Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat kürzlich die Unterlagen für die Ausschreibung der TV-Rechte für die Fußball-Bundesliga an die Medien-Unternehmen versendet. Damit geht die Zukunft der Übertragungen in die entscheidende Phase, insbesondere im Hinblick auf die traditionsreiche Sendung ARD Sportschau.

Denn: In der Ausschreibung sollen dem „Fokus“ zufolge einige komplizierte und teilweise raffinierte Details verankert sein, welche die Position der Sportschau potenziell schwächen und den Wert der Zusammenfassungen im Free-TV am Samstagnachmittag beschneiden könnten.

Steffen Merkel, der Geschäftsführer der DFL, äußerte in Bezug auf die regelmäßigen Diskussionen um den Fortbestand des Sport-Klassikers im Rahmen einer Präsentation im Januar, dass es „für keinen Partner und für kein Format eine Bestandsgarantie geben kann“, was dem Wesen der Ausschreibung geschuldet sei.

Die Rolle von Sky und Dazn

Ein besonderer Fokus liegt auf dem Paket I der Ausschreibung, das mit Blick auf die vier Spielzeiten ab 2025/2026 in den zwei Varianten Kompakt und Klassik angeboten wird. Die Kompakt-Variante sieht vor, dass die Highlights im frei zugänglichen Fernsehen erst ab 19.15 Uhr gezeigt werden dürfen. Gut für Bezahlsender wie Sky und Dazn, die darüber hinaus sogar einen Beitrag leisten können, um die Sportschau ins Aus zu bugsieren.

Käufer von Pay-TV-Paketen dürfen das Free-TV-Paket I zwar nicht auch noch erwerben, durchaus aber einen Zuschuss leisten. Beispielsweise könnte ein Bezahlsender 30 Millionen Euro beisteuern, um die Gesamteinnahmen für die DFL zusätzlich zum Kaufpreis von 40 Millionen für einen Free-TV-Anbieter auf 70 Millionen Euro zu erhöhen.

Das Bundeskartellamt hat diese Praxis durchgewunken und ließ dazu verlautbaren, dass die Variante I Kompakt es den Pay-TV-Anbietern erlaube, „durch Aufschläge auf das eigene Angebot ihre wettbewerblichen Präferenzen hinsichtlich der Ausgestaltung der Highlight-Berichterstattung zum Ausdruck zu bringen“. Mit anderen Worten: Wenn eine Zuzahlung geleistet wird, steigt die Exklusivität und der Wert der Live-Rechte für den Samstag – wenn auch über einen Umweg.

Qualitätsverschlechterung, aber …

Zwar spricht die Behörde hinsichtlich der Fußballfans von einer „gewissen Qualitätsverschlechterung“ für die Fußballfans, gleichzeitig, so das Bundeskartellamt weiter, „verbesserte sich jedoch das Angebot für den Endkunden dadurch, dass die Sendung in diesem Szenario ... zusätzlich ab Sendungsende in einer Mediathek abrufbar gemacht werden kann.“ Damit käme das Paket I Kompakt wiederum den Bedürfnissen einer wachsenden Zuschauergruppe entgegen.

Die ARD zeigt laut der Deutschen Presse-Agentur indes nur Interesse an der Variante Klassik, die Zusammenfassungen zwischen 18.00 und 20.15 Uhr erlaubt, um die Sportschau in ihrer traditionellen Form zu bewahren. Wie der Sender betonte, käme eine Kurzversion von 19.15 bis 20.15 Uhr dort nicht infrage.

Die Ausschreibung führt aufgrund anderer Faktoren aber auch zu einem grundsätzlichen Wertverlust der Langfassung des Pakets I im Free-TV. Dazu gehört etwa die erhöhte Zahl von Sonntagsspielen für Europapokalteilnehmer, die pro Saison von zehn auf fünfzehn steigt. In der Folge finden an den jeweiligen Samstagen um 15.30 Uhr nur noch vier statt der bisher fünf Partien statt.

Außerdem treiben erweiterte Picking-Rechte den Werteverlust voran, die es Pay-TV-Anbietern erlauben, sich noch mehr Spiele für bestimmte Tage und Uhrzeiten auszusuchen. Ganz besonders begehrt sind dabei natürlich die Begegnungen am Samstag um 18.30 Uhr sowie am Freitag und Sonntag, weshalb sich die Anzahl der 15.30-Uhr-Samstagsspiele beliebter Mannschaften wie Bayern München und Borussia Dortmund reduziert. Im krassesten Fall finden derer nur noch acht pro Saison statt.

Axel Balkausky, ARD-Sportkoordinator, hatte sich zu den geänderten Spielzeiten bereits geäußert und die selteneren Spiele am Samstagnachmittag bedauert. Ab der Saison 2025/2026 könnte die Frequenz der Übertragungen von Spielen dieser Mannschaften in der Sportschau noch weiter abnehmen.

Quelle: focus.de