-Verbindung zwischen Berlin-Südkreuz und Prenzlau.

Nun ist das Deutschlandticket eigentlich sowieso nur für Busse und Züge des Nahverkehrs gültig. Da Inhaber von Nahverkehrstickets des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) auf den entsprechenden Strecken seit 2020 jedoch ohne Aufpreis fahren können, war dies nach der Einführung des Deutschlandtickets im Jahr 2023 auch für dessen Abonnenten möglich.

Wie ein Sprecher der Deutschen Bahn inzwischen bestätigt hat, soll der Vertrag zur Anerkennung der VBB-Nahverkehrstickets zum Jahresende jedoch gekündigt werden. Damit einhergeht auch das Ende der Anerkennung von Deutschlandtickets.

Züge sind zu voll

Die Deutsche Bahn begründet diese Entscheidung mit der übermäßigen Auslastung der Züge. Ein Sprecher erklärte: „Durch die Anerkennung des Deutschlandtickets seit Ende November 2023 fahren heute sehr viel mehr Nahverkehrsreisende in den Fernzügen als zuvor absehbar. Dadurch sind die Züge vor allem zwischen Elsterwerda und Berlin regelmäßig überfüllt.“

Vor diesem Hintergrund hatte die Bahn vonseiten ihrer Partner – in diesem Falle also dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) sowie den Ländern Berlin und Brandenburg – eine höhere finanzielle Beteiligung gefordert, um die Kooperation fortsetzen zu können.

Da man laut der DB „trotz intensiver Verhandlungen“ auf keinen grünen Zweig gekommen sei, wird der Vertrag zu Ende 2025 nun aufgekündigt. So ganz durch scheint das Thema aber noch nicht zu sein, da weiterhin Gespräche stattfinden, um möglicherweise doch noch eine Lösung zu finden.

Der Brandenburger Verkehrsminister Detlef Tabbert hatte die finanziellen Forderungen der Bahn allerdings bereits als „nicht finanzierbar“ bezeichnet und erwägt stattdessen, mehr reine Regionalzüge auf diesen Strecken einzusetzen.

Das Deutschlandticket wird derzeit von etwa 13,5 Millionen Fahrgästen genutzt und wurde Anfang 2025 von 49 auf 58 Euro pro Monat verteuert. Der Bund und die Länder unterstützen dieses Angebot, das eine bundesweite Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs zum Festpreis ermöglicht, mit jeweils 1,5 Milliarden Euro jährlich. Die Zukunft des Deutschlandtickets bleibt allerdings ungewiss, da zwischen Bund und Ländern weiterhin Uneinigkeit über die Kostenverteilung besteht.

Quelle: rbb24.de