Für Autofahrer ist eine Sonnenbrille im Wagen obligatorisch. Die Pflicht, eine solche mitzuführen, gibt es zwar nicht, sehr wohl aber Regeln, die man bei der Wahl des richtigen Modells beachten sollte.

Keine Frage: Das Tragen einer Sonnenbrille beim Autofahren ist bei starker Sonneneinstrahlung absolut sinnvoll. Was viele aber nicht wissen, ist, dass es spezifische Vorschriften gibt, welche Modelle im Straßenverkehr erlaubt sind und welche nicht. Die Nutzung ungeeigneter Sonnenbrillen kann nämlich die Sicht beeinträchtigen und somit die Fahrsicherheit gefährden.

Wichtige Kriterien für die Wahl der richtigen Sonnenbrille

Sonnenbrillen sind in verschiedene Blendschutzkategorien von 0 bis 4 eingeteilt – je höher der Wert, desto dunkler die Glasfarbe und der damit einhergehende Blendschutz. Modelle der Kategorien 0 bis 3 sind für das Autofahren zugelassen, da sie ausreichend Schutz bieten, ohne die Sicht zu stark zu verdunkeln. Brillen der Kategorie 4, die einen sehr hohen Blendschutz bieten, sind für das Autofahren hingegen nicht geeignet, da sie zu dunkel sind und dadurch die Sicht zu stark einschränken können.

Autofahrer mit einer im Führerschein vermerkten Sehschwäche müssen darüber hinaus darauf achten, stets eine Sonnenbrille mit der entsprechenden Sehstärke zu tragen. Ein Verstoß gegen diese Regel kann mit einem Bußgeld in Höhe von 25 Euro einhergehen.

Für eine optimale Sicht sollte zudem die Fassung der Brille möglichst schmal sein, um das Gesichtsfeld nicht einzuschränken. Ferner ist es wichtig, dass Sonnenbrillen, die beim Autofahren getragen werden, einen ausreichenden UV-Schutz bieten.

Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt, auf das UV-400-Kennzeichen zu achten, das garantiert, dass die Brille UV-Strahlung bis zu einer Wellenlänge von 400 Nanometern filtert. Sonnenbrillen ohne diese Kennzeichnung bieten möglicherweise keinen vollständigen Schutz gegen UV-Strahlen.

Gelbfilterbrillen vermeiden

Farbige Gläser, wie braun oder grau getönte, verfälschen die Wahrnehmung der Farben am wenigsten und sind im Sinne der Erkennbarkeit von Ampelleuchten und Blaulicht daher vorzuziehen. Problematisch sind hingegen Gelbfilterbrillen, da diese die Blendempfindlichkeit erhöhen und das Sehvermögen in der Dämmerung verschlechtern können.

Selbsttönende, oder auch fachsprachlich „phototrophe“, Gläser, die sich automatisch den Lichtverhältnissen anpassen, bieten zwar Vorteile, haben jedoch auch Nachteile. Insbesondere die Verzögerung beim Aufhellen der Gläser von 30 Sekunden und mehr kann gefährlich sein, wenn Autofahrer aus einem hellen in einen dunklen Bereich fahren.

Ansonsten gilt:

Autofahrer sollten ihre Sonnenbrille immer griffbereit haben, aber auch wissen, wann sie abzusetzen ist, etwa beim Fahren in einem Tunnel oder bei Dämmerung. Es ist ratsam, die Brille sauber zu halten und regelmäßig zu überprüfen, ob sie noch den erforderlichen Schutz bietet.

Autotönungsfolien auf der Frontscheibe, die ebenfalls zur Reduzierung der Blendung dienen können, sind laut Gesetzgeber übrigens nicht zulässig und sollten daher vermieden werden.

Quelle: adac.de