Trotz der nach wie vor vergleichsweise hohen Zwangsabgabe, welche die Deutschen zu zahlen verpflichtet sind, muss bei den Öffentlich-Rechtlichen gespart werden. Eine Erhöhung der Rundfunkgebühr lehnt die Politik ab, also muss etwas von der Speckschicht runter.

Die Bundesländer verlangen von den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten tiefgreifende Reformen und Sparkonzepte. Medienberichten zufolge ist insbesondere eine deutliche Reduzierung der Radioprogramme von ARD, ZDF und weiteren Anbietern vorgesehen. Nach Informationen der „Bild“ soll die aktuelle Zahl von 70 Hörfunkwellen auf künftig „nur noch“ 53 Sender verringert werden.

Die Sparmaßnahme soll ab dem Jahr 2027 umgesetzt werden. Hintergrund dieser Forderung ist die Entscheidung der Ministerpräsidenten, einer geplanten Erhöhung des Rundfunkbeitrags nicht zuzustimmen. Stattdessen verlangen sie strukturelle Veränderungen und einen bewussteren Umgang mit den Gebühren im System der öffentlich-rechtlichen Medien.

Thematische Überschneidungen bei Sendern im Fokus

Im Rahmen der Reformpläne stehen insbesondere Programme auf dem Prüfstand, die sich inhaltlich stark überschneiden. So betreiben beispielsweise BR, NDR und MDR jeweils eigene Sender mit dem Schwerpunkt Schlager, was als redundante Struktur betrachtet wird.

Auch Formate, die sich an spezielle Zielgruppen richten – etwa Klassik- und Kultursender sowie Angebote für Kinder und Jugendliche wie MDR Tweens oder Sputnik – könnten von den Kürzungen betroffen sein. Ähnliche Programme bieten auch WDR und SWR für junge Hörerschaften an, während BR und NDR noch einmal zusätzliche Musikkanäle betreiben.

Noch ist nicht endgültig entschieden, in welcher Form die betroffenen Radiowellen künftig weitergeführt werden. Der „Bild“ zufolge muss noch geklärt werden, ob eine vollständige Einstellung erfolgt oder ob Inhalte stattdessen digital über Streamingangebote oder Podcasts verbreitet werden.

Wie es weiter heißt, sei mit einer zeitnahen Entscheidung zu rechnen: Die Intendanten der ARD sollen ihre Mitarbeiter angeblich bereits über die anstehenden Schritte informiert haben.

Quelle: focus.de