Es sollte eigentlich jedem klar sein, dass man nicht mit einem Smartphone am Ohr oder in der Hand Autofahren sollte. Da viele sich und andere aber leider dennoch immer wieder dergestalt in Gefahr bringen, setzen die Behörden nun auf eine neue und doch vertraut wirkende Form der Abschreckung.

Um künftig effektiver gegen die Nutzung von Handys am Steuer vorgehen zu können, hat das Bundesland Rheinland-Pfalz den ersten Handy-Blitzer in Deutschland in Betrieb genommen. Diesem Schritt war ein erfolgreicher Testlauf in Trier vor drei Jahren vorausgegangen, bei dem eine sogenannte „Monocam“ probehalber auf einer Autobahnbrücke installiert wurde.

Diese ist in der Lage zu erkennen, ob Autofahrer während der Fahrt ihr Smartphone nutzten, und speichert entsprechende Bilder zur Beweisführung ab. Im Zuge des damaligen Feldversuches wurden innerhalb von 49 Tagen 327 Verstöße festgestellt. Offenbar ausreichend, um die neue Technik jetzt auch auf breiterer Flur einzuführen.

Datenschützer sind alarmiert

Möglich wird dies, indem die „Monocam“ in die Fahrzeuge hineinfilmt. Damit die beste Sichtbarkeit der Hände der Fahrer gewährleistet ist, wird sie dazu idealerweise schräg nach unten ausgerichtet. Die Installation erfolgt an Autobahnbrücken, von denen aus die Kamera die vorbeifahrenden Autos optimal erfassen kann. Die dabei geschossenen Bilder werden dann analysiert und bei Erkennung eines Verstoßes sofort an die Polizei weitergeleitet.

Die genauen Standorte der ersten Geräte sind noch nicht bekannt, allerdings soll jedes der fünf Polizeipräsidien in Rheinland-Pfalz mit einem solchen Gerät ausgestattet werden. Wie es aus dem Innenministerium heißt, soll dieses Vorhaben „bald“ umgesetzt werden.

Vor diesem Hintergrund haben Datenschützer nun Bedenken hinsichtlich der Eingriffe in die Privatsphäre geäußert. Das Innenministerium verteidigt die Einführung der „Monocams“ jedoch mit dem Argument, dass Ablenkung am Steuer jährlich zu etwa 1.000 Unfällen in Rheinland-Pfalz führe und die neuen Geräte dabei helfen können, diese Zahl zu reduzieren.

Wird man mit einem Handy am Steuer geblitzt, wird ein Bußgeld von 100 Euro fällig, außerdem gibt es einen Punkt im Fahreignungsregister in Flensburg. Zudem gilt die unerlaubte Handynutzung als schwerwiegender A-Verstoß, was für Fahranfänger eine Verlängerung der Probezeit auf vier Jahre und die verpflichtende Teilnahme an einem Aufbauseminar nach sich ziehen kann.

Quelle: bild.de